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TU Berlin

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Dienstag, 18. Dezember 2012

Die TU intern-Redaktion empfiehlt Bücher aus der Universität, die als E-Book oder gedruckt für den Gabentisch geeignet sind

Paradox und Wunderschachtel

Lupe

Anlässlich seines Geburtstages – am 14. Mai 2012 wurde Norbert Miller 75 Jahre alt – haben Schülerinnen und Schüler des ehemaligen TU-Literatur-Professors, ein Meister der Erzählkunst und der Literatur, den Band „Paradox und Wunderschachtel“ herausgegeben. Acht Essays Norbert Millers bieten einen Querschnitt durch die europäische Literatur- und Kulturgeschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert: Alle großen Themen seines literarischen Denkens und Forschens werden angesprochen, was eigentlich undenkbar scheint, angesichts seiner etwa vierzigseitigen Publikationsliste. Er diskutiert Grundfragen der Kulturgeschichte, den empfindsamen Erzähler, den er bereits in seiner später viel gelesenen Dissertation analysierte, den sogenannten „Griechenstreit“, der den Klassizismus revolutionierte, oder die Frage, wie die erfundene Wirklichkeit in der Literatur ins Leben zurückstrahlt. Er führt literarische Strömungen, wie sie sich quer über Europa entwickelt und ausgebreitet haben, zusammen, schreibt über Daniel Defoe, der bereits an den Grundfesten monarchistischer Prinzipien rüttelte und als früher Aufklärer galt, natürlich über Jean Paul, zu dessen Verständnis Miller maßgeblich durch seine zehnbändige Ausgabe zusammen mit Walter Höllerer beigetragen hatte, über das Paradox des Romanciers, der keine Romane schreiben wollte, und über vieles mehr. Auch dem vielfach variierten Motiv der zweigesichtigen Figur des „Dr. Jekyll“, der auch „Mr. Hyde“ ist, widmet das Buch ein Kapitel. Norbert Miller hatte sich, als seine Kollegen noch die Horrorliteratur als trivial abtaten, literaturwissenschaftlich ausgiebig akademisch damit beschäftigt. Schon die Umschlaggestaltung, der „Hexensabbat“, den Eugène Delacroix Mitte des 19. Jahrhunderts malte, zeigt Geheimnisvolles, Spannendes, Unkonventionelles an. Unterhaltsam und lehrreich illustrieren selten gesehene zeitgenössische Abbildungen und Holzschnitte das Buch, für die Kunstmuseen und Universitätsbibliotheken ihre Archive geöffnet haben. Ein Vorwort von Michael Krüger, seinem langjährigen Verleger und Freund, sowie eine ausführliche Bibliografie von Millers Werk rahmen den Band ein. Er entstand mit Unterstützung der TU Berlin, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie von privater Seite. Besonders engagiert hatte sich auch TU-Alt-Präsident Kurt Kutzler.

Markus Bernauer, Constanze Baum, Gesa Horstmann, Cornelia Ortlieb, Petra Plättner (Hrsg.): Norbert Miller. Paradox und Wunderschachtel. Essays. Wallstein Verlag, Göttingen 2012. 24,– €

Patricia Pätzold / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Fremde in Berlins Museen

Lupe

„Die Berliner Museumsinsel. Impressionen internationaler Besucher (1830–1990)“ ist ein Novum. Erstmals geben Reiseberichte, Tagebucheinträge, Briefe, Artikel und autobiografische Skizzen von ausländischen Wissenschaftlern, Literaten, Künstlern, Journalisten und ganz normalen Reisenden Auskunft, wie Berlins Museen und deren Sammlungen wahrgenommen wurden. Die einen schwärmten von den großartigen Bauten auf der Museumsinsel, die anderen bescheinigten nach dem Besuch des „Königlichen Museums“ (heute Altes Museum) dem Erbauer Schinkel „tiefe Unkenntnis der elementaren Regeln der Architektur“. Für die TU-Professorin und Mitherausgeberin Bénédicte Savoy verdeutlicht die Anthologie, mit welcher „Ernsthaftigkeit und Tiefe sich im Ausland seit beinahe 200 Jahren mit der Museumsinsel befasst worden ist“ und welche Impulse von den Berliner Museen für die europäische Museumskultur ausgingen. Reich illustriert mit zum Teil unbekannten Fotos ist das Buch eine hochvergnügliche Reise durch die Berliner Museumsgeschichte.

Bénédicte Savoy, Philippa Sissis (Hrsg.): Die Berliner Museumsinsel. Impressionen internationaler Besucher 1830–1990. Eine Anthologie. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar. 29,90 €

sn / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Zickenkrieg im Internet

Wer Spaß an Spitzfindigkeiten in der Sprache hat, wird immer wieder bei Dagmar Schmauks fündig, apl. Semiotik-Professorin der TU Berlin. Ihr Zeitschriftenartikel „Zickenkrieg und Hengstparade“ ist jetzt auch als PDF erhältlich. Wenn Menschen einander beschimpfen, verwenden sie häufig Tiernamen. Die Spannweite reicht von liebevoller Schelte wie „Ferkelchen“ bis zu drastischer Kritik wie „Kanalratte“. Dagmar Schmauks hat geschlechtsspezifische Schimpfwörter untersucht, die man entweder für Frauen oder für Männer benutzt. Ergiebige Quellen sind Boulevardpresse, Fernsehen und Internet, wo Ausdrücke wie „Zickenkrieg“ und „Hengstparade“, „blöde Kuh“ und „geiler Bock“, „stutenbissig“ und „bullig“ oft und gerne verwendet werden.

Dagmar Schmauks: Zickenkrieg und Hengstparade. Tiernamen als geschlechtsbezogene Schimpfwörter in den Boulevardmedien und im Internet. Kodikas Code – Ars Semeiotica, Bd. 3–4. Gunter Narr Verlag 2009

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Architekturgeschichte des Bades

Lupe

Mit der Aufklärung kam ein neuer Bautypus: das Badehaus. Erstmals werden in dem Band „BALNEA“ wichtige Stationen der Bäderarchitektur des 17. bis frühen 20. Jahrhunderts dargestellt. Für die gewandelte Vorstellung von Hygiene und eine bewusstere Körperkultur entwarf man Bauten, in denen das Baden zelebriert wurde. Badeschiffe, Seebäder und öffentliche Wasch- und Badeanstalten ermöglichten es den Architekten, neue Raum- und Bautypen auszubilden.

Susanne Grötz, Ursula Quecke (Hrsg.): BALNEA. Architekturgeschichte des Bades. Jonas Verlag, Marburg. 29,– €

sn / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Muttertag, Haushalt und Technik

Lupe

Um Geschlechtergeschichte zu schreiben, braucht man eine kritische Distanz zu vielen historischen Erzählweisen, Begriffen und Theorien, die lange Zeit als selbstverständlich hingenommen wurden. Diese Anforderungen, so die einhellige Kritik, erfüllt Karin Hausen meisterhaft. In ihrem neuen Buch hat die Autorin eigene Aufsätze aus früheren Jahren wie aktuelle Analysen zusammengestellt, die Programm und Methode der Geschlechtergeschichte verdeutlichen. Dabei stellt sie neue Forschungsergebnisse vor. Diese klären unter anderem, wie und warum erwünschte Geschlechternormen als kulturelle Werte in Gesellschaften formuliert und verallgemeinert werden. In Kapiteln wie „Haushalt und Technik“, „Arbeiten und Wirtschaften“, „Muttertag, Volkstrauertag und andere Antworten auf den Ersten Weltkrieg“ diskutiert sie diese Normen und fragt, was mit der angeblich von Gott oder der Natur den Frauen zugedachten Hausarbeit geschieht, wenn sie in das von kapitalistischer Industrialisierung, Urbanisierung und wohlfahrtsstaatlicher Flankierung gestaltete Umfeld eingeordnet ist. Das umfangreiche Buch, 394 Seiten, enthält außerdem 13 Tabellen, die übersichtlich Aufschluss über langjährige Entwicklungen in der Frauen- und Geschlechtergeschichte geben. Prof. Dr. Karin Hausen ist Historikerin und war Gründerin und bis 2003 Leiterin des Zentrums für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung an der TU Berlin. Sie war Mitherausgeberin der Publikationsreihe „Geschichte und Geschlechter“ und ist es seit 1996 bei „L’Homme. Zeitschrift für feministische Geschichtswissenschaft“.

Karin Hausen: Geschlechtergeschichte als Gesellschaftsgeschichte. Reihe Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft (Bd. 2). Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 2012. 64,95 €

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Die Philosophie von Sanssouci

Lupe

In „Tod, Glück und Ruhm in Sanssouci“ entschlüsseln TU-Professor Adrian von Buttlar und Marcus Köhler die tiefere Bedeutung der Gartenanlage. Ausgehend von der These, dass Friedrich II. in Sanssouci durch mythologische Repräsentationen, allegorische Bilder und emblematische Hinweise seine persönlichen Vorstellungen von Tod, Glück und Ruhm inszenierte, zeigen sie, wie sich seine Geistes-, Ideen- und Seelenwelt in der Konzeption des Gartens spiegelt.

Adrian von Buttlar, Marcus Köhler: Tod, Glück und Ruhm in Sanssouci. Ein Führer durch die Gartenwelt Friedrichs des Großen. Hatje Cantz Verlag. 16,90 €

sn / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Muslimangst und Demokratie

Lupe

Die Gedankenwelt der Islamgegner steht im Zentrum des Buches „Die Feinde aus dem Morgenland“ von TU-Professor em. Wolfgang Benz. „Minderheiten werden dann in Anspruch genommen, wenn die Mehrheit irgendwelche ,Anderen‘, die als ,Fremde‘ definiert werden, als Schuldige braucht“, schreibt er und umreißt damit die Mechanismen der Ausgrenzung. In der Stigmatisierung der Muslime sieht er eine Gefahr für die Demokratie.

Wolfgang Benz: Die Feinde aus dem Morgenland. Wie die Angst vor den Muslimen unsere Demokratie gefährdet. C. H. Beck, München. 12,95 €

sn / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Freundschaft im KZ

Lupe

Zimmer 28 des Mädchenheims in Theresienstadt: 30 Quadratmeter mit dreistöckigen Pritschen, auf denen 30 Mädchen im Alter von zwölf bis 14 Jahren lebten. Die „Mädchen von Zimmer 28“ organisierten sich im Grauen des KZs zusammen mit ihren Erzieherinnen. 15 von insgesamt 60 Mädchen überlebten, schrieben Briefe und Tagebücher, trafen sich wieder und berichten heute teils als Zeitzeuginnen von ihren Erlebnissen, vom Auseinandergerissenwerden durch die Transporte ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, aber auch von der Kraft von Freundschaft und Gemeinschaft in einer unmenschlichen Zeit. Sie erhielten heimlich Unterricht von ebenfalls inhaftierten Lehrerinnen, die ihnen humanistische Werte vermittelten und sie so vor der „Entwertung des Guten“ bewahrten, und spielten sogar in der Kinderoper Brúndibar mit. Die deutsche Journalistin Hannelore Brenner-Wonschik machte ihr Schicksal hierzulande bekannt und schrieb ein Buch mit vielen ergreifenden Dokumenten. Im Sommer 2012 organisierte der TU-AStA eine Ausstellung, in der ein Nachbau des Zimmers 28 gezeigt wurde, sowie eine Lesung mit der Überlebenden Helga Pollak-Kinsky.

Hannelore Brenner-Wonschik: Die Mädchen von Zimmer 28. Droemer Verlag 2004/2008. 18,– € www.room28projects.com

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Korsett und Ingenieur

Ein Luxusartikel wird zur Massenware, ein Harnisch zur zweiten Haut: Die Geschichte des Korsetts ist eine Geschichte technischer Innovationen. In „figur in form“ beschreibt Josephine Barbe anhand der Konstruktion, des Materials und der Tragequalität des Korsetts und von deren Veränderungen, wie Moden den Erfindergeist beflügelten und umgekehrt, technische Errungenschaften den Kleidungsstil der Frau modellierten. Eine solche Errungenschaft war die Erfindung des Gummis durch Charles Goodyear.

Josephine Barbe: figur in form. Haupt Verlag, Bern. 34,– €

sn / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Architektur neu gesehen

Lupe

Mit seinem Buch will der Architekturhistoriker Roman Hillmann einen unverstellten Blick auf die Architektur der deutschen Nachkriegszeit werfen, auf deren Qualitäten, Bezüge und Zwänge. Viele Architekten verpönten diese Zeit als die Jagd nach der Rasterarchitektur. Hillmann versucht nun, anhand der Debatten zur Architektur der Moderne seit der Jahrhundertwende und anhand eines Überblicks über die wichtigsten mit dieser Architektur verknüpften Themen übergreifende Aspekte zu verdeutlichen und damit diese Baukunst zu rehabilitieren. Detailliert analysiert er dafür die Entstehung und Ästhetik von sechs Verwaltungsbauten aus fünf Großstädten.

Roman Hillmann: Die Erste Nachkriegsmoderne. Ästhetik und Wahrnehmung der westdeutschen Architektur 1945–63. Imhof Verlag, Petersberg 2011. 39,95 €

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Feuer und Flamme für Lokomotiven

Lupe

August Borsig: Bis heute steht dieser Name für eine der spektakulärsten Unternehmerkarrieren des 19. Jahrhunderts und ist zugleich Synonym für den Lokomotivbau in Preußen. In diesem Jahr feierte die Borsig GmbH ihr 175-jähriges Firmenjubiläum. Gründervater Borsig hatte im legendären Berliner Gewerbeinstitut, einer Vorgängerinstitution der TU Berlin, geleitet von Peter Christian Beuth, erstes handwerkliches und baumeisterliches Wissen erworben. Wie es August Borsig danach gelang, mit Eifer, Ehrgeiz und Besessenheit, aber auch mit Mut, Talent und Erfindergeist einer der größten Lokomotivenbauer Europas zu werden, schildert der Berliner Autor Horst Bosetzky in einem biografischen Roman, der weit mehr ist als die Geschichte einer beispiellosen Fabrikantenkarriere. Es ist ein Panorama der geistigen und politischen Entwicklung Preußens und Deutschlands in den Zeiten des Vormärz und der industriellen Revolution. Mit „Der König vom Feuerland“ lässt der Bestsellerautor eine vergangene Epoche Berlins lebendig werden.

Horst Bosetzky: Der König vom Feuerland. August Borsigs Aufstieg in Berlin. Jaron-Verlag 2012. 19,95 €

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

Abenteuer in Afrikas Wüsten

Lupe

„Notlandung im alten Camp“, „Ausgeplündert, der Fluch des Tuareg“ oder „Die Entführungen am Gebel Auenat“ heißen drei von 25 Kapiteln, in denen Eberhard Klitzsch von Abenteuern vor allem in Afrika erzählt, die er im Dienste der Wissenschaft bestanden hat. Mit der ebenso vergnüglichen wie lehrreichen Lektüre des 101 Seiten starken Bändchens erfährt der Leser einmal mehr, dass Wissenschaft spannend ist in allen Lebenslagen und allemal über das Forschen in Labor und Bibliothek hinausgeht. Der ehemalige TU-Geologe leitete 15 Jahre lang den Sonderforschungsbereich 69 (Geowissenschaftliche Probleme in ariden und semiariden Gebieten).

Eberhard Klitzsch: Geologie ist nichts für Feiglinge. Vierzig Jahre Libyen, Ägypten, Sudan und einige andere abenteuerliche Länder. Selbstverlag 2012. 16,80 €

pp / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2012

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