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Menschen

Wo Stahlzylinder auf Kante liegen

Donnerstag, 18. Februar 2016

Wir sind TU Berlin: Ehrung 2015

Aus dem Labor für Maschinensysteme hat Axel Grimm eine perfekt organisierte Werkstatt geformt

Axel Grimm
Lupe

Axel Grimm empfängt seinen Besuch mit weißem Porzellan und Kuchen auf einer derben, blank gehobelten Werkzeugbank. Das hat Stil, und es ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was der Gast in den nächsten zwei Stunden zu sehen bekommen wird. Nämlich eine Werkstatt, die nicht etwa vor Schmiere trieft, sondern blitzsauber und perfekt organisiert ist und wo Stähle und Werkzeuge sozusagen auf Kante liegen. Und da sie auch noch 110 Meter lang und lichtdurchflutet ist, könnte die Halle der perfekte Laufsteg für die nächste Fashion Week sein. Die Werkstatt, die offiziell Labor für Maschinensysteme heißt, besteht seit 2008. An ihrem Aufbau hat Axel Grimm großen Anteil. Nicht nur, dass er mit dem Architekten eng zusammenarbeitete und so Einfluss nehmen konnte auf die bauliche Gestaltung. Er hat mit seiner freundlich-zupackenden Art viel dafür getan, dass aus den Werkstätten dreier Fachgebiete, die hier zusammengeführt wurden, eine wurde, in der man kräftezehrende Animositäten nicht kennt.

Das Labor, das der 52-Jährige seit 2008 auch leitet, ist das Experimentierfeld unter anderem der drei Fachgebiete „Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik“ von Prof. Dr.-Ing. Dietmar Göhlich, „Konstruktion und Produktzuverlässigkeit“ von Prof. Dr.-Ing. Robert Liebich und „Konstruktion von Maschinensystemen“ von Prof. Dr.-Ing. Henning Jürgen Meyer. Hier stehen die Prüfstände, die die drei Wissenschaftler für ihre Versuchsreihen benötigen und die von Axel Grimm und seinen sechs Mitarbeitern zum Teil auch gebaut werden: Sei es die Hydropulsanlage, mit der unterschiedliche Fahrbahnuntergründe von Traktoren simuliert werden können, sei es die Wechselvorrichtung der Schwungmassen für Bremsprüfstände oder der Unwuchtprüfstand. Und hier haben der gelernte Werkzeugmacher und sein Team auch „Infinitus“ gefertigt und montiert, worauf er stolz ist. Denn Infinitus“ ist die weltweit größte Druck- und Ausrichtanlage für Baumwolltextilien und wurde von Henning Jürgen Meyer zusammen mit der Firma Big Image Systems entwickelt.

Das Projekt „Infinitus“ steht exemplarisch für die reibungslose Zusammenarbeit zwischen den drei Fachgebieten und Axel Grimms Werkstatt. Vor ihm sind alle gleich. Das wissen die Mitarbeiter der drei Lehrstühle zu schätzen und nominierten ihn auch deshalb für die Auszeichnung „Wir sind TU Berlin“. 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterschrieben den Vorschlag.

Und sie schätzen seine Professionalität, die sich nicht nur in jener atemberaubenden Ordnung widerspiegelt – jede Schraube, jeder Stahlzylinder ist beschriftet – und die nur einem Zweck dient – effizient arbeiten zu können. Sie zeigt sich auch in seinem bedachten Umgang mit dem ihm zur Verfügung stehenden Geld. Aber Selbstzweck ist diese Sorgsamkeit auch in diesem Fall nicht, sondern sie verfolgt das Ziel, eine modern ausgerüstete Werkstatt zu haben. „Ich muss innovative Forschung mit ermöglichen. Ein musealer Maschinenpark an einer Universität geht nicht“, so Grimm. Deshalb kaufte er unter anderem eine CNC-Fräse. „Den Zeitaufwand für das Fräsen komplizierter geometrischer Formen wie des Flügels einer Turbine, der in einem Sonderforschungsbereich gebraucht wurde, oder eines Getriebegehäuses aus dem Vollen mit mechanischen Maschinen konnte ich nicht mehr länger verantworten.“

Am Ende des Rundgangs durch die Werkstatt stehen wir in seinem Büro. Dort fällt ein Fotoband mit schönen Aufnahmen alter mechanischer Werkzeugmaschinen auf. Er will einige der Fotos vergrößern, rahmen und an den weißen Wänden der Gänge aufhängen. „Das hier ist unser Arbeitsplatz. Da soll es auch schön sein“, sagt Grimm.

Sybille Nitsche "TU intern" Februar 2016

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