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TU Berlin

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Lehre & Studium

Ready for departure – fertig zum Abflug

Donnerstag, 16. April 2015

Im Air-Traffic- Management-Labor der TU Berlin werden Flugzeugführung, Flughafenmanagement, Flugbetrieb und Luftraumüberwachung gelehrt

Oliver Lehmann, Experte für Flugführung und Luftverkehr, leitet das Simulationslabor
Lupe
Christian Lehnert und Tamara Eißele studieren Verkehrswesen – und lernen im Flugraum-Simulationslabor die Perspektive der Piloten kennen
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Die 25-jährige Tamara Eißele sieht noch Papiere mit der Aufgabenstellung für diesen Job durch, berechnet die voraussichtliche Flugzeit, den benötigten Treibstoff und zu erwartende Wetterturbulenzen, um den Autopiloten zu instruieren. Ihr Kopilot Christian Lehnert, 24, nimmt bereits über den Kopfhörer letzte Anweisungen vom Tower entgegen, greift zum Schalter am Glareshield und beginnt mit dem Ausparken – mit dem „Pushback“ wie die Piloten sagen. Sie sitzen im Cockpit eines Airbus A 320 und fliegen das Passagierflugzeug von Berlin nach Nürnberg.

Tamara und Christian studieren im Master-Studiengang Verkehrswesen. Der Airbus, den sie steuern, ist ein Flieger von 20 aus der Flotte der TU Berlin, der Tower steht in einem Labor am Institut für Luft- und Raumfahrt, und das Cockpit ist eines von sieben, die im neuen ATM-Labor (Air-Traffic-Management-Labor) der Universität installiert sind. Sie gehören zum Flugraumsimulator, der 2012 am Institut für Luft- und Raumfahrt der TU Berlin in den Dienst gestellt wurde. Prof. Dr.-Ing. Oliver Lehmann, Fachgebiet Flugführung und Luftverkehr, leitet diesen im deutschen Hochschulraum einzigartigen Simulator. Nur am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gibt es einen ähnlichen. „Mit der Echtzeitsimulationsumgebung des Labors, die den gesamten Luftraum simuliert – Cockpits, Flugverkehr am Boden und in der Luft, Flughäfen und Kontrollstationen –, haben wir die einzigartige Möglichkeit, den angehenden Ingenieuren der Luft- und Raumfahrt und des Verkehrswesens die ganze Komplexität des Luftverkehrs darzustellen“, erklärt Oliver Lehmann. „Sie lernen, wie Piloten und Lotsen arbeiten. Gleichzeitig erfahren sie in der Praxis, wie die von Ingenieuren entwickelten Managementsysteme im gesamten Flugbetrieb zur Anwendung kommen: die Optimierung von Raumnutzung, Zeit- und Ablaufplänen an Flughäfen, Umwelteffizienz, Unfallsicherheit, Flugüberwachung und vieles andere mehr.“ In dem Labor können vollständige Flüge in Echtzeit durchgeführt werden. Alle Teilnehmer bewegen sich mit ihrem Flugzeug in einer Simulationsumgebung. Sie kommunizieren über Funk miteinander und mit den beiden Fluglotsen im Tower. Eingerichtet wurde das Labor mit sieben Airbus-A-320-Cockpits, Radar, Tower, Lotsenposition und zwei realistisch simulierten Flughäfen aus dem Budget der Fakultät zur Förderung von technischer Infrastruktur – und vor allem mit „Manpower“. Viele Wochen, Tage und Stunden haben vor allem Ferdinand Behrend und Bastian Göbel, wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut, in die Konfigurierung investiert. Ferdinand Behrend hat selbst mehrere Jahre als Fluglotse gearbeitet. „Die Simulation des gesamten Ablaufs ist absolut realistisch. Selbst ich vergesse während eines Fluges, den ich als Fluglotse begleite, schon mal, dass wir uns nicht wirklich auf dem Flughafen befinden“, lacht er und erläutert die Idee, die er wesentlich mit aus der Taufe gehoben hat. „Für die Studierenden ist das auf jeden Fall ein großer Mehrwert. Sie bekommen ein ganz anderes Gefühl dafür, wie ihre theoretischen Kenntnisse in der Praxis umgesetzt werden.“ Er schaut dabei von seinem erhöhten Lotsensitz auf den Großbildschirm, der ihm ein Bild bietet, als wenn er durch das Fenster im Tower auf den Flughafen Tegel blickte. Er sieht, wie Tamara und Christian ihre Air-France-Maschine ausparken, und gibt Anweisungen an die Air Berlin am Nachbar-Gate, in Warteposition zu bleiben. Deren Piloten sitzen in Wirklichkeit in der Cockpit-Kabine neben Tamara und Christian.

„In vielen Gesprächen mit Industriepartnern wurde beklagt, dass die jungen Ingenieure zwar exzellent ausgebildet seien, ihnen aber dennoch häufig der Gesamtüberblick fehle, gerade bei der Konzeptionierung“, erzählt Oliver Lehmann. „Diesen durch die Arbeit im ATM-Labor jetzt bieten zu können soll unser Master-Studium der Luft- und Raumfahrt an der TU Berlin künftig besonders auszeichnen.“ Inzwischen ist etwa eine Stunde vergangen. Christian und Tamara haben wieder Kontakt mit dem Tower aufgenommen, leiten den Landeanflug auf Nürnberg ein und warten auf das Kommando: „Runway cleared to land“.

www.tu-berlin.de/?id=62145

Patricia Pätzold "TU intern" April 2015

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