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TU Berlin

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Vermischtes

Bücher für den Gabentisch

Freitag, 12. Dezember 2014

Lesetipps aus der TU Berlin

Lupe

Spannende Mathe-Krimis

Wenn es so richtig schön spannend wird, wenn man mitfiebert, ob und wie der gerissene Täter gefasst wird, aus welchem Grund ein Verbrechen begangen wurde, wie schlau der Kommissar ist, dann ist Krimizeit. Wenn die Geschichte so richtig logisch durchgeplant und bis zum Schluss kniffelig ist, dann hat das alles mit Mathematik zu tun. Diesen Gedanken hat das Forschungszentrum Matheon aufgegriffen und im Frühjahr 2013 den Wettbewerb „Unberechenbar“ ausgeschrieben. Gesucht wurden die besten mathematischen Kurzkrimis. Tatsächlich folgten insgesamt 136 Autorinnen und Autoren aus dem gesamten deutschsprachigen Raum diesem Aufruf und schickten ihre Storys. Die von einer Jury ausgewählten 29 besten Krimis sind nun als Buch unter dem Titel „Unberechenbar“ im Westkreuz Verlag zum Preis von 14,90 Euro erscheinen. So spannend kann Mathematik sein!

Kristine Al Zouka, Rudolf Kellerman: Unberechenbar, Mathematische Kriminalgeschichten, Westkreuzverlag 2014, 14,90 Euro

 

Peter Behrens, Vater der Moderne

Peter Behrens (1868–1940) galt als große Vaterfigur der Moderne: der Architekt der vorletzten Jahrhundertwende war gleichzeitig Maler, Designer und Typograf. Einige der bedeutendsten Architekten wie Mies van der Rohe, Le Corbusier und Gropius waren seine Schüler und arbeiteten zeitweise in seinem Büro. Er interessierte sich sehr für die Zusammenführung von Kunst und Technik, erbaute unter anderem die AEG-Turbinenhalle in Berlin-Moabit (1908–09), die NAG-Fabrik in Berlin-Oberschöneweide (1915–17) und die Zinshäuser für AEG-Arbeiter in Hennigsdorf (1910–11). Die für AEG konzipierte und errichtete Montagehalle für Großmaschinen von den Ausmaßen eines Fußballfeldes steht seit 1986 unter Denkmalschutz. Die große umgebaute Halle nutzt seit Juli 2003 das TU-Institut für Bauingenieurwesen. Die TU Berlin hat der Halle zur Ehre des Erbauers seinen Namen gegeben: „Peter-Behrens-Halle“. In einem Bildband dokumentiert der Berliner Architekt und Fotograf Carsten Krohn auf eindrucksvolle Weise das gesamte gebaute Werk von Peter Behrens in historischen und zeitgenössischen Fotos.

Carsten Krohn: Peter Behrens. Architektur, Weimarer Verlagsgesellschaft 2013, 54,– Euro *

 

Kommunikation und Atmosphäre

Die Gesellschaft beansprucht zunehmend Teilhabe an der Gestaltung der gebauten Umwelt. Ohne Partizipation der Bürgerinnen und Bürger ist kaum noch ein größeres Bauprojekt durchsetzbar. Das Wissen der Nutzer über den Gebrauch und das Erleben von Räumen für Architekten ist sogar ein wertvolles Werkzeug im Entwurfsprozess. Dieser Band zeigt anhand einer im Praxistest entwickelten Methode, wie erfolgreiche Partizipation aussehen kann. Beispielhaft sind realisierte Projekte der „Baupiloten“ an der TU Berlin dargestellt. Methodisch steht Kommunikation über und durch Atmosphären dabei im Mittelpunkt. Der Band richtet sich nicht nur an Architekten und Architekturvermittler, sondern auch an Kommunen, Verwaltungen und insbesondere an die Nutzerinnen und Nutzer von Stadt und Architektur. Auch in Englisch erhältlich.

Susanne Hofmann: Partizipation macht Architektur, mit ca. 200 farb. und 25 s/w Abbildungen, JOVIS Verlag 2014, 29,80 Euro *

 

Für ein besseres Wir

Nachdem die TU-Studierenden Ninon Demuth und Gerrit Kürschner mit weiteren Berliner Studierenden bereits im letzten Jahr ihr erstes Kochbuch zum Projekt „Über den Tellerrand kochen“ vorgestellt haben – mit dem sie auch im Wettbewerb „go for social!“ erfolgreich waren –, folgt in diesem Jahr bereits das nächste Buch, finanziert aus „Crowdfunding“-Mitteln. Wie auch der erste Band soll dieses Kochbuch mehr als eine gewöhnliche Sammlung internationaler Originalrezepte sein. Es sammelt auch Erfahrungen von Menschen, die in Deutschland ein Zuhause suchen, es ist eine Geschichte von Leuten, die ihre Mitmenschen willkommen heißen, es dokumentiert Begegnungen zwischen unterschiedlichen Kulturen. Die Köche und Köchinnen in diesem Buch sind als Flüchtlinge oder Asylsuchende nach Deutschland gekommen, um hier ein neues Zuhause zu finden. Sie bringen nicht nur außergewöhnliche Köstlichkeiten aus aller Welt, sondern auch viele spannende Geschichten über ihre Heimat und ihre Kultur mit, die sie in diesem Kochbuch mitteilen.

Rezepte für ein besseres Wir. Koch mit uns über den Tellerrand, Pearl Verlag 12/2014, 19,99 Euro

www.startnext.de/tellerrand

http://ueberdentellerrandkochen.de

 

Was die Welt zusammenhält

Allen Menschen ab zwölf Jahren versucht der ehemalige TU-Physikprofessor Siegfried Hess zu erklären, was die Welt im Innersten zusammenhält und was die Physik damit zu tun hat. Er teilt dafür unter anderem die Mechanik in

eine himmlische, eine irdische und eine höllische Mechanik ein. Die himmlische Mechanik erklärt die Bewegung der Erde um die Sonne und die des Mondes um die Erde. Die irdische beschäftigt sich mit der Mechanik auf der Erde zum Beispiel mit Rädern, Hebeln, dem Fliegen oder Reibung und Bewegungen, und die höllische Mechanik schließlich behandelt den Flug und die Wirkung von Kanonenkugeln und anderen Geschossen. Forscher und Entdecker werden vorgestellt und versuchen so den jungen Leserinnen und Lesern das Gebiet der Quantenmechanik nahezubringen. Zur Auflockerung sind Spiele und Fantasiegeschichten eingestreut.

Siegfried Hess: Opa was macht ein Physiker? Physik für Jung und Alt, Wiley-VCH Verlag, 2014, Reihe „Erlebnis Wissenschaft“, 24,90 Euro *

 

Berliner Physik-Geschichte(n)

Auf eine faszinierende Zeitreise durch die Physik in Berlin – Orte, Sehenswürdigkeiten, Menschen, Geschichten mit physikalischem Touch aus mehreren Jahrhunderten – nimmt Iris Grötschel die Leserinnen und Leser mit: Gustav Magnus richtete in seinem Haus ein physikalisches Labor ein. Werner von Siemens erwarb dort Kenntnisse, die einen großen Elektrokonzern hervorbrachten, und förderte die experimentelle Forschung als Mitgründer der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. Ihr Freund Hermann von Helmholtz organisierte den Neubau eines physikalischen Instituts dieser Universität. Max Planck entdeckte in Berlin die Quantentheorie und holte Albert Einstein in die Stadt, der hier die allgemeine Relativitätstheorie entwickelte. Mit seinem Weggang begann die „Zerstörung der Vielfalt“, in deren Verlauf auch Lise Meitner, die erste Physikprofessorin Deutschlands, emigrieren musste. Diese Geschichten und viele mehr sind anschaulich in Wort und Bild nachzuverfolgen. Das Buch zeigt aber ebenfalls, dass nach Teilung und Wiedervereinigung Berlin heute wieder mit vielen hervorragenden physikalischen Ein richtungen glänzt. Dazu gehören natürlich auch das Heinrich-Hertz-Institut sowie die Institute der TU Berlin.

Iris Grötschel: Das physikalische Berlin. Eine Reise durch Raum und Zeit, Berlin Story Verlag 2013, 19,80 Euro *

 

Vom Faustkeil zur Handgranate

Als die Bilder laufen lernten, hinterließen sie leere Museen. Das damals neue Medium Film elektrisierte seit 1895 die Menschen. Die „Tempel der Kunst“ – sie langweilten. Vor diesem Problem standen auch die Berliner Museen Anfang des 20. Jahrhunderts. Um der Museumsverdrossenheit etwas entgegenzusetzen, versuchten sie, den Film in ihre Dienste zu stellen. Es war die Geburtsstunde zahlreicher Dokumentarfilme über die Berliner Museen und damit einer neuen Gattung – des Museumsfilms. „Diese Filme waren weltweit die ersten ihrer Art, aber sie sind so gut wie vergessen“, sagt Prof. Dr. Bénédicte Savoy, Kunsthistorikerin an der TU Berlin, die sich in ihrem Buch „Vom Faustkeil zur Handgranate. Filmpropaganda für die Berliner Museen 1934–1939“ diesem vollkommen vergessenen Aspekt Berliner Museumsgeschichte widmete. In ihrer Studie listet Savoy auf, welche Filme entstanden, beschreibt, was sie zeigen, untersucht, welches Anliegen sie verfolgten und welche brisanten ästhetischen Fragen sie in der Fachwelt auslösten. Begonnen hatte die Geschichte der Museumsfilme 1919. Der Kunsthistoriker Hans Cürlis hatte sich mit der Idee, Plastiken filmisch in Szene zu setzen, an das Völkerkundemuseum gewandt. Neun Stummfilme entstanden, in denen etwa 50 Skulpturen gezeigt wurden. Ausfindig machen konnte Savoy die Filme allerdings nicht.

Bénédicte Savoy: „Vom Faustkeil zur Handgranate“. Filmpropaganda für die Berliner Museen 1934–1939, Böhlau Verlag 2014, 24,90 Euro

 

Von der Agrar- zur Industriegesellschaft

Weit mehr als eine Doppelbiografie der beiden vielleicht bekanntesten deutschen Technikwissenschaftler und Maschinenbauprofessoren des 20. Jahrhunderts Franz Reuleaux und Alois Riedler hat Wolfgang König vorgelegt, ehemaliger Professor der Technikgeschichte an der TU Berlin: ein Gesellschaftsbild rund um die industrielle Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert. Reuleaux und Riedler waren wichtige Protagonisten im „Zeitalter der Technik“, das im 19. Jahrhundert begann, im Zeitalter der „Industri ellen Revolution“, in der die Landwirtschaft zugunsten des Gewerbes an Bedeutung verlor, die handwerkliche Fertigung nach und nach durch die maschinelle Produktion, durch das Fabriksystem ersetzt wurde, in der die jahrtausendealte Agrargesellschaft sich zur Industriegesellschaft wandelte. Der Ingenieurberuf gewann an Relevanz, wurde zur Wissenschaft, die technischen Hochschulen emanzipierten sich gegenüber den Universitäten. Mitten in dieser Entwicklung führten die streitbaren Persönlichkeiten Reuleaux und Riedler heftige Auseinandersetzungen mit Industrie und Gesellschaft. Kapitalistische Industrialisierung und Rationalisierung waren Themen, Massenproduktion und Qualitätsarbeit, Patentrecht, die Stellung des Ingenieurs in der Gesellschaft und vieles andere mehr.

Wolfgang König: Der Gelehrte und der Manager.Franz Reuleaux (1829–1905) und Alois Riedler (1850–1936) in Technik, Wissenschaft und Gesellschaft, Franz Steiner Verlag 2014, 59,– Euro *

 

Hotel Hades

Wer die Graphic Novels von TU-Alumna Katharina Greve kennt, der darf sich auf schwarzen Humor freuen – so auch in dem dritten Band„Hotel Hades“. Gleich zu Beginn zappt sich Gott durch die Pornokanäle und überlegt, ob 3-D für diese Belange nicht besser wäre. Aber nicht nur Gott bekommt einiges ab, auch die Götter vor ihm – Odin, Osiris und Quetzalcoatl, denn sie machen Versprechungen, die sie dann nicht einhalten – keine Auferstehung, kein Nirwana. Doch der Reihe nach: In „Hotel Hades“ treten die Schriftstellerin Martha, ihr jüngerer Lover Florian und der Imbissbudenbesitzer Peter die Reise in den Hades an, nachdem sie in Berlin vor Peters Imbissbude erschossen worden sind. Beim Eintritt in das Totenreich setzt sich der irdische Irrsinn fort. Denn nur Auserwählte wie Gandhi und Mao dürfen ins paradiesische Elysion. Die meisten – wie auf Erden auch – müssen mit der grauen Asphodelos-Ebene klarkommen, wo Bürokratie und Effizienzwahn herrschen. Absurder ist es nur im Tartaros. Aus Spargründen steht Sisyphos kein Berg, sondern nur noch ein kurzes Laufband zur Verfügung, um den Stein nach oben zu wuchten. Greve zeichnet mit viel Sympathie ein abgründiges Bild des irdischen Daseins, das nach dem Tod leider kein Ende, sondern im Totenreich seine Fortsetzung findet.

Katharina Greve: Hotel Hades. Ein Comic, Egmont Graphic Novel 2014, 19,99 Euro

 

Die unerwünschte Minderheit

Von allen Minderheitsgruppen wird den Sinti und Roma die geringste Sympathie entgegengebracht. Seit jeher erfuhren sie Diskriminierung und Verfolgung. Im „Dritten Reich“ gipfelten diese im Völkermord, den die Mehrheitsgesellschaft vergessen oder nie wahrgenommen hat. Die Ausgrenzung der Sinti und Roma dauerte auch nach 1945 an: Tradierte Vorurteile sind weiter wirksam und richten sich heute gegen zuwandernde Roma aus Südosteuropa, die als Gefahr für Gesellschaft, Sozialsystem und Arbeitsmarkt empfunden werden. Überlieferte Ängste vor der angeblich wesenseigenen Kriminalität, vor Gewohnheiten und Gebräuchen stempeln die Migranten pauschal zu Asozialen und Betrügern. In seinem neuen Buch stellt Wolfgang Benz Ursachen und Wirkungen des medial und politisch instrumentalisierten Problems des Antiziganismus dar.

Wolfgang Benz: Sinti und Roma: Die unerwünschte Minderheit. Über das Vorurteil Antiziganismus, Metropol Verlag 2014, 22,– Euro

 

* bereits in der Universitätsbibliothek vorhanden

ehr "TU intern" Dezember 2014

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