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TU Berlin

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Forschung

Der Rhythmus der Stadt

Freitag, 12. Dezember 2014

Nach zehn Jahren richtet das Center for Metropolitan Studies seine Forschung neu aus mit dem Fokus auf den Faktor Zeit

Symbol großstädtischer Zeit: Weltzeituhr am Alexanderplatz
Lupe

Haben Städte eigene Zeiten und Rhythmen? Wie prägen Flexibilisierung und Beschleunigung den urbanen Alltag? Und welche Rolle spielt die Zeit in städtischen Krisen und Konflikten? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das von Professorin Dr. Dorothee Brantz geleitete Center for Metropolitan Studies (CMS) in den kommenden Jahren mit einem breiten Forschungsschwerpunkt zu „Metropolitan Temporalities“. Die Forscherinnen und Forscher betreten hier wissenschaftliches Neuland, denn Stadt und Urbanität werden bisher nahezu ausschließlich räumlich betrachtet. So haben auch die Forschungen des CMS in den letzten Jahren zwar das Verständnis von urbaner Segregation oder den Auswirkungen von Kolonialismus und Globalisierung auf städtische Räume entscheidend befördert. Zugleich zeigte sich aber immer deutlicher, dass die Prozesse technischer wie ökonomischer Beschleunigung, die vielfältigen Rhythmen städtischen Alltagslebens oder die Konflikte um die Regulierung und Standardisierung urbaner Zeitregime zwar ungemein wirkmächtig sind – genauer untersucht oder theoretisiert wurden sie allerdings bislang kaum. Dass dezidiert zeitliche und raumzeitliche Perspektiven auf urbane Phänomene jedoch sehr vielversprechend sind und der Fokus auf die temporale Struktur des Stadtlebens überraschende Einsichten bietet, zeigt sich beispielsweise in dem neuen Forschungsprojekt von Dorothee Brantz zu „Urban Seasons“. Entgegen der landläufigen Annahme einer zunehmenden Entkopplung des städtischen Alltags vom Rhythmus der Jahreszeiten kommt hier in den Blick, wie stark unter anderem Arbeit, Freizeit und Konsum auch in der Moderne durch saisonale Muster geprägt sind – von Energieverbrauch und Mobilität bis zu Tourismus und der Art der Nutzung des öffentlichen Raums.

Die Analyse urbaner Zeitlichkeiten bildet somit auch den Fokus der nächsten Phase des DFG-geförderten Internationalen Graduiertenkollegs „The World in the City: Metropolitanism and Globalization from the 19th Century to the Present“, das insgesamt neun Universitäten in Berlin, New York und Toronto verbindet. Zugleich stehen die Wechselbeziehungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft städtischer Lebenswelten im Zentrum der Lehre im Master-Studiengang „Historische Urbanistik“, der von Dr. Dagmar Thorau geleitet wird. In den kommenden Jahren soll dieser Fokus im Rahmen fakultätsübergreifender internationaler Kooperationen weiter ausgebaut werden.

Dies ist jedoch bei Weitem nicht das einzige Themenfeld, dem sich die Forscherinnen und Forscher des CMS, das in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte, aktuell widmen. Derzeit laufen Projekte zum Städtebau in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts, zur Infrastruktur des Urbanen in der Moderne, zu Smart Cities, postkolonialem Urbanismus, zu Fotografie und Stadt und vielem mehr.

Dr. Stefan Höhne, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am CMS / "TU intern" Dezember 2014

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