direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Marion Neiss (1953-2015)

Das Zentrum blieb ihre akademische Heimat

Lupe

Marion Neiss, Mitarbeiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, ist am 9. August 2015 nach längerer Krankheit gestorben. Sie hatte ihre Berufslaufbahn als Zahnarzthelferin in Wetzlar begonnen, erwarb in Berlin auf dem zweiten Bildungsweg 1978 die Mittlere Reife und 1981 das Abitur; sie studierte dann an der FU und TU Judaistik und Geschichte. Als Studentische Hilfskraft arbeitete sie nach einem Studienjahr an der Hebrew University Tel Aviv ab August 1987 am Zentrum für Antisemitismusforschung im Projekt "Wissenschaftstransfer durch Emigration".

Das Zentrum blieb ihre akademische Heimat. Schwerpunkte ihres wissenschaftlichen Interesses waren die Emigration aus NS-Deutschland und Fragestellungen wie "Bleiben oder weiterwandern? Ostjuden im Berlin der Weimarer Republik". Mit der Arbeit "Jüdische Friedhöfe und Leichenbegängnisse als Ziel antijüdischer und antisemitischer Agitation im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts" erwarb sie im Dezember 1992 den Titel Magistra artium. Einige Jahre später erfolgte die Promotion mit dem Thema "Jiddische Presse in Berlin 1919 bis 1925". Das Buch wurde zum Standardwerk.

Nach Tätigkeiten  als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum und beim Verein der Freunde und Förderer des Zentrums für Antisemitismusforschung übernahm Marion Neiss 2002 die Leitung der Bibliothek des Instituts. Sie entwickelte die weltweit renommierte Spezialsammlung zum Antisemitismus und verwandten Gebieten zum modernen Servicezentrum der Wissenschaft. Die idealen Eigenschaften der Bibliothekarin, wissenschaftliche Kompetenz, fachliches Know how, Zuwendung an Benutzer und Strenge im Umgang mit ihnen brachte sie mit oder erwarb sie mit der ihr eigenen Zielstrebigkeit, u.a. durch ein Praktikum im Verlag C.H. Beck.

Mit Souveränität und Sachkenntnis hat Marion Neiss die Exkursionen des Zentrums organisiert, nach Polen und in die Ukraine, nach Weißrussland, ins Baltikum, in die Tschechische Republik, nach Ungarn, in die Slowakei und zuletzt nach Armenien. Lange Jahre war sie Geschäftsführerin der Gesellschaft für Exilforschung. Marion Neiss hat trotz ausgefüllter Tage in der Bibliothek, bei der Vorbereitung von und der Mitwirkung an den Veranstaltungen des Zentrums Aufsätze und Artikel publiziert, in denen sie ihre literarischen Talente entfaltete.

Marion Neiss war für Kollegen und Freunde die Seele des Instituts, in dem sie arbeitete. Sie bleibt unvergessen.   

Prof. Dr. Wolfgang Benz, ehemaliger Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.