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TU Berlin

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Menschen

Ein großes Feld für Gender Studies

Donnerstag, 20. Januar 2011

Sabine Hark ist Mitbegründerin der Fachgesellschaft Geschlechterstudien

Sabine Hark leitet das TU-Zentrum für Frauen- und Geschlechterforschung seit 2009
Lupe

"Wer ist denn die Geschlechterforschung? Welche Ansprechpartner gibt es?", fragen mitunter Förderorganisationen und Ministerien, wenn es um Geschlechterpolitik und -forschung geht, auch Gender Studies genannt. Um eine Anlaufstelle zu schaffen, gründeten 204 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende vor einem Jahr an der Technischen Universität Berlin die Fachgesellschaft Geschlechterstudien/Gender Studies Association. Inzwischen hat sie über 300 Mitglieder.

Die Geschlechterforschung braucht diese Institution und Personen, die sie repräsentieren. Eine von ihnen ist Prof. Dr. Sabine Hark, Gründungs- und Vorstandsmitglied der Fachgesellschaft. Sie erklärt: "Immer wenn eine Professur in diesem Gebiet frei wird, gibt es Bestrebungen, sie wieder loszuwerden. Wir möchten dazu beitragen, dass die Gender Studies ein selbstverständlicher Teil des akademischen Lebens werden." Und was heißt das für die TU Berlin? "Wenn wir beispielsweise ein GenderZertifikat für Ingenieure entwickeln, dann ist es schade, Einwände zu hören wie ,Man kann den Ingenieuren nicht zumuten, sich auch noch mit Gender zu beschäftigen‘", führt Sabine Hark aus.

Die Fachgesellschaft hat sich vorgenommen, die Geschlechterforschung inhaltlich und wissenschaftspolitisch voranzutreiben, Forschende und Lehrende zu vernetzen und den Geschlechterstudien mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Sie vermittelt Expertinnen und Experten, knüpft Kontakte zur Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie zu Ministerien und arbeitet an einer Kooperation mit der Zeitschrift "Feministische Studien" für einen zentralen Publikationsort. Seit April 2009 leitet Sabine Hark das TU-Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG). Dem Ruf der TU Berlin folgte sie gern: "Ich bin jetzt beruflich an dem Ort, an dem ich sein wollte." Sie schätzt besonders die Interdisziplinarität des ZIFG und die TU Berlin als Forschungsstandort. "Ich habe zwar meine beruflichen Qualifikationen in der Soziologie, verstehe mich aber als interdisziplinäre Geschlechterforscherin", sagt sie über sich selbst und führt fort: "An der TU Berlin gibt es ein Set an Forschungsfragen, die über den etablierten Kanon der Geschlechterforschung hinausgehen, und die an einer traditionellen und alle Fächer umfassenden Universität eher ausgeblendet werden können." Die andere Seite der Medaille: Die Natur- und Technikwissenschaften verstünden sich als gesellschaftsferner als andere Disziplinen und es gebe eher Vorbehalte gegen die Geschlechterstudien.

Eines ihrer Forschungsinteressen ist die Frage nach Gesellschafts- und Geschlechterentwürfen in Technologieprojekten aus der Nano-, der Bio- und der Informationstechnologie sowie aus den Neurowissenschaften. "Wir sind eine Gesellschaft, die in einem sehr hohen Maße – wie wir es uns oft nicht klarmachen – technologisiert ist. Das ist für die Gender Studies ein großes Feld, wo es viel zu forschen gibt", betont Sabine Hark. Wie beispielsweise verändern sich die Beziehungen von Menschen, wenn Pflegeroboter, also Maschinen, ihre Pflege übernehmen? Was bedeutet das für die geschlechtliche Arbeitsteilung, wenn Roboter stark feminisierte Arbeit verrichten? Sie überprüft in verschiedenen Projekten, ob und wie Technologien helfen, selbstbestimmt und gewaltfrei zu leben, oder ob sie gesellschaftliche Spaltung fördern. Sabine Hark bringt durch ihr wissenschaftspolitisches Engagement und ihre Forschung die Geschlechterforschung voran, die oft verkannt und deren Themen gern als erledigt abgehakt werden.

Jana Bialluch / Quelle: "TU intern", 1/2011

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