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TU Berlin

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Internationales

Anschluss an die Welt

Dienstag, 07. April 2009

Afghanische Akademiker lernen an der TU Berlin für den Aufbau der Kommunikationstechnologie in ihrem Land

Kinder bei der Arbeit in einer Straße in Herat.
Kinder bei der Arbeit in einer Straße in Herat. Noch ist der Großteil der Bevölkerung Afghanistans von höherer Bildung ausgeschlossen
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"Nach 23 Jahren Bürgerkrieg in Afghanistan ist eine IT-Infrastruktur quasi nicht vorhanden. Die Wissenschaftler und Öffentlichkeit sind abgeschnitten von den Ereignissen und Entwicklungen in anderen Teilen der Welt", sagt Dr. Nazir Peroz, Informatiker an der TU Berlin. "Gerade deshalb ist es so wichtig, diesem Land eine Teilhabe an moderner Informationstechnologie zu ermöglichen."

Im Zentrum für internationale und interkulturelle Kommunikation (ZiiK) an der TU Berlin hatte Peroz jetzt 15 afghanische Dozenten, Studierende und Mitarbeiter des Ministeriums für Höhere Bildung zu Gast, die ein sechswöchiges Fortbildungsprogramm absolvierten. Gleichzeitig baut das ZiiK mit Mitteln der Weltbank ein modernes Rechenzentrum in der Stadt Herat auf.

Das ZiiK an der TU Berlin, das Dr. Nazir Peroz leitet, kann seit 2002 auf sehr erfolgreiche Projekte zum Wiederaufbau der akademischen Strukturen im Bereich Informationstechnologie (IT) in Afghanistan verweisen. Die Wissenschaftler haben zusammen mit Studierenden bereits mehrere Rechnerzentren und PC-Pools in Kabul und anderen Städten sowie weitere IT-Infrastrukturen aufgebaut. Einen besonderen Schwerpunkt des Zentrums bildet auch die Aus- und Weiterbildung junger afghanischer Dozenten und Administratoren. Es leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zum Aufbau von IT-Abteilungen und Instituten an afghanischen Universitäten.

Das derzeit entstehende zentrale Rechenzentrum an der Universität Herat, das IT Center Herat University (ITCH), hat 70 Arbeitsplätze für Studierende, Dozentinnen und Dozenten. Es wird auch für Schulungen im IT-Bereich zur Verfügung stehen. Bereits seit Ende 2004 wird dort von deutschen TU-Absolventen ein Bachelor-studiengang Informatik durchgeführt. Zusammen mit afghanischen Mitarbeitern werden dort gleichzeitig akademische Strukturen aufgebaut. Die gesamte verwendete Software im neuen ITCH ist frei verfügbare Open-Source-Software, die leichter in die Landessprachen Dari und Paschtu übersetzt werden kann.

Da Strom in Afghanistan ein rares Gut und nicht überall zuverlässig vorhanden ist, wurde bei der Entwicklung des Rechenzentrums besonderer Wert auf Energieeffizienz gelegt. Moderne Stromspartechniken wie die Servervirtualisierung werden eingesetzt, unbenutzte Rechner oder Rechnerkomponenten abgeschaltet. Außerdem wird für die Erwärmung im Winter und die Kühlung im Sommer Erdwärme verwendet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der aktuellen sechswöchigen "Winterakademie" kommen von den Universitäten Kabul und Herat, die durch kriegerische Handlungen und gesellschaftliche Umbrüche in der Vergangenheit in ihren akademischen Grundfesten erschüttert wurden, sowie aus dem Ministerium für Höhere Bildung. Ziel des Programms an der Fakultät IV der TU Berlin Elektrotechnik und Informatik ist es, sie in technisch-administrative Prozesse einzuweisen, um sie für ihre Aufgaben an ihren Heimatorganisationen zu schulen. Parallel wird der Gruppe ein kulturelles Rahmenprogramm geboten.

Patricia Pätzold / Quelle: "TU intern", 4/2009

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