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TU Berlin

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"Wenn ich etwas mache, dann richtig"

Montag, 12. Oktober 2009

Was der Abiturientin Selina Heile das Schülerstudium an der TU Berlin gebracht hat

Nie wieder Langeweile: Selina Heile studiert neben der Schule
Lupe

Selina Heile hat ein Problem. Sie langweilt sich schnell. Doch bisher hat die 17-Jährige immer eine Lösung gefunden, aus diesem für sie schwer zu ertragenden Zustand wieder herauszufinden. Zum Beispiel, indem sie sich im Mathematikunterricht nebenher mit Physik beschäftigt oder noch ein Schülerstudium an der TU Berlin absolviert. Ein solches Schülerstudium ist durchaus anstrengend, da der Besuch der Vorlesungen und Tutorien neben der Schule bewältigt werden muss und Leistungsabfall nicht geduldet wird. Schule geht vor.

Selina Heile besuchte die Vorlesungen für Biochemie sowie Mathematik für Ingenieure und Psychologie für Ingenieure. Die Abiturientin vom Dathe-Gymnasium gehört zu den 300 Berliner und Brandenburger Schülerinnen und Schülern aus 86 Schulen, die seit dem Start des Projektes "Studieren mit 16" im Jahr 2006 teilgenommen haben.

"Die Mathevorlesungen waren anfangs heftig", sagt das große, schlank gewachsene Mädchen. Das Problem bestand für sie jedoch nicht darin, den Stoff zu verstehen, sondern anderthalb Stunden nonstop zuzuhören. Vom Unterricht war sie das nicht gewohnt, und sie wusste auch nicht, dass an einer Universität so gelehrt wird. Schon deshalb war das Schülerstudium für sie hochinteressant. Und zum Glück gebe es noch die Tutorien, in denen man seine Fragen loswerden könne.

Der große Gewinn des Schülerstudiums liegt für Selina Heile vor allem darin, dass die Universität für sie kein Buch mit sieben Siegeln mehr ist. "Abgesehen davon, dass ich mich an das Zuhören schnell gewöhnt habe, weiß ich nun, was bei einem Studium auf mich zukommen wird: Du musst alles selbst organisieren." Das Wissen darum scheint sie nicht zu schrecken, denn ganz lapidar fügt sie an: "Das kann ja auch ganz angenehm sein." Das ist nicht altklug dahergeredet. Dieser Erfahrung, auf sich selbst gestellt zu sein, hat sie sich schon einmal ausgesetzt, als sie nach der 10. Klasse zum Schüleraustausch nach Neuseeland ging. Auch wenn sie noch nicht weiß, was sie studieren will, dass sie studieren wird, ist für Selina Heile beschlossene Sache. Schließlich braucht sie einen Beruf, der "den Kopf nicht einschlafen lässt", sagt sie. Aus dieser Neugierde erklärt sich wohl auch die ungeheure Vielseitigkeit ihrer Interessen. Sie ist in einer Akrobatikgruppe, liest, liebt mathematische Knobeleien, mag Dokumentarfilme, spielt Querflöte und Basketball und hat den Traum, einmal auf dem Land zu leben und sich dort selbst zu versorgen.

Auf das Schülerstudium an der TU Berlin ist sie aufmerksam geworden durch ihre Lehrerin, die Flyer in der Klasse verteilte. "Ich fühlte mich davon angesprochen", sagt Selina Heile.

Am 27. Juli, als alle Berliner Schüler längst die Sommerferien genossen, da zwängte sie sich mit ihren langen Beinen abermals in die Stuhlreihen des Hörsaals und schrieb die Psychologieklausur - freiwillig. Denn neben ihrer Eigenschaft, sich schnell zu langweilen, hat sie noch einen anderen Charakterzug: "Wenn ich etwas mache, dann richtig", sagt sie.

Sybille Nitsche / Quelle: "TU intern", 10/2009

Informationen zum Schülerstudium:

Studieren ab 16

Das Projekt "Studieren ab 16" hat sich zu einem Highlight innerhalb der Angebote für Schülerinnen und Schüler an der TU Berlin entwickelt. Seit es im Wintersemester 2006/07 gestartet ist, haben insgesamt über 300 Berliner und Brandenburger Schülerinnen und Schüler aus 86 verschiedenen Schulen teilgenommen. Über 50 verschiedene Lehrveranstaltungen aus den Bereichen Mathematik, Physik, Chemie, Informatik, E-Technik, Maschinenbau, Verkehrswesen, Wirtschaftswissenschaften und Geisteswissenschaften stehen motivierten Schülerinnen und Schülern in diesem Projekt offen. Sie können dabei auch schon Leistungsnachweise erbringen, die bei einem späteren Studium angerechnet werden. Eine besondere Auszeichnung erfuhr am 15. September der Abiturient Hans Hepach von der Johann-Gottfried-Herder-Schule in Berlin-Lichtenberg. Er hatte in den vergangenen Semestern als Schülerstudent das dreisemestrige Physikalische Grundpraktikum an der TU absolviert und gleichzeitig sein Abitur mit der Note von 1,0 abgelegt.

tui / Quelle: "TU intern", 10/2009

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