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Lebendiger Ort der Begegnungen

Visionen für den Campus Charlottenburg

Von Stefanie Terp

„In zehn Jahren sind die Hochhäuser um den Ernst-Reuter-Platz gefüllt mit vielen jungen kreativen Firmen und großen Wissenschaftsverbünden. Zwei oder drei weitere DAX-Unternehmen haben ihre Forschungsabteilungen nach Berlin verlegt. Ihre Wahl: der Ernst-Reuter-Platz. Am Fuße der Häuser öffnen Cafés, Restaurants, Trendshops und Technik-Stores ihre Türen. Sie haben nun auch eine direkte Verbindung zur Mitte des Platzes. Dort steht eine große begehbare und in der Nacht beleuchtete Skulptur für den Campus Charlottenburg. Studentenwohnungen gibt es in unmittelbarer Nähe. Nach der Vorlesung geht es in die Forschungslabore der Fraunhofer-Gesellschaft, der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt oder in die Entwicklungsstudios großer Firmen. Abends wird weiterdiskutiert im Hybrid-Lab. Dieses befindet sich im frisch sanierten Umlauftank auf der Schleuseninsel – besser bekannt als „Rosa Röhre“. Dort haben mehrere Projekte ihren Sitz, in denen Künste auf Technik treffen. In ihnen ist der Charakter des Campus Charlottenburg am besten zu erkennen. Die Wege sind kurz. Hörsaal, Labor, Club und Wohnung befinden sich in Laufnähe. Und wenn der Kopf zu voll ist, treffen sich die Teams zum Joggen durch den Tiergarten“, so umreißt TU-Präsident Professor Jörg Steinbach seine Visionen für die Weiterentwicklung des Campus Charlottenburg mit seinem Herzstück – dem Ernst-Reuter-Platz.

Sind die Überlegungen für den Platz noch ein Gedankenspiel, so gibt es für ein Nachbarareal schon konkrete Pläne. Wenige Hundert Meter Luftlinie entfernt auf dem sogenannten Ostgelände an der Bahntrasse zwischen Zoo und Tiergarten sollen neue Wissenschaftshäuser entstehen. Um sie herum ist ein komplettes kleines Stadtviertel mit Studentenwohnungen und Tagungshotel geplant. „Aber nicht nur die Bausubstanz soll neu sein, sondern auch das Konzept. Als Nutzer stellen wir uns interdisziplinäre Forschungsteams vor, die für ein oder zwei Jahre gemeinsam ein Projekt verfolgen, ihre unterschiedlichen Sichtweisen und Forschungsmethoden einbringen und am Ende Neues entstehen lassen. Wir vergeben einen Teil dieser Räumlichkeiten nicht mehr nach Fakultätszugehörigkeit, sondern aufgrund der benötigten Fachexpertise, die in ein Großprojekt fließen muss. So teilen sich temporär der Elektrotechniker, die Künstlerin und Designerin die Etage mit dem Biotechnologen und der Chemikerin. Das ist auch von internationaler Sichtbarkeit“, beschreibt Jörg Steinbach die Idee. Die Ansiedlung weiterer außeruniversitärer Einrichtungen ist ebenso gewollt.

„Gerade dieses Beispiel vom Ostgelände zeigt, wie Campusentwicklung die Stadtentwicklung befeuern kann. Wir benötigen die Fläche dringend für die Erweiterung unserer Universität. Vorteile hätte nicht nur die TU Berlin. Unsere Geschichte zeigt, wie eng unsere Hochschule mit der Entwicklung von Charlottenburg verzahnt ist und wie viele Impulse von ihr ausgingen, um die damalige eigenständige Stadt und den heutigen Bezirk nach vorn zu bringen. Nicht nur unsere Wirtschaftskraft, sondern auch unsere Magnetkraft für Start-ups und Unternehmen steigert den Wert des Stadtviertels. Täglich kommen mehr als 35 000 Personen zum Campus. Ihr Arbeitsplatz liegt mitten in der Stadt und nicht an deren Rand. Campus ist Stadt – dieser Titel des Siegerentwurfs im Architekturwettbewerb für das Ostgelände bringt es auf den Punkt“, sagt Jörg Steinbach.

Neben der Tradition und dem Zukunftspotenzial beider Universitäten wird der Campus durch ein Mit- und Nebeneinander von Wissenschaft, Wirtschaft und Wohnen geprägt. Zukünftig müsse sich der Campus auch noch stärker als bisher der Öffentlichkeit öffnen. Neue, moderne Leitsysteme verbunden mit mobilen Anwendungen und ein öffentliches Schaufenster der Wissenschaft und der Künste auf dem Ernst-Reuter-Platz wären denkbar. Schon jetzt bietet die UdK Berlin mehr als 800 Veranstaltungen im Jahr an, und die TU Berlin schafft immer wieder die Plattform für Großevents. Diese reichen von der Langen Nacht der Wissenschaften mit mehr als 35 000 Besuchen bis zur Queen’s Lecture mit rund 2000 Zuhörern.

Neben der Campusplanung gibt es aber auch zahlreiche inhaltliche Chancen. „Mit der immer enger werdenden Kooperation zwischen TU Berlin und UdK Berlin entsteht vor unseren Augen eine neue gemeinsame Kultur. In diesem Spannungsfeld entwickeln wir neue Forschungsprojekte. Die Hybridplattform mit Projekten aus Technik und den Künsten steht exemplarisch dafür. Aber auch für die Lehre öffnet uns das Miteinander beider Universitäten viele Türen. Ich bin mir sicher, dass in naher Zukunft neue Angebote entstehen, die die Studierenden nur bei uns vorfinden werden. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Internationalität auf unserem Campus. Die Impulse, die davon für die ganze Stadt ausstrahlen, kann man gar nicht in Zahlen fassen. Berlin wird geprägt durch Kreativität, durch unterschiedliche Kulturen und Menschen aus allen Ländern dieser Erde. Für viele von ihnen sind unsere beiden Universitäten und der Campus Charlottenburg ein starker Anziehungspunkt.“

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