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Antisemitismus stoppen – aber wie?!

Mittwoch, 12. Juni 2019

Medieninformation Nr. 100/2019

Expert*innen aus Wissenschaft, Bildung, Medien und Politik schaffen mit der Webseite www.stopantisemitismus.de eine neue Anlaufstelle im Kampf gegen Antisemitismus

Die am 12. Juni 2019 gelaunchte Webseite www.stopantisemitismus.de [1] ist das Ergebnis eines bislang einzigartigen Zusammenschlusses von bundesweiten Einrichtungen, Initiativen und Einzelpersonen gegen Antisemitismus. Neben Journalist*innen, Stiftungsvertreter*innen, Psycholog*innen, Pädagog*innen und Vertreter*innen des Zentralrats der Juden in Deutschland, des Zentralrats der Muslime in Deutschland und der Bundeszentrale für politische Bildung waren auch Wissenschaftler*innen der TU Berlin an dem einjährigen Entstehungsprozess beteiligt. Ins Leben gerufen und finanziert wurde das Projekt von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

Wo begegnet man Antisemitismus im Alltag? Welche Reaktionen darauf sind ratsam? Wer bietet Unterstützung und Hilfe an? Nicht selten bleiben Betroffene, Zeug*innen und Unbeteiligte antisemitischer Vorfälle mit ihren Fragen allein oder verlieren sich in den unübersichtlichen Hilfsangeboten des Internets. „Das Spektrum des Antisemitismus ist breit gefächert und ein gesamtgesellschaftliches Problem. Häufig sind sich Bürger*innen auch gar nicht bewusst, dass Witze oder Redewendungen einen antisemitischen Hintergrund haben“, so Prof. Dr. Monika Schwarz-Friesel, Kognitionswissenschaftlerin und Antisemitismusforscherin an der TU Berlin. Zusammen mit einer interdisziplinären Expert*innen-Gruppe hat sie über ein Jahr lang die Inhalte der Webseite erarbeitet, mit dem Ziel, die Zivilgesellschaft für alltäglichen Antisemitismus zu sensibilisieren, darüber zu informieren und Hilfestellungen anzubieten. Unterstützung findet das Projekt auch beim Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein.

Reale Fälle aus dem deutschen Alltag

„Antisemitische Äußerungen mit ihren zum Teil uralten Stereotypen sind keineswegs nur bei Rechten anzutreffen, sondern allgemein weit verbreitet und oft akzeptiert“, erklärt Monika Schwarz-Friesel. Insgesamt 35 konkrete Szenen und authentische Aussagen, beispielsweise von Angestellten, Polizist*innen, Lehrer*innen oder anderen Gruppen aus der Mitte der Gesellschaft, hat das Expert*innen-Team zusammengestellt. Jedes Beispiel wird auf der Webseite wissenschaftlich erläutert und Handlungsempfehlungen sowie Argumentationshilfen gegen antisemitische Äußerungen und Übergriffe gegeben.
Daneben bietet eine umfangreiche und laufend aktualisierte Adressdatenbank auf www.stopantisemitismus.de [2] hilfreiche Kontakte bei antisemitischen Vorfällen sowie Anlaufstellen, wie Museen und Gedenkstätten, für Workshops, Fortbildungen und Seminare für Lehrende, Jugendliche, Eltern und interessierte Bürger*innen.

„Ziel war es, mit möglichst konkreten Beispielen einer breiteren Öffentlichkeit zu vermitteln, in welchen verschiedenen Formen und Mustern antisemitische Ansichten geäußert werden können. Ich fand es sehr hilfreich, dabei auch genau auf die jeweiligen Kontexte eingehen zu können, denn oft können wir erst durch den Kontext entscheiden, wie antisemitisch eine Äußerung gemeint sein dürfte“, erklärt Prof. Dr. Uffa Jensen, stellvertretender Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin. Zusammen mit über 15 anderen Expert*innen hat er an der konzeptionellen und inhaltlichen Gestaltung der Webseite gearbeitet.

Ins Leben gerufen und finanziert wurde das Projekt von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. „Wir möchten die Zivilgesellschaft für Antisemitismus im Alltag – auch den weniger offensichtlichen – sensibilisieren und Reaktionsmöglichkeiten anbieten. Und wir wollen die tollen Angebote, die es in dem Bereich Antisemitismusprävention gibt, stärker sichtbar machen, miteinander vernetzen, und so eine Anlaufstelle für diejenigen werden, die sich informieren und Haltung im Alltag zeigen möchten, aber bisher noch nicht wissen wie“, betont Dr. Nina Smidt, Bereichsleiterin Internationale Planung und Entwicklung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Die ZEIT-Stiftung fördert die Webseite nach dem Launch für ein Jahr. Verantwortlich für die weitere Pflege und Entwicklung wird die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. (KIgA) sein.

Weiterführende Informationen finden Sie ab dem 12. Juni 2019 unter
http://www.stopantisemitismus.de [3]

Lupe [4]

von links nach rechts: Sarah Levy (Projektleiterin, freie Journalistin), Dr. h.c. Sonja Lahnstein-Kandel (step21 Initiative für Toleranz und Verantwortung), Deborah Krieg (Bildungsstätte Anne Frank) Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel (Antisemitismusforscherin, TU Berlin), Prof. Dr. Julia Bernstein (Antisemitismusforscherin der University of Applied Sciences), Dr. Nina Smidt (ZEIT-Stiftung), Prof. Dr. Uffa Jensen (Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin), Dr. Felix Klein (Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus), Derviș Hızarcı (KIgA Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V.), Marina Chernivsky (Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment ZWST), Sabena Donath (Zentralrat der Juden), Giovanni di Lorenzo (Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT), Louis Lewitan (Lewitan Coaching und Consulting, ZEIT-Autor), Prof. Dr. Michael Göring (Vorstandsvorsitzender ZEIT-Stiftung), Manfred Levy (Jüdisches Museum, Frankfurt)

rb

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

TU Berlin
Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Tel.: 030/ 314 23922
E-Mail-Anfrage [5]
Jessica Staschen
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Leitung Kommunikation
Tel.: 040/ 41336871
E-Mail-Anfrage [6]
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