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Übergewicht, Gesundheit und Politik

Freitag, 12. Oktober 2018

Medieninformation Nr. 205/2018

Prävention bleibt das Aschenputtel der Medizin. Ernährungswissenschaftlerin und Politikberaterin Susan Jebb von der Universität Oxford hält die diesjährige Queen’s Lecture an der TU Berlin – 5. November 2018

Prof. Dr. Susan Jebb, University of Oxford
Lupe

Ungesunde Ernährung und Übergewicht durch Überkonsum und minderwertige Lebensmittel sind zwei der wichtigsten Ursachen für vermeidbare Krankheiten weltweit. Doch trotz einzelner Bemühungen fehlt unserem Gesundheitssystem ein effektives Präventionssystem, das Menschen erfolgreich in ihren Bemühungen um eine gesunde Ernährung unterstützt und sie zu Veränderungen ihrer Essgewohnheiten motiviert. Auch der politische Wille, sich diesem Thema konzentriert zu widmen, ist in vielen industrialisierten Ländern zu wenig ausgeprägt. Zur diesjährigen Queen’s Lecture an der TU Berlin wird die britische Ernährungswissenschaftlerin Prof. Dr. Susan Jebb von der Universität Oxford die Hintergründe der sich ausweitenden Überernährung und die damit verbundenen Krankheitsrisiken erläutern sowie Methoden darlegen, wie die Wissenschaft die Politik und Gesundheitseinrichtungen bei Präventionsmaßnahmen unterstützen kann.

„In den meisten Ländern mit hohen und mittleren Einkommen nimmt die Fettleibigkeit durch übermäßigen Lebensmittelkonsum zu und wird zum kostenintensiven Gesundheitsproblem“, so Susan Jebb. „Hinzu kommt der viel zu hohe Konsum von gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz bei zu wenig Ballaststoffen, was die Gesundheitsrisiken unabhängig vom Gewicht weiter erhöht.“ Und dennoch, beklagt die Wissenschaftlerin, bleibe die Prävention das Aschenputtel der Medizin, präventive Gesundheitsforschung bleibe chronisch unterfinanziert.

Queen’s Lecture 2018 - „Diet, obesity and health: from science to policy“
Prof. Dr. Susan Jebb, University of Oxford
Die Vorlesung wird in englischer Sprache gehalten. Der Eintritt ist frei.
Zeit:
Montag, 5. November 2018, 17 Uhr
Ort:
TU Berlin, Audimax (H 105), Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Bitte weisen Sie in Ihren Medien auf diese Veranstaltung hin. Anmeldung: www.events.tu-berlin.de/QL2018

Wie können wir unser Gesundheitssystem so verändern, dass es eine Ernährungsumstellung zum Wohle aller unterstützt? Wie können wir die Umwelt und die sozialen Signale, die auf das Ernährungsverhalten Einfluss nehmen, entsprechend verändern? Und wie können wissenschaftliche Empfehlungen die Politik zur Einführung von Veränderungen bewegen? Susan Jebb wird anhand anerkannter Studien und Daten die Rolle der Wissenschaften in der Politikberatung hervorheben und ihr Verständnis von den Aufgaben der Regierung in Hinblick auf die alltäglichen Ernährungsgewohnheiten erläutern.

Über Professor Susan Jebb


Susan Jebb ist Professorin für Ernährungswissenschaften und Gesundheit der Bevölkerung an der Universität Oxford (Nuffield Department of Primary Care Health Sciences) und Fellow der Academy of Medical Sciences. Ihre Arbeit als Ernährungswissenschaftlerin konzentriert sich darauf, wie das, was wir essen, das Risiko der Gewichtszunahme beeinflusst wird und welche Schritte das Risiko von Krankheiten durch Übergewicht reduzieren können. Sie berät außerdem Politiker und Spezialisten dazu, wie Forschung erfolgreich in der Politik umgesetzt werden kann und hat zuvor als Wissenschaftsberaterin für den Report zum Thema Übergewicht der britischen Regierung sowie als Vorsitzende des regierungsübergreifenden Expertenrats für Übergewicht gearbeitet. Sie setzt ihre beratende Tätigkeit in ihrer Rolle als Vorsitzende des NICE Public Health Advisory Komitees und in weiteren Beratungskomitees fort.  2008 erhielt sie den Orden des Officer of the British Empire (OBE) für ihre Dienste für das Gesundheitswesen und im Jahr 2015 wurde sie mit dem John Maddoy Prize for Standing up for Science ausgezeichnet.

Queen’s Lectures an der TU Berlin – Tradition seit 1965

Die Vorträge, zu denen jeweils ein hochrangiger britischer Wissenschaftler oder eine hochrangige britische Wissenschaftlerin eingeladen wird, beschäftigen sich mit wirtschaftlichen, kulturellen sowie naturwissenschaftlichen Themen und sind ein Bestandteil des Wissenschafts- und Kulturprogramms der TU Berlin. 1965 erhielt Berlin diese Vortragsreihe als Geschenk von der englischen Königin anlässlich ihres Besuches in der Stadt. Im Jahr 2015 besuchte Ihre Majestät Königin Elizabeth II. persönlich die TU Berlin, anlässlich des 50. Jubiläums der Lecture. Als Ehrengäste waren Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, anwesend.
(Infos und Fotorückblick: www.tu-berlin.de/?id=160641)  

Die Queen’s Lecture findet im Rahmen der Berlin Science Week statt, die vom 1. bis 10. November 2018 in über 90 Veranstaltungen die innovativsten und führenden Wissenschaftsinstitutionen und Forschungseinrichtungen zusammenbringt, um den interdisziplinären Austausch und das tiefere Verständnis zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern. berlinscienceweek.com

Die Veranstaltung, zu der der Präsident der TU Berlin jährlich einlädt, wird unterstützt durch die Britische Botschaft Berlin und das British Council, Großbritanniens und Nordirlands internationale Organisation für Kulturbeziehungen.

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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Patricia Pätzold-Algner
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
TU Berlin
Tel.: 030/314-79773

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