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TU Berlin

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Städter lieben Wildpflanzen

Donnerstag, 31. Mai 2018

Medieninformation Nr. 95/2018

Erste europäische Vergleichsstudie zur Bewertung von biologischer Vielfalt in städtischen Lebensräumen

Die biologische Vielfalt gerät zunehmend in die Enge. Die industrialisierte Landwirtschaft lässt Pflanzen und Tieren wenig Raum. Gleichzeitig wachsen Städte zunehmend auf Kosten ihres Umlandes. Ob Pflanzen und Tiere auch in Städten überleben können, ist daher eine wesentliche Zukunftsfrage für die biologische Vielfalt. Viele Naturschützer und auch Kommunen setzen sich bereits für Stadtnatur ein. Doch haben sie genügend gesellschaftlichen Rückenwind? Bemerken Stadtbewohner überhaupt Unterschiede in der Artenvielfalt ihrer Umgebung? Finden sie Artenvielfalt gut? Hierzu gab es bislang nur wenige, widersprüchliche wissenschaftliche Befunde. Ein internationales Forschungsteam um Prof. Dr. Ingo Kowarik und Stadtökologin Dr. Leonie Fischer vom Fachgebiet Ökosystemkunde und Pflanzenökologie am Institut für Ökologie der TU Berlin fand nun überraschend eindeutige Antworten.

Das Team führte die erste europäische Vergleichsstudie zur Bewertung von Artenvielfalt in städtischen Lebensräumen durch. Im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekts „Green Surge“ kombinierten die Forscher*innen Methoden aus Ökologie und Psychologie und befragten etwa 4000 Menschen in fünf europäischen Städten, darunter auch Berlin. Dabei ging es darum, wie Stadtbewohner Ausschnitte aus ihrem städtischen Umfeld bewerten, die unterschiedliche Niveaus von Artenvielfalt zeigen.

Das unerwartete Ergebnis war, dass die höchste Artenvielfalt die größte Zustimmung fand – in Parks ebenso wie im Straßenraum und auf Brachflächen. Ein für Stadtgärtner interessantes Detail: Die vegetationsfreie, „saubere“ Baumscheibe unter Straßenbäumen wurde eindeutig negativ bewertet, alle Varianten mit Wildpflanzen dagegen positiv. Auch die wilde Natur auf Brachflächen stieß auf breite Zustimmung.

Rückenwind für biologische Vielfalt in Städten

Da die große Stichprobe viele gesellschaftliche Gruppen einschließt, konnten die Forscher auch prüfen, wie breit die Unterstützung für urbane Artenvielfalt ist. „Bei Unterschieden im Detail zeigt unsere Untersuchung, dass die Unterstützung für hohe Artenvielfalt quer durch alle soziokulturellen Gruppen verläuft“, sagt Leonie Fischer. Dies führt zur Schlussfolgerung von Ingo Kowarik: „Die Forschungsergebnisse bedeuten Ermutigung und starken gesellschaftlichen Rückenwind für die Förderung von biologischer Vielfalt innerhalb von Städten – gleichermaßen für die Natur wie für die Menschen in der Stadt.“
 
Die Forschungsergebnisse sind im Frühjahr in der angesehenen internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift „Global Environmental Change“ veröffentlicht worden.

Die Veröffentlichung finden Sie unter: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959378017308701


pp

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Leonie Fischer
TU Berlin
Institut für Ökologie
Tel.: 030/314-71487

www.oekosys.tu-berlin.de

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