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TU Berlin

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Papier oder Chipkarte – das Ticket der Zukunft

Mittwoch, 22. Februar 2017

Medieninformation Nr. 32/2017

Bürgergutachten zur Modernisierung des Öffentlichen Nahverkehrs gibt Empfehlungen zur Verwendung digitaler Technologien

Ein Ticket aus Papier, eine Chipkarte und auch das Handy sollen als gleichberechtigte „Fahrscheine“ nebeneinander existieren, und im Ticketverkauf sowie im Service soll weiterhin Personal eingesetzt werden. So wünschen es sich Nutzerinnen und Nutzer von Berliner Bussen, Trams, U- und S-Bahnen. Das Bürgergutachten „Neue Wege für den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr in Berlin“, wurde am 21. Februar 2017 an Vertreter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) übergeben: ein Empfehlungskatalog aus dem von der TU Berlin koordinierten Projekt VERS (VERkehrszugangsSysteme) über die Zukunft der nutzerfreundlichen Gestaltung digitaler Technologieangebote im Bereich des Berliner Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖNPV).

Zwei Tage lang hatten sich 23 interessierte Bürgerinnen und Bürger Zeit genommen, um in einer „Planungszelle“ im Rahmen des Projekts das Für und Wider verschiedener digitaler Modernisierungen der Zugangssysteme im ÖPNV zu diskutieren. Die „Planungszelle“ ist ein etabliertes Bürgerbeteiligungsverfahren. Die zufällig ausgewählten Teilnehmenden informierten sich dabei über Vor- und Nachteile verschiedener digitaler Technologien, Ticketarten und Datenschutz, diskutierten ihre Ideen und entwickelten Empfehlungen für die digitale Modernisierung der Zugangssysteme aus Nutzersicht. Neben dem Wunsch nach verschiedenen Ticketarten sowie dem Ticketverkauf durch Personen stand weit oben auf der Empfehlungsliste der Teilnehmenden auch die Multifunktionalität von Nahverkehrstickets im Bereich kommunaler Dienstleistungen (Schwimmbäder, Museen) und – eher sekundär – im Bereich anderer Verkehrsdienstleistungen (Car Sharing, Leihräder et cetera). Dies solle aber kein Standard sein, sondern nur als optionales Extra individuell hinzugebucht werden können. Gleichzeitig müssten auch die Anonymisierung und der Datenschutz gewährleistet sein, um zum Beispiel das Anlegen von Bewegungsprofilen zu verhindern. Daher bevorzugten die meisten der Testpersonen auch  anonyme Chipkarten.

„Insgesamt zeigten sich die Teilnehmenden der Planungszelle aber mit dem aktuellen System zufrieden, sie sahen daher keinen dringenden Veränderungsbedarf durch digitale Technologien“, so Projektleiter Robin Kellermann vom TU-Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre. „Viele plädierten zudem dafür, das offene Zugangssystem mit regelmäßigen Fahrscheinkontrollen beizubehalten, da zum Beispiel Schranken oder Drehkreuze zu teuer und technisch zu anfällig seien und auch ein Gefühl des Eingesperrtseins hervorrufen würden.“ Auch die sozialverträgliche Gestaltung des Zugangs zu den Öffentlichen war den Teilnehmenden der Planungszelle ein Anliegen, also zum Beispiel die Rücksichtnahme auf Menschen ohne Bankkonto.

VERS ist ein gemeinsames Projekt der TU Berlin, des nexus Instituts und von Wissenschaft im Dialog (WiD). Es wird im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse (ITA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das gesamte Bürgergutachten ist unter folgendem Link zum Download verfügbar:
zukunftsticket.berlin/wp-content/uploads/B%C3%BCrgergutachten-VERS_final.pdf

Bedienfreundlicher und einfacher durch digitale Technologien im ÖPNV? Ergebnisse eines zweimonatigen Online-Dialogs

Basierend auf dem Bürgergutachten initiierten die Projektverantwortlichen im November und Dezember 2016 zusätzlich einen knapp zweimonatigen Online-Dialog, zu dem ebenfalls interessierte Bürgerinnen und Bürger eingeladen waren. Die „Startideen“ hatte das Bürgergutachten geliefert, im Online-Dialog konnten die Teilnehmenden ihre eigenen Ideen für einen ÖPNV der Zukunft einstellen, Meinungen und Erfahrungen teilen, diskutieren und die Ideen anderer bewerten. Knapp 2300 Besucherinnen und Besucher verzeichnete die Website am Ende, 31 neue Ideen wurden eingestellt, kommentiert und bewertet. Papiertickets wurden hier – ganz im Gegensatz zu den Resultaten des Bürgergutachtens – kaum noch gewünscht, zu hoch sei ihr Materialverbrauch, was die Umwelt schädige und die Automaten verursachten weitere Kosten. Befürwortet wurden dagegen – wiederum in Übereinstimmung mit dem Bürgergutachten – anonyme Chipkarten als Tickets, die den kostengünstigsten Tarif autonom berechnen und von einem vorher festgelegten Guthaben abziehen sowie zudem auch als Eintrittskarte für andere Einrichtungen wie Museen benutzt werden könnten.

Um ihre Ideen zu begründen, hatten viele Teilnehmenden ihre Erfahrungen aus dem Ausland eingebracht, die einen Innovationsbedarf, den Bedarf an mehr technischen Hilfestellungen beim Verkehrszugang im Berliner ÖPNV sowie die Notwendigkeit von Modernisierungen offenbart hätten. Datensicherheit, ein ticketfreier ÖPNV oder personalisierte Chipkarten und Smartphone-Apps, die Vor- und Nachteile eines geschlossenen Zugangssystems mit Schranken oder Drehkreuzen zur Erhöhung der Sicherheit auf den Bahnsteigen waren weitere Diskussionspunkte.

Auch die Ergebnisse dieser Diskussion wurden der BVG übergeben. Sie sind einem  „Factsheet“ zusammengefasst und ebenfalls auf zukunftsticket.de zu finden:
http://zukunftsticket.berlin/wp-content/uploads/Factsheet_www.zukunftsticket.berlin_Online-Dialog.pdf

pp

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Robin Kellermann, M. A.
Technische Universität Berlin
Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre
Projekt VERkehrszugangsSysteme (VERS)
Tel: 030/314-24373

www.zukunftsticket.berlin

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