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TU Berlin

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Von Dienstwegen und Stolpersteinen

Dienstag, 05. Dezember 2017

Medieninformation Nr. 213/2017

Vortrag zu Redewendungen rund um Fortbewegung und allerlei Hindernissen

Wir sprechen von „Zeiträumen“ und „Dienstwegen“, bleiben „auf ausgetretenen Pfaden“ oder „betreten Neuland“. Nicht immer gelangen wir „geradlinig“ an unser Ziel, sondern kommen nur „schrittweise voran“ oder machen „Umwege“. In schlimmeren Fällen sind wir „auf dem Holzweg“, geraten in eine „Sackgasse“ oder gar in „Irrgärten“.

Menschen als sehr mobile Lebewesen seien nicht nur täglich im realen Raum unterwegs, sondern fassten auch viele Gegenstandsbereiche als Räume auf, in denen es Orte, Richtungen und Entfernungen gibt, so Semiotik-Professorin Dr. Dagmar Schmauks von der TU Berlin. Sie lädt ein zu dem vergnüglichen Vortrag:

Von Dienstwegen, Sackgassen und Stolpersteinen. Redewendungen zur Fortbewegung und zu allerlei Hindernissen.
Zeit:
Sonntag 17. Dezember 2017, 14.30 Uhr
Ort:
Webhaus Kloster Zinna (Webermuseum und Café), Berliner Str. 72, Jüterbog OT Kloster Zinna

Auch Hindernisse gebe es viele, so Dagmar Schmauks: „Manchmal werfen andere uns ‚Knüppel zwischen die Beine‘, wir können aber auch ‚über die eigenen Füße stolpern‘. Sogar die Zeit kann ‚eilen‘ oder ‚kriechen‘, und alle Ereignisse bilden zusammen den ‚Lauf der Geschichte‘.

Und sie hat viele weitere Beispiele zusammengetragen, die zeigen, wie Menschen sprachlich verschiedene Bereiche des Lebens vermischt und überträgt, um das Gesagte anschaulich zu machen. Unter anderem bevorzugt der Mensch fruchtbare und übersichtliche Landschaften während er gefährliche wie Dschungel, Sumpf und Wüste meidet. Dasselbe gelte in Redensarten, denn man möchte zwar „vollen Überblick“ behalten, kann sich aber auch im „Paragraphendschungel“ verirren, im „Spendensumpf“ versinken oder in einer „Kulturwüste“ verdorren.

Auf dem Gipfel des Erfolgs – Oben und Unten in der Gefühlswelt

Viele Wendungen beschreiben die widersprüchlichen Eigenschaften von Gebirgen. Diese bieten zwar „großartige Aussichten“, sind aber mühsam zu erklimmen und gefährlich, denn man kann „sich versteigen“ oder gar „abstürzen“. Sogar unsere Gefühle, so Dagmar Schmauks, haben ein Oben und Unten: auf dem „Gipfel des Erfolges“ sind wir „hochgemut“, „am Tiefpunkt“ hingegen „bedrückt“ oder „niedergeschlagen“. Im Bereich der sozialen Verhältnisse gibt es nur wenige „Hochgestellte“ und zahlreiche „Untergebene“, von denen viele einen „gesellschaftlichen Aufstieg“ anstreben.

Zum Weiterlesen empfohlen:
Dagmar Schmauks (2011): Orientierung im Raum. Zeichen für die Fortbewegung. 2. Auflage. Tübingen: Stauffenburg.

pp

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr. Dagmar Schmauks
TU Berlin
Institut für Sprache und Kommunikation, Arbeitsstelle für Semiotik
Fraunhoferstr. 33-36
Tel. 030/314-21178

www.semiotik.tu-berlin.de/menue/startseite/

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