direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Stabile Ehen und gedrehte Wahlen

Freitag, 07. Oktober 2016

Medieninformation Nr. 156/2016

Dr. Jiehua Chen und Dr. Ágnes Cseh erhalten Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft

Die Informatikerin Dr. Jiehua Chen und die Mathematikerin Dr. Ágnes Cseh können hervorragend und für Laien verständlich ihre wissenschaftliche Arbeit erklären und wurden dafür mit dem Klaus Tschira Preis ausgezeichnet.
Vergeben wird dieser durch die Klaus Tschira Stiftung, die mit der Auszeichnung Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler ehrt, die einen allgemein verständlichen Artikel in deutscher Sprache über ihre Doktorarbeit geschrieben und in den Bereichen Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften sowie Physik eingereicht haben. Am 6. Oktober 2016 wurde den beiden Wissenschaftlerinnen gemeinsam mit vier weiteren Preisträgern der mit jeweils 5.000 Euro dotierte Preis überreicht.

Dr. Ágnes Cseh
Lupe

In dem Beitrag „Heiraten nach Plan“ von Dr. Ágnes Cseh geht es um ein mathematisches Modell, das oftmals in der Wirtschaft angewandt und in der Forschung als „Problem der stabilen Ehe“ behandelt wird. Ziel ist es, verschiedene Akteure auf bestmögliche Art und Weise zusammenzubringen. Ágnes Cseh veranschaulicht dieses Modell anhand der Partnerwahl beim Menschen. Wissenschaftlich hat sie dieses Modell erweitert und anwendbar gemacht für noch komplexere Probleme.
Die 1988 in Ungarn geborene Ágnes Cseh studierte zunächst Mathematik an der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest. Nach dem Bachelor wechselte sie für ihr Master-Studium 2010 an die TU Berlin. 2012 beendete sie das Studium. Ihre von Prof. Dr. Martin Skutella am TU-Fachgebiet Kombinatorische Optimierung und Graphenalgorithmen betreute Doktorarbeit mit dem Titel „Complexity and algorithms in matching problems under preferences“ schloss sie 2015 ab. Nach einem Aufenthalt am Icelandic Centre of Excellence in Theoretical Computer Science in Reykjavík wechselte Ágnes Cseh an die Ungarische Akademie der Wissenschaften nach Budapest.

Dr. Jiehua Chen
Lupe

Die Informatikerin Jiehua Chen hat sich in ihrem Beitrag „Wer hat an der Wahl gedreht?“ mit der Frage beschäftigt, welche Verfahren bei Wahlen leicht manipulierbar sind und welche nicht. Lässt sich eine Manipulation nicht schnell berechnen, dann gilt das entsprechende Wahlverfahren als resistent dagegen. Am Beispiel der 1991 erfolgten Abstimmung des Bundestags, ob Bonn oder Berlin deutsche Hauptstadt werden soll, zeigt Jiehua Chen, dass das Ergebnis der damaligen Abstimmung mühelos hätte manipuliert werden können. Es standen drei Alternativen zur Wahl: Parlament in Berlin und Regierung in Bonn, beides in Berlin oder beides in Bonn. Jiehua Chen demonstriert, warum die Reihenfolge, in der abgestimmt wurde, Auswirkungen auf das Ergebnis hatte. Zum Beispiel hätte Bonn genauso gut gewinnen können, wenn über Berlin als erstes abgestimmt worden wäre.

Dr. Jiehua Chen wurde 1984 in China geboren, studierte von 2005 bis 2010 Informatik an der TU Berlin. Ihre Doktorarbeit „Exploiting Structure in Computationally Hard Voting Problems“ erarbeitete sie im Fachgebiet Algorithmik und Komplexitätstheorie bei Prof. Dr. Rolf Niedermeier.

Bereits mehrfach wurden junge TU-Wissenschaftlerinnen und TU-Wissenschaftler mit dem Klaus Tschira Preis geehrt. Im Jahr 2008 wurde Dr.-Ing. Christian Fleischer für seinen Beitrag „Das zweite Skelett des Menschen“ ausgezeichnet, im Jahr 2010 erhielt der Mathematiker Dr. Benjamin Hiller die Auszeichnung für seinen Beitrag „Das Warten der anderen“. Dr. Jannik Matuschke wurde 2014 für seinen Text „Mathematischer Modellbau“ geehrt und „Gut geraten“ war der Siegerbeitrag von Dr. Timo Berthold im Jahr 2015.
Neben dem Preisgeld werden außerdem die ausgezeichneten Beiträge in einer Sonderbeilage von „bild der wissenschaft“ veröffentlicht.
www.klaus-tschira-preis.info


bk

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Bettina Klotz
TU Berlin
Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Alumni
Tel.: 030/314-27650

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.