direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Moabit West soll Berlins erstes „smartes Quartier“ im Bestand werden

Donnerstag, 25. Februar 2016

Medieninformation Nr. 26/2016

TU Berlin setzt den Fokus auf innovative Stadtplanungs- und Beteiligungsprozesse im Rahmen eines europäischen Projekts zur Schaffung nachhaltiger Stadtquartiere

Emissionsarme Mobilität, klimaneutrale Energieproduktion oder die Verwendung von Big Data für intelligente Wassernetze – Konzepte für eine „Smart City“ werden in vielen europäischen Städten als Antwort auf die vielfältigen urbanen Herausforderungen gesehen. Wie unsere Lebensräume angepasst werden können, um ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine hohe Qualität zu bieten und gleichzeitig den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen zu sein, untersucht das europäische Climate-KIC Forschungsprojekt „Smart Sustainable Districts“ (SSD).

Moabit West wurde zusammen mit fünf anderen europäischen Stadtquartieren von Climate-KIC ausgewählt, um den Wissensaustausch im Hinblick auf intelligente Lösungsansätze in Stadtquartieren voranzubringen und neue Vorhaben anzustoßen. Forscherinnen und Forscher der TU Berlin am Fachgebiet CHORA für „Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung“ sind an dem Projekt beteiligt und agieren als Bindeglied zwischen den lokalen Akteurinnen und Akteuren in Moabit und den internationalen Partnern.

Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen auch neuartige Prozesse und Instrumente der Stadtplanung in Moabit West zum Einsatz kommen; darunter ein „Smart Citizen Network Board“, das als zentrale Kommunikations- und Anlaufstelle für eine bessere Koordination laufender Aktivitäten zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren im Quartier sorgt. Ein zweites innovatives Element ist der Aufbau eines „District Data Atlas“, eine digitale Landkarte, in der alle relevanten Informationen zu laufenden und geplanten Projekten, Beteiligten, Potenzialen und Herausforderungen gesammelt und visualisiert werden sollen. Der Atlas bildet die Grundlage für zusätzliche Modellierungen, Szenario-Entwicklungen sowie Kommunikations- und Beteiligungsformate. Um konkrete Projekte auszuarbeiten und auf den Weg zu bringen, planen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler drei große Stakeholder-Workshops sowie Bürgerbeteiligungsverfahren und Ideenaufrufe.

Raoul Bunschoten, Professor für nachhaltige Stadtentwicklung und Leiter des Fachgebiets „Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung: „Wenn Berlin die Transformation zur klimaneutralen Stadt ernst nehmen will, muss es auch neue Wege in der Stadtplanung gehen. Am Fachgebiet entwickeln wir schon heute eine ganz neue Art von Planungsinstrumenten und Beteiligungsprozessen, die auf spielerischer Interaktion und digitalen Schnittstellen basieren. Damit versetzen wir Akteurinnen und Akteure sowie Bürgerinnen und Bürger in die Lage, alternative Planungsszenarien gemeinschaftlich und zielorientiert zu entwickeln und diese transparent darzustellen. ‚Smart Sustainable Districts’ erlaubt uns, diese Methoden jetzt in Moabit West im echten Feldversuch einzusetzen und zu testen. Wenn uns das gelingt, kann Moabit West zu einem erlebbaren ‚Smart District‘ avancieren und Berlins erstes intelligentes Quartier im Bestand werden.“

Für den Bezirk gibt es mit dem Stadtteilentwicklungskonzept „Green Moabit“ (2014) bereits einen Maßnahmenkatalog, der die lokalen Potenziale für nachhaltigen Klimaschutz abbildet und konkrete Umsetzungsschritte beschreibt. Im Rahmen von Green Moabit wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren bereits mehrere lokale Partner aus dem Bezirk Mitte, dem Unternehmensnetzwerk, dem Quartiersmanagement, den städtischen Ver- und Entsorgern gewonnen, um die Umsetzung integrierter Quartierslösungen in Moabit West voranzutreiben.

Projektwebseite: ssd-moabit.org

Über Climate-KIC
Das Projekt „Smart Sustainable Districts“ wurde durch die größte europäische Innovationsinitiative für klimafreundliche Technologien „Climate-KIC“ initiiert. Es fördert bis Ende 2017 den Austausch ausgewählter europäischer Innenstadtbezirke zum Thema Nachhaltigkeit mit dem Ziel Best-Practice-Beispiele zu ermitteln. Es wird bis 2017 jährlich mit 2,5 Millionen Euro gefördert. Neben Moabit West, als einzigem Bezirk in Deutschland, sind unter anderem Stadtteile aus Kopenhagen, London, Paris und Utrecht vertreten. Climate-KIC fördert mit Büros in 15 europäischen Ländern Innovationsprojekte, Start-ups und Nachwuchsinnovatoren. In dem Netzwerk arbeiten über 250 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlichem Sektor und Zivilgesellschaft an Innovationen zur Bekämpfung des Klimawandels.

Über CHORA city & energy  an der TU Berlin
Das Fachgebiet CHORA city & energy für nachhaltige Stadtentwicklung und Städtebau unter Leitung von Prof. Raoul Bunschoten entwickelt neuartige Stadtplanungsinstrumente unter Ausnutzung digitaler Werkzeuge und spielerischer Verhandlungsmethoden. Ziel ist es, stadtplanerische Prozesse demokratischer und offener zu gestalten. Hauptforschungsgegenstand ist dabei die BrainBox, ein mobiler Visualisierungs- und Simulationsraum für die Stadtgesellschaft, in dem die Komplexität städtischer Entwicklungsprozesse erfahrbar und spielbar verhandelbar wird. Das transdisziplinäre Forschungsteam besteht aus Stadtplanerinnen und Stadtplanern, Architektinnen und Architekten, Technologinnen und Technologen, Interaktionskünstlerinnen und Interaktionskünstlern sowie Gesellschaftswissenschaftlerinnen und Gesellschafts-wissenschaftlern.

sc

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Nadine Kuhla von Bergmann
Technische Universität Berlin
Institut für Architektur
Fachgebiet CHORA city & energy
Tel.: +49 30 314-27940

www.chora.tu-berlin.de

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.