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TU Berlin

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Die Segregation unserer Städte

Freitag, 17. Mai 2013

Medieninformation Nr. 101/2013

Einladung zur Vorträgen und Podiumsdiskussion am 23. Mai

Die einen wohnen gerne exklusiv, die anderen haben kaum noch eine Wahl. Was macht die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft mit unseren Städten? Und wie können Planer und Bürger reagieren? Das Institut für Soziologie der TU Berlin lädt zu einer Diskussion um Praxis und Möglichkeiten deutscher Städte, die neue Normalität der „Gated Communities“ (abgeschlossene Wohnkomplexe), wilde Mischungen und neue Wege ein.

Die soziale wie räumliche Segregation, die Aus- und Abgrenzung verschiedener Bevölkerungsgruppen, wird zu einem wachsenden Problem unserer Städte. Dabei geht es nicht um migrantische „Parallelgesellschaften“, die in deutschen Städten nachweislich nur als hartnäckiger Mythos existieren. Ein viel realeres Phänomen ist die sozio-ökonomische Polarisierung, die in „sozialen Brennpunkten“ oder abgeschotteten Luxusvierteln lediglich ihre Extreme findet. Eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik lieferte Mitte 2012 alarmierende Ergebnisse: Obwohl die Zahl armer Familien im Durchschnitt in vielen Städten zurückging, ist die Segregation der von Armut Betroffenen in den meisten Städten gestiegen.

Um dieser Segregation entgegenzusteuern, bedarf es der fein justierten „Einmischung“ vonseiten der Städte. In Zeiten, in denen die Wohnungspolitik dereguliert, kommunale Wohnungsbestände privatisiert und Sozialwohnungskontingente abgebaut werden, ist das keine leichte Aufgabe. Wie deutsche Kommunen und Wohnungsunternehmen versuchen, soziale Mischung zu fördern, über welche Instrumente sie verfügen, in welche Konflikte sie bei deren Anwendung geraten, legen zum Beispiel die Stuttgarter Forscher Tilman Harlander und Gerd Kuhn in ihrem Vortrag dar.

Wir laden herzlich zur Vorträgen und einer Podiumsdiskussion ein:
Zeit:
am Donnerstag, 23. Mai, 18.00 Uhr
Ort:
Orangelab, Ernst-Reuter-Platz 2 / Ecke Hardenbergstraße,  10587 Berlin, Erdgeschoss

Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung wird gebeten unter:
www.bauwelt.de/bauwelt/gespraech/segregation

Bitte weisen Sie in Ihrem Medium auf die Veranstaltung hin.

Wie wird sich die Segregation hierzulande entwickeln? Der Blick auf unsere europäischen Nachbarn führt verschiedene Möglichkeiten vor Augen: Zum Beispiel die in den nordeuropäischen Wohlfahrtsstaaten mit ihrer geringeren Polarisierung oder in den süd- und osteuropäischen Ländern, wo Gated Communities inzwischen Normalität sind. Welche Folgen das haben kann, zeigt das Beispiel Warschau, von dem die polnische Soziologin Joanna Kusiak berichten wird: Die Stadt ist durch über 400 Gated Communities derart fragmentiert, dass eine sinnvolle Stadtplanung für die weiterhin kommunal verwalteten Gebiete außerhalb der Zäune schier unmöglich wird. Erfreulicher ist da schon der Blick in die Schweiz, wo Genossenschaften derzeit mit neuen Mischungskonzepten experimentieren, die Andreas Hofer von der Baugenossenschaft „Mehr als Wohnen“ vorstellen wird.

Im Anschluss an die Vorträge diskutieren die Vortragenden mit Bernhard Hummel vom Mietshäusersyndikat und Ephraim Gothe, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, über aktuelle Tendenzen und Möglichkeiten der Einflussnahme.

Programm

Begrüßung: Cordelia Polinna, TU Berlin
Einführung: Brigitte Schultz, Bauwelt

Polarisierung oder Mischung der Stadtgesellschaften?
Tilman Harlander, Gerd Kuhn, Universität Stuttgart

Gated Kapitalismus – Projektentwicklerpolitik in Warschau
Joanna Kusiak, Universität Warschau

Dichte, Vielfalt, Vernetzung – Strategien für nachhaltige Quartiere
Andreas Hofer, Baugenossenschaft „Mehr als Wohnen“, Zürich

Podiumsdiskussion
"Was macht Segregation mit unseren Städten – und wie kann man gegensteuern?"
Diskussionsrunde mit den Vortragenden sowie Bernhard Hummel, Mietshäusersyndikat, und Ephraim Gothe, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt

Moderation: Aljoscha Hofmann, Think Berl!n

ehr

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Aljoscha Hofmann
Institut für Soziologie
Fachgebiet Planung- und Architektursoziologie
Tel.: 030/314- 25971

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