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TU Berlin

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Gemeinsame Pressemitteilung der Technischen Universität Berlin und der Stiftung Mercator

Erneuerbare: Die globale Perspektive zählt

Montag, 16. Mai 2011

Medieninformation Nr. 137/2011

In einem Sonderbericht zeigt der Weltklimarat IPCC, wie erneuerbare Energiequellen zur künftigen Energieversorgung und zur Vermeidung des Klimawandels beitragen können. Der als umfassende Bestandsaufnahme des aktuell verfügbaren Wissens angelegte „Special Report on Renewable Energy Sources and Climate Change Mitigation“ (SRREN) wird am heutigen Montag in Deutschland der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf Einladung der Technischen Universität Berlin und der Stiftung Mercator diskutieren die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Annette Schavan und der Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen den Bericht mit Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Co-Chair der IPCC-Arbeitsgruppe „Vermeidung des Klimawandels“, die den Bericht erstellte.

„Erneuerbare Energiequellen können schon 2050 rund drei Viertel der weltweiten Energieversorgung liefern“, sagt Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, der an der TU Berlin das Fachgebiet „Ökonomie des Klimawandels“ leitet. „Doch der Bericht des IPCC zeigt nur auf, dass dieser Weg gangbar ist. Beschreiten müssen wir ihn selbst, wenn wir dieses Ziel erreichen wollen. Und das kann Deutschland nur mit einer geschlossenen europäischen Klima- und Energiepolitik.“

Für den Bericht hat ein internationales Team von Autoren über 160 wissenschaftliche Szenarien ausgewertet. Einige dieser Entwicklungspfade führen zu einem Erneuerbaren-Beitrag von fast 80 Prozent in der Mitte des Jahrhunderts. Bei mehr als der Hälfte der Szenarien lag der Anteil im Jahr 2050 unter 30 Prozent. „Es ist eines unserer zentralen Ergebnisse, dass erneuerbare Energiequellen entscheidend zur Vermeidung des Klimawandels beitragen können, weil mit ihrer Hilfe der Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu ein Drittel gesenkt werden kann. Gleichzeitig stellt uns ihre Einbindung in das Versorgungssystem vor große technische und politische Herausforderungen“, sagt Edenhofer.

„Der Weltklimarat betont die Schlüsselrolle der erneuerbaren Energien für einen wirksamen Klimaschutz im 21. Jahrhundert und bestärkt mit seinem Bericht die Bundesregierung darin, die im Energiekonzept beschlossene Energiewende ins Zeitalter der regenerativen Energien konsequent voranzutreiben“, sagt Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und fügt hinzu: „Deutschland muss seine internationale Vorreiterrolle nicht nur für eigenes Wachstum nutzen, sondern auch seiner Verantwortung gerecht werden, andere Länder auf diesem Weg zu unterstützen. In den Entwicklungsländern sind immer noch 1,4 Milliarden Menschen ohne Zugang zu Energieversorgung. Hier können gerade die erneuerbaren Energien deutliche Fortschritte erzielen und so ein Beitrag für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt sein. Wir dürfen bei den Anstrengungen zum internationalen Klimaschutz nicht nachlassen, denn Klimaschutz ist entscheidend für die Stabilität der internationalen Ordnung. Klimaschutzpolitik ist auch Weltordnungspolitik“, betont Röttgen.

„Der Bericht zeigt deutlich, dass der Forschung eine zentrale Aufgabe beim Übergang ins regenerative Zeitalter zukommt. Wenn wir unsere Klimaziele erreichen und den anstehenden Umbau der Energieversorgung realisieren wollen, dann müssen wir die im Bericht beschriebenen Wissenslücken schließen. Dieser Aufgabe stellen wir uns mit hohen Investitionen in die Forschung“, betont Prof. Dr. Annette Schavan. „Der Weltklimarat bleibt für die Bundesregierung die zentrale Referenz und wissenschaftliche Instanz in Fragen des Klimawandels. Wir begrüßen die verabschiedeten Reformen und werden den nun eingeleiteten Prozess auch weiterhin begleiten“, so die Bundesministerin für Bildung und Forschung.

„Die Stiftung Mercator unterstützt die Präsentation des IPCC-Sonderberichts zu erneuerbaren Energien, weil sie sich in ihrem Themencluster Klimawandel für ambitionierte Treibhausgas-Reduktionsziele einsetzt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein Schlüsselfaktor für das Erreichen dieser Ziele. Hier haben Stiftungen ein großes Wirkungspotenzial“, betont Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Gemeinsam mit der European Climate Foundation haben wir unter anderem die Smart Energy for Europe Platform (SEFEP) in Berlin ins Leben gerufen. SEFEP schafft Dialogplattformen, baut sektorenübergreifende Netzwerke mit dem Ziel auf, den Umbau des europäischen Stromsektors in Richtung erneuerbare Energien und vollständige Dekarbonisierung voranzutreiben.“

„Erneuerbare Energien spielen in der Forschung und der universitären Ausbildung eine wichtige Rolle. So auch an der Technischen Universität Berlin. Wir bilden die Ingenieurinnen und Ingenieure, die Umweltplanerinnen und Umweltplaner aus, die die Konzepte für Erneuerbare Energien umsetzen. Außerdem bieten Universitäten den Ort für den Dialog zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Die heutige Veranstaltung, zu der sich mehr als 1000 Personen angemeldet haben, ist das beste Beispiel dafür", unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin.

Die IPCC-Arbeitsgruppe „Vermeidung des Klimawandels“ wurde im Jahr 2008 am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung angesiedelt, an dem Ottmar Edenhofer Chefökonom ist. Für den aktuellen Bericht hat ein internationales Autorenteam von rund 120 Experten aus aller Welt die Fachliteratur zu sechs erneuerbaren Energiequellen systematisch ausgewertet: Bioenergie, Solarenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Meeresenergie und Windenergie.

Die Zusammenfassung für politische Entscheider, eine Kurzfassung der etwa 1000 Seiten umfassenden Begutachtung wurde in der vergangenen Woche nach der Zustimmung durch die Mitgliedsstaaten des IPCC in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten veröffentlicht. Die Ergebnisse des Berichtes werden auch in den Fünften Sachstandsbericht des Weltklimarats einfließen, der 2014 erscheinen soll.

Weitere Informationen: http://ipcc-wg3.de/

stt

Kontakt:

Technische Universität Berlin
Stefanie Terp
Pressesprecherin
Tel.: 030/314-23922

Stiftung Mercator
Marisa Klasen
Kommunikationsmanagerin
Tel.: 0201/24522-53

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Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator (l.) und Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU BerlinDr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator (l.) und Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU BerlinDr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator (l.) und Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin
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