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TU Berlin

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Stacheldraht, Postenhäuser, Stalinrasen

Mittwoch, 08. Juni 2011

Medieninformation Nr. 167/2011

TU-Forscher dokumentieren erstmals die Baugeschichte der Berliner Mauer / Einladung zur Buchvorstellung am 20. Juni 2011

Zum 50. Jahrestag der Teilung Berlins am 13. August 1961 haben Wissenschaftler der TU Berlin erstmals die Geschichte des Mauerbaus  minutiös dokumentiert. Die Ergebnisse der zehnjährigen Forschungen unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Johannes Cramer liegen nun in dem Band „Die Baugeschichte der Berliner Mauer“ vor, der im Michael Imhof Verlag erschienen ist.

Zur Buchvorstellung möchten wir Sie herzlich einladen.
Zeit:
am Montag, dem 20. Juni 2011, 20.00 Uhr 
Ort:
TU Berlin, Architekturgebäude am Ernst-Reuter-Platz, Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin, Hörsaal A 053 

„Wir haben mit diesem Band die Grenzanlagen so beschrieben, wie sie im Jahr 1961 aussahen, wie sie bis 1989  durch die Grenztruppen kontinuierlich perfektioniert wurden und wie daraus schließlich die Grenzanlagen wurden, die 1990 abgerissen wurden und die Vorstellung von der Berliner Mauer bis heute prägen“, sagt Johannes Cramer, der an der TU Berlin Bau- und Stadtbaugeschichte lehrt.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen der TU-Bauhistoriker zeigen, dass bisherige Erkenntnisse über den Mauerbau revidiert werden müssen: So weist das Team um Johannes Cramer nach, dass die Mauer nicht in vier, sondern in sechs unterschiedlichen Stufen ausgebaut wurde. Weiterhin konnten die Wissenschaftler darlegen, dass die Grenze, so wie sie 1990 abgerissen wurde, sich über weite Strecken noch im Zustand der sechziger Jahre befand und keinesfalls eine perfekte, modernisierte Grenze war. Dazu steht nicht im Widerspruch, dass die Grenzanlagen mit immer perfideren Details ausgestattet wurden, um Fluchtversuche zu verhindern. „Der Flüchtende musste bis zu 15 unterschiedliche Hindernisse überwinden, bis er den Westen erreicht hatte“, so Cramer.

Zur wissenschaftlichen Genauigkeit gehört auch, dass die TU-Bauhistoriker darauf verweisen, dass eine wirkliche Mauer erst am 15. August 1961 gebaut wurde und dass die Mauer in den weniger wahrgenommenen Außenbezirken bis zuletzt hauptsächlich aus Zäunen bestand. Das Verdienst von Cramers Team besteht unter anderem auch darin, nicht nur die innerstädtische Grenze erforscht zu haben, sondern die gesamten Grenzanlagen rund um West-Berlin, die heute fast vollständig verschwunden sind. „Bei der Rekonstruktion der Baugeschichte bedienten wir uns der Methoden der historischen Sachforschung wie der Archäologie, Bauforschung, Inventarisierung und Quellenauswertung – also wie sie auch bei der Erforschung einer antiken oder mittelalterlichen Stadtmauer zum Einsatz kommen“, sagt Johannes Cramer.

Der Band ist in drei Abschnitte gegliedert: Der erste beschäftigt sich mit der Baugeschichte der Grenzanlagen und Grenzübergänge, der zweite mit den Hintergründen zur Planung und Infrastruktur und der dritte mit dem Mauerfall und dem Mauergedenken. Cramers Buch versteht sich auch als Plädoyer dafür, die 20 Jahre nach dem Mauerfall noch vorhandenen Reste der Berliner Mauer als historische Zeugnisse umfassender zu bewahren, als das derzeit der Fall ist.

Johannes Cramer, Tobias Rütenik, Philipp Speiser, Gabri van Tussenbroek, Peter Boeger, Die Baugeschichte der Berliner Mauer, 447 Seiten, 475 meist farbige Fotos, 36 Karten und mehr als 150 Zeichnungen, Petersberg (Michael Imhof Verlag) 2011, ISBN 978-3-86568-498-1, 69 Euro

sn

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr.-Ing. Johannes Cramer
Fachgebiet Bau- und Stadtbeschichte
Institut für Architektur
TU Berlin
Straße des 17. Juni 152
10623 Berlin
Tel.: 030/314-219 46

baugeschichte.a.tu-berlin.de

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