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TU Berlin

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Von Mäusen, Menschen und Medizin

Montag, 11. Januar 2010

Medieninformation Nr. 7/2010

„Queen’s Lecture“ an der TU Berlin mit Nobelpreisträger und Stammzellenforscher Sir Martin Evans – 4. Februar 2010 / Einladung zur Pressekonferenz

Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder auch Herzleiden gehören heute nach wie vor zu den schwer oder nicht heilbaren Gesundheitsstörungen. Um diese besser zu verstehen und besiegen zu können, muss man unter anderem auch ihre genetischen Ursachen aufdecken. Einen großen Schritt in diese Richtung unternahmen zwei amerikanische und ein britischer Genforscher. Für ihre fundamentalen Entdeckungen und Entwicklungen in der Gen- und Stammzellenforschung wurden diese 2007 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet: Einer der Preisträger, der Brite Martin J. Evans, wird am 4. Februar 2010 an der TU Berlin die traditionelle „Queen’s Lecture“ halten. Er wird erklären, wie bei Mäusen gezielt Gene „ein- und ausgeschaltet“ werden können, und wie die Menschheit von diesen sogenannten „Knock-out“-Mäusen profitieren kann.

Queen’s Lecture 2010: „Mice, Men and Medicine“
Professor Sir Martin Evans, Nobelpreisträger 2007
Zeit:
am Donnerstag, dem 4. Februar 2010, 17 Uhr
Ort:
TU Berlin, Auditorium Maximum, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Pressekonferenz
Zeit:
11 Uhr
Ort:
TU Berlin, Hauptgebäude, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Raum H 1035

(Bitte melden Sie sich mit dem Antwortfax an oder per Mail)

„Gen-Targeting“ wird die Technik genannt, die sich inzwischen weltweit in der Biomedizin durchgesetzt hat. Sie entstand aus der Rekombination spezifischer Gene in Säugetierzellen, entwickelt von den amerikanischen Preisträgern, und den Entdeckungen in der Stammzellenforschung von Sir Martin Evans, die eine Vererbung von modifizierten Genen erlauben. Embryonale Stammzellen haben die besondere Eigenschaft, dass sie sich noch zu jeder beliebigen Körperzelle ausdifferenzieren können. Durch die Kombination beider Techniken können die Forscher gezielt Gene in der DNS, der Erbsubstanz von Mäusen ausschalten oder Mutationen einschleusen und anschließend die dadurch hervorgerufenen Veränderungen am Tier studieren. Mehr als 10.000 Mäusegene konnten die Wissenschaftler bereits kontrolliert ausschalten.

Nur wenige Jahre nach diesem wissenschaftlichen Durchbruch sind die sogenannten „Knock-out“-Mäuse heute zu einem zentralen Werkzeug in der internationalen Genforschung geworden, denn in den „Knock-out“-Mäusen können spezifische genetische Modifikationen zu bestimmten Zeiten in bestimmten Zellen oder Organen aktiviert werden. Fast jeder Aspekt der Physiologie von Säugern kann so studiert werden. Von den Mäusegenen könnten durchaus Rückschlüsse auf das Verhalten des menschlichen Genoms gezogen werden, so Sir Martin Evans. Er selbst setzt das „Gen-Targeting“ bei Mäusen unter anderem zur Untersuchung der erblich bedingten, mit dem frühen Tod endenden und bislang unheilbaren Krankheit Mukoviszidose ein, zur Untersuchung von Brustkrebs sowie zum Test verschiedener Gen-Therapien. „Die Auswirkungen dieser Forschung für das Verständnis von Gen-Funktionen und die daraus resultierenden Gewinne für die Menschheit werden noch viele Jahre weiter anwachsen“, hatte das Nobelpreiskomitee 2007 die Vergabe dieser höchsten Auszeichnung an die drei Genforscher begründet.

Professor Sir Martin J. Evans FRS – Zur Person

Professor Sir Martin Evans FRS war der erste Wissenschaftler, der embryonale Stammzellen identifiziert hat. Diese sind für eine Vielzahl medizinischer Anwendungen geeignet und werden heute in praktisch allen Bereichen der Biomedizin von der Grundlagenforschung bis zur Therapieentwicklung genutzt. Für seine bahnbrechenden Entdeckungen in der Stammzellenforschung und der DNS-Rekombination bei Säugetieren wurde er 2007 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet, zusammen mit den beiden Amerikanern Mario Capecchi und Oliver Smithies. Der Biochemiker Evans graduierte 1963, erhielt 1966 einen Master der University of Cambridge, 1969 einen PhD des University College London und 1996 einen Doctor of Science (DSc). Seit 1999 ist er in der School of Biosciences der Cardiff University tätig, seit November 2009 als deren Präsident. 1993 wurde er zum Fellow of the Royal Society gewählt (FRS). Viele Fachartikel, Auszeichnungen und mehrere Ehrendoktortitel zeugen von seiner Leistung und Anerkennung in der wissenschaftlichen Welt. Für seine Leistungen wurde der Medizinprofessor 2004 von der britischen Königin geadelt. Im Juli 2009 krönte eine weitere besondere Auszeichnung die Arbeit von Sir Martin Evans: Er erhielt die Copley-Medaille der Royal Society, einen der ältesten und renommiertesten wissenschaftlichen Preise der Gesellschaft. Zu den früheren Copley-Medaillenträgern zählen unter anderem Albert Einstein, Charles Darwin, Michael Faraday und Stephen Hawking.
Weitere Informationen unter www.cardiff.ac.uk/martinevans.

Zur Queen’s Lecture

Die „Queen´s Lectures“ sind eine Vortragsreihe, die von Königin Elisabeth II. anlässlich ihres Berlin-Besuchs 1965 als Gastgeschenk an die Stadt Berlin eingeführt wurde. Jedes Jahr hält ein renommierter britischer Wissenschaftler einen Vortrag über sein Fachgebiet, sei es zu wirtschaftlichen, kulturellen oder naturwissenschaftlichen Themen. Seit dem 1. Dezember 1997, dem 50. Jahrestag der Neugründung der Technischen Hochschule Berlin als TU Berlin finden die Vorträge regelmäßig an der Technischen Universität Berlin statt und sind fester Bestandteil des Kulturprogramms der Universität. In den letzten Jahren waren unter anderem der Mathematiker Ian N. Stewart, der Energie- und Umweltforscher Peter Pearson oder der Astrophysiker Lord Rees of Ludlow zu Gast. Unterstützt wird die „Queen’s Lecture“ vom British Council, Großbritanniens internationaler Organisation für Bildung und Kulturbeziehungen, und der Britischen Botschaft.

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Der Eintritt ist frei.

5.533 Zeichen / pp

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Patricia Pätzold-Algner
Pressereferentin
Referat für Presse und Information der Technischen Universität Berlin
Tel.: 030 / 314-79773 oder –23922


www.tu-berlin.de/?id=7121
www.britishcouncil.de

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