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TU Berlin

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Erziehungswissenschaftlerin Dr. Diana Raufelder erhält Schumpeter-Fellowship der Volkswagen-Stiftung

Mittwoch, 17. Februar 2010

Medieninformation Nr. 47/2010

Stipendium fördert den Hochschullehrer- und Führungsnachwuchs in den Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften und ist mit 510.000 Euro dotiert

Die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Diana Raufelder ist mit einem Schumpeter-Fellowship der Volkswagen-Stiftung ausgezeichnet worden. Mit dem Stipendium fördert die Volkswagen-Stiftung ihr Forschungsprojekt zur Bedeutung sozio-emotionaler Faktoren im schulischen Lernprozess unter Berücksichtigung neurobiologischer Prozesse. Das Projekt ist am Fachgebiet Pädagogische Psychologie, das von Prof. Dr. Angela Ittel geleitet wird, angesiedelt und wird mit 510.000 Euro über fünf Jahre finanziert.

Das Forschungsprojekt

Sowohl pädagogisch-psychologische als auch kulturanthropologische Forschungsbefunde zeigen, dass soziale Beziehungen und damit verbundene Emotionen den schulischen Lehr- und Lernprozess entscheidend beeinflussen. Qualitativ und quantitativ methodisch orientierte Studien zum Lehrer-Schüler-Verhältnis, zum Schüler-Schüler-Verhältnis, zum Klassen- und Schulklima, aber auch zum Lebensort Schule verdeutlichen, dass der individuelle Lernerfolg von Schülern durch positiv emotional erlebte soziale Beziehungen begünstigt wird.

Diesen Ergebnissen widersprechen aber Befunde, die zeigen, dass es auch Schüler gibt, die konstante gute beziehungsweise schlechte Schulleistungen haben, unabhängig von den Lehrern, die sie unterrichten, oder den Klassenkameraden, die sie umgeben.

Wie dieses Phänomen zu erklären ist, welche Bedeutung sozio-emotionale Faktoren im schulischen Lernprozess haben und ob sie für alle Schüler gleich relevant sind, diesen Fragen wird Dr. Diana Raufelder in ihrem Projekt an der TU Berlin nachgehen.

Aufgrund der Komplexität der Zusammenhänge zwischen sozio-emotionalen Faktoren und Lernprozessen im schulischen Kontext haben bisherige empirische Studien oft nur einzelne Aspekte dieser Faktoren, wie Motivation, Schul- und Klassenklima oder das Lehrer-Schüler-Verhältnis untersucht und lediglich Modelle erstellt, die einzelne Aspekte dieses Geschehens begründen. In den vergangenen Jahren wurde zudem diese Thematik – wenn überhaupt – nur am Rande der Diskussion um Schul- und Bildungsreformen beachtet. Durch das wachsende neurowissenschaftliche Interesse an Prozessen des Lernens wird die Bedeutung sozio-emotionaler Faktoren in jüngster Zeit jedoch neu diskutiert: Denn wenn man weiß, wie kognitive Lernprozesse im Gehirn funktionieren, durch welche Faktoren sie gesteuert und beeinflusst werden, dann kann man im Sinne des Lernens fördernd auf sie einwirken.

Schumpeter-Fellowship

Mit den Schumpeter-Fellowships – benannt nach Joseph Alois Schumpeter, einem der erfolgreichsten Volkswirtschaftler des 20. Jahrhunderts – werden exzellente junge Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaftler gefördert, die mit ihren Projekten wissenschaftliches Neuland erschließen wollen. Seit dem Jahr 2006 vergibt die Stiftung pro Jahr etwa acht bis zehn Schumpeter-Fellowships. Die prämierten Vorhaben sollen inhaltliche und methodische Fachgrenzen ausloten und gegebenenfalls aufbrechen oder durch Kooperationen jenseits üblicher Fächerkombinationen zur wissenschaftlichen Neuorientierung beitragen. Eine Einbindung thematisch angrenzender Disziplinen wie etwa Mathematik, Physik, Psychologie, Kognitions- und Neurowissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Philosophie oder Geschichte wird begrüßt.

Voraussetzung für eine Bewerbung ist eine Promotion mit herausragendem Ergebnis, die nicht länger als fünf Jahre zurückliegen sollte, und das Vermögen, sich mit eigenständigen Beiträgen international zu positionieren.

Diana Raufelder hatte im Jahr 2006 zum Thema „Die Bedeutung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses im Bildungsprozess – eine Ethnographie“ an der FU Berlin promoviert. Ihr Promotionsvorhaben war bereits fächerübergreifend ausgelegt, insofern als Aspekte des schulpädagogischen Kontextes (insbesondere das Lehrer-Schüler-Verhältnis) unter Berücksichtigung kulturanthropologischer Aspekte und Methoden analysiert wurden. Am Beispiel eines Gymnasiums in Baden-Württemberg wurde eindrücklich dokumentiert, wie Rollenmuster, die von Macht und Abwehr geprägt sind, Lehrende und Lernende in einen ritualisierten Umgang zwängen, der einer produktiven Bildungsgemeinschaft entgegensteht.

sn

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Diana Raufelder
Institut für Erziehungswissenschaft der TU Berlin
Fachgebiet Pädagogische Psychologie
Franklinstraße 28–29
10587 Berlin
Tel.: 030/314-73227
Fax: -73223

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