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TU Berlin

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Gemeinsame Medieninformation der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) und der TU Berlin

Experten fordern mehr Beteiligungs- und Freiheitsformen für lebenslanges Lernen

Mittwoch, 23. September 2009

Medieninformation Nr. 230/2009

200 Tagungsteilnehmer diskutierten in Berlin die Anforderungen an wissenschaftliche Weiterbildung als Fortsetzung des Bologna-Prozesses

200 Teilnehmer aus deutschen Hochschulen, der Schweiz und Österreich nahmen Mitte September an der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für wissenschaftliche Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin teil. Die Tagung hatte das Motto: "Wissenschaftliche Weiterbildung: Zehn Jahre Bologna - Alter Wein in neuen Schläuchen oder Paradigmenwechsel?". Im Mittelpunkt standen die Durchlässigkeit der Bildungssysteme sowie neue Perspektiven und Bildungskonzepte des berufsbegleitenden Studierens in der zweiten Phase des Bolognaprozesses.

In den politischen Statements und in den Diskussionen der zwölf Workshops wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern folgende Erfordernisse für die wissenschaftliche Weiterbildung aufgezeigt:

  • eine stärkere Abstimmung von grundständigen Studienangeboten und wissenschaftlicher Weiterbildung sowie eine stärkere Durchlässigkeit und Verzahnung des Hochschulsystems mit anderen Bildungssystemen,
  • ein korrespondierendes System zwischen Beruf, Hochschule und Weiterbildung unter Einbezug alternativer Zugangswege,
  • die Verankerung der wissenschaftlichen Weiterbildung in die Hochschulstruktur und die Sicherstellung ihrer wissenschaftlichen und forschungsbasierten Profilbildung,
  • eine kontinuierliche Qualitätssicherung der wissenschaftlichen Weiterbildung unter der Leitidee der Modularisierung und des Leistungspunkte-Systems (ECTS),
  • der Ausbau von Forschungs- und Förderprogrammen durch den Bund zur Fortentwicklung der wissenschaftlichen Weiterbildung und ihre Aufnahme in die nationale Bildungsberichterstattung.

Insgesamt zeigte die Tagung, dass die zweite Phase von Bologna für die Hochschulen ein Prozess sein wird, der mehr Beteiligungs- und Freiheitsformen für das lebenslange Lernen bringen wird. Mit dem Fokus auf Beschäftigungsfähigkeit bekommt die wissenschaftliche Weiterbildung außerdem eine strategische Funktion für die Hochschulentwicklung.

Der Vorsitzende der DGWF, Dr. Martin Beyersdorf, sieht in den Ergebnissen der Tagung einen neuen Aufbruch für die wissenschaftliche Weiterbildung und das berufsbegleitende Lernen. Dies zeige sich daran, dass die Hochschulen bereits jetzt anfangen, sich auf die Zeit nach dem "Studienanfängerhoch" durch den doppelten Abiturjahrgang einzustellen. Denn mittlerweile sei es in den Hochschulen aktuell eher eine Frage der zur Verfügung stehenden Kapazitäten und auch der Anreize, in wieweit und in welchem Umfang wissenschaftliche Weiterbildung angeboten wird und weniger eine Frage der Bedeutung hochkarätiger Weiterbildung im lebenslangen Lernprozess.

Die Vizepräsidentin der TU Berlin, Prof. Dr. Gabriele Wendorf, betonte auf der Tagung, dass die besondere Chance bestehe, mit den Hochschulen und ihrer wissenschaftlichen Weiterbildung Stanortvorteile zu schaffen und die Regionalentwicklung zu fördern.

Peter Greisler, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Bildung und Forschung, forderte die anwesenden Experten ausdrücklich auf, Forderungen an die Politik zu stellen, adäquate Rahmenbedingungen für die Teilnahme an Weiterbildung zu schaffen. Diese hätten sich an der realen Lebenswirklichkeit von berufstätigen Erwachsenen und deren Bildungsvoraussetzungen zu orientieren, um Bildungsausschlüsse zu vermeiden.

Der Berliner Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Dr. Hans-Gerhard Husung, verwies darauf, dass sich mit dem Berliner Masterplan "Wissen schafft Zukunft" im Bereich der Lehre den aktuellen Herausforderungen gestellt werde; mit der wissenschaftlichen Weiterbildung und ihren vielfältigen Angeboten würden Grundlagen für die Zukunft Berlins geschaffen. Hierbei betonte er, dass die Politik dafür Sorge zu tragen habe, dass Teilnehmer von wissenschaftlichen Weiterbildungsangeboten bei gleicher Leistung auch dieselben Abschlüsse erhalten müssten - trotz unterschiedlicher Zugangsvoraussetzungen. Dies ist bisher in den meisten Bundesländern nicht der Fall.

Der Generalsekretär der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Dr. Thomas Kathöfer, bekräftigte ein Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit der DGWF, um gemeinsame Orientierungen für die wissenschaftliche Weiterbildung und ihre berufliche Verwendbarkeit zu entwickeln.

stt

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Dipl.-Päd. Ulrike Strate
TU Berlin
Leiterin der Zentraleinrichtung Kooperation
Tel.: 030/314-23530

www.zek.tu-berlin.de
Dr. Martin Beyersdorf
Vorsitzender der DGWF
Tel.: 0511/762-4745

www.dgwf.net

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