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TU Berlin

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Thereminklänge und Electro-Tracks zwischen Schinkel-Säulen

Mittwoch, 19. August 2009

Medieninformation Nr. 197/2009

TU-Studierende präsentieren zur Saisoneröffnung des Konzerthauses Berlin wissenschaftliche Erkenntnisse als künstlerische Inszenierungen

Der klassische Konzertbesuch – Konzertsaal betreten, Konzert hören, Konzertsaal verlassen – erfährt immer neue Varianten, so auch bei der Saisoneröffnung des Konzerthauses Berlin. Studierende des Moduls "Wissenschaftliche Kulturpraxis", das von der Musikwissenschaftlerin Prof. Dr. Elena Ungeheuer geleitet wird, wagen am 27. August 2009 im Konzerthaus Berlin am Gendarmenmarkt wissenschaftlich inspirierte Experimente mit musiktheatralischen Inszenierungen und musikalischen Liveperformances. Die Besucher sind eingeladen, auf einem nachgebauten Theremin zu spielen, einem der ersten elektroakustischen Musikinstrumente der Welt.

Wir möchten Sie zu der Veranstaltung "ohrenstrand.net im Konzerthaus Berlin – Orchesterfest: Bienvenue!" herzlich einladen.
Zeit:
am Donnerstag, dem 27. August 2009, ab 18.30 Uhr
Ort:
Konzerthaus Berlin, Am Gendarmenmarkt 2, 10117 Berlin, Musikclub (inkl. Foyer)

Noch bevor um 19.30 Uhr im Großen Saal des (unbestuhlten) Konzerthauses die fünf Präludien aus „La femme 100 têtes“ zu hören sein werden, wird der Komponist dieses Stückes, George Antheil, als Gastgeber einer fiktiven Abendgesellschaft im Paris der 1920er Jahre zu erleben sein. Die 15-minütige Inszenierung nennen die TU-Studierenden "George Antheil lädt zur Soiree". Antheils Gäste sind der irische Schriftsteller James Joyce, die französische Chansonsängerin Rina Ketty und die amerikanische Schriftstellerin und Kunstmäzenin Gertrude Stein. Antheil, auch Pianist, wird auf dem Klavier spielen, Ketty eines ihrer bekanntesten Lieder singen und Joyce und Stein werden ihre Lyrik vortragen. All diese Protagonisten der Pariser Künstlerszene werden von Studierenden der TU Berlin und Gästen wie dem Pianisten Ulli Ripke dargestellt.

"Als Studierende des Moduls ‚Wissenschaftliche Kulturpraxis‘ haben wir nach Ideen gesucht, ein kulturelles Ereignis, wie die dem Thema ‚Paris‘ gewidmete Saisoneröffnung des Konzerthauses, durch wissenschaftliche Recherche zu begleiten und Hintergründe, Zusammenhänge, Besonderheiten sinnlich erfahrbar zu präsentieren", sagt Christian Adamek, der die Soiree mit entworfen hat.

Wissenschaft kunstvoll verpackt

Als Elena Ungeheuer 2007 das fächerübergreifende Modul an der TU Berlin ins Leben rief, stand dahinter die Idee, "dem Vorurteil entgegenzutreten, Wissenschaftler könnten zum Kulturleben nur theoretische Grundlagenforschung beitragen, die zudem außerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft kaum wahrgenommen wird", sagt Ungeheuer. "Ich möchte, dass die Studierenden lernen, kulturelle Verantwortung durch praktisches Engagement in konkreter Zusammenarbeit mit den verschiedensten Kulturinstitutionen zu übernehmen."

Entstanden ist eine außergewöhnliche Kooperation zwischen der TU Berlin und dem Konzerthaus Berlin. Zwei Semester lang haben die TU-Studierenden unter Leitung von Elena Ungeheuer und Dr. Annette Wostrak, ehemalige Mitarbeiterin des Konzerthauses Berlin, die Pariser Künstler- und Musikerszene des 20. Jahrhunderts erforscht und ihre Erkenntnisse in eigenen künstlerischen Produktionen verarbeitet. Lohn der Arbeit: Die Produktionen sind Teil des anspruchvollen Programms, mit dem am 27. August 2009 die Konzertsaison des Konzerthauses Berlin eröffnet wird. "Das Konzerthaus Berlin sucht immer wieder nach neuen Wegen, das Publikum für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts zu begeistern. Die Zusammenarbeit mit den Studierenden bot eine tolle Möglichkeit, die Kreativität junger Menschen in die schwierige Aufgabe der Vermittlung dieser Musik einzubinden", sagt Annette Wostrak.

Die Inszenierung "George Antheil lädt zur Soiree" ist nur eines von insgesamt fünf Projekten, mit denen sich die TU-Studierenden an diesem Abend im Foyer und im Musikclub des Konzerthauses buchstäblich in Szene setzen werden. So haben Karim Mansour (TU Berlin) und Clemens Rynkowski, sich mit dem Theremin beschäftigt und diesen exotischen, über die Luft spielbaren Vorläufer heutiger Synthesizer nachgebaut. Besucher werden nicht nur die Gelegenheit haben zu erfahren, wie Erfindungen der Physik die Entwicklung der Musik beeinflussten, wodurch der bisher viel zu sehr vernachlässigte Zusammenhang von technischen Neuerungen und künstlerischer Avantgarde in den Fokus rückt. Sie werden auf diesem Instrument auch spielen können.

Begleitend zur Aufführung des Stückes „Die beiden Blinden“ von Jacques Offenbach im Großen Saal haben sich Studierende der TU Berlin der Frage gewidmet, ob und wie der Komponist zu seiner Zeit provozierte. Zwei "Blinde" verteilen im Stil heutiger Obdachloser eine mit Informationen zur Uraufführung des Werks angefüllte Zeitung, die an das damalige Blatt "La Vie Parisienne" angelehnt ist.

Im Foyer werden die Konzertbesucher auf eine ganz besondere historische Figur treffen. Der Manager aus Erik Saties Stück „Parade“ wird dort wandeln. Außerdem können sie das von Pablo Picasso entworfene kubistische Bühnenbild erkunden und die Geheimnisse seiner zahlreichen Schubläden und Kästen lüften. TU-Studierende haben das Bühnenbild in Originalgröße nachempfunden.

Von der Avantgarde wird schließlich eine Brücke in die Jetztzeit geschlagen. Die TU-Studierenden führen ab 23.30 Uhr im Musikclub ihre eigenen Kompositionen auf, Remixes aus alter und neuer Musik zwischen Paris und Deutschland. Ganz nach der Devise: Raus aus der Berliner Untergrund-Clubszene, rein in Schinkels altehrwürdiges Konzerthaus.

Das Orchesterfest ist ein Projekt des Konzerthauses Berlin im Rahmen von ohrenstrand.net, dem Berliner Netzwerk für neugieriges Hören. Am Orchesterfest beteiligen sich neben dem gastgebenden Konzerthaus und der TU Berlin weitere Partner von ohrenstrand.net: die singuhr – hoergalerie und das Kammerensemble Neue Musik Berlin. ohrenstrand.net wird gefördert durch das Netzwerk Neue Musik, ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

Über alle Projekte und den Zeitplan informiert das Programmheft der Studierenden der TU Berlin:

Das vollständige Programm im Konzerthaus Berlin am 27. August 2009 finden Sie unter:

sn

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr. Elena Ungeheuer
Fachgebiet Musikwissenschaft
Institut für Sprache und Kommunikation der TU Berlin
Straße des 17. Juni 135
10623 Berlin
Tel.: 030/314-22235,

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