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TU Berlin

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Stahlintarsien in Beton

Montag, 31. März 2008

Medieninformation Nr. 62/2008

Volker Schmid forscht zu dem Thema der hybriden Bauweise. Sie ermöglicht den Ingenieuren und Architekten eine neue Formensprache

Sei es das Paul-Klee-Zentrum in Bern des Architekten Renzo Piano, das schottische Parlament in Edinburgh von Henrique Mirailles oder das Haus für Musik und Musiktheater in Graz – bei all diesen anspruchsvollen Projekten leitete Volker Schmid die Planung der Tragwerke. Und auch bei den überdimensionalen Fußballschuhen, aufgestellt zwischen Kanzleramt und Berliner Hauptbahnhof zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, hatte Volker Schmid die Hände im Spiel.

So unterschiedlich diese Bauwerke und Skulpturen sein mögen, ihnen ist gemeinsam, dass es sogenannte Hybridkonstruktionen sind, Konstruktionen, bei denen unterschiedliche Materialien miteinander verbunden werden. Beim Paul-Klee-Zentrum zum Beispiel, einem Museumsneubau, wurden wellenförmige Stahlträger auf raffinierte Weise mit Glas und Holz kombiniert. Bei den Fußballschuhen wurde nach dem Sandwichprinzip ein Schaumstoffkern mit Deckschichten aus glasfaserverstärktem Kunststoff verbunden.

„Jedes Material hat besondere Eigenschaften und ist deshalb für bestimmte Aufgaben mehr oder weniger gut geeignet“, sagt Schmid, der als neuberufener Professor an der TU Berlin das Fachgebiet „Entwerfen und Konstruieren – Verbundstrukturen“ leitet und zuvor in London beim international renommierten Ingenieurbüro „Arup“  zu dem Thema der hybriden Bauweise forschte. Die Kombination von verschiedensten Materialien ermöglicht es, so zu bauen, dass die Werkstoffe entsprechend ihren Eigenschaften optimal eingesetzt werden. Bauten nur aus Stahl oder Beton gehören der Vergangenheit an.

„Die intelligente Kombination unterschiedlicher Werkstoffe zu hybriden Tragwerken führt zu neuen, hocheffizienten Strukturen und einer neuen Formensprache“, sagt Volker Schmid. Diese widerspiegelt sich zum Beispiel an der Mensa der Universität in Karlsruhe. Hier wurde das Tragwerk aus Holz mit Polyurethan bestrichen, einer gummiartigen wasserabweisenden Schicht, wie sie zur Abdichtung von Betonbrücken verwendet wird. „Holz und Polyurethan sind so noch nie zusammen verwendet worden. Es entstand im Holzbau eine völlig neue Form“, sagt Schmid.

An die Grenzen des bisher Machbaren ist der Bauingenieur auch bei der Konstruktion des Tragwerkes für das „Metropol Parasol“ in Sevilla gegangen. Das Bauwerk ist eine Beschattungskonstruktion für einen Platz im Zentrum der Stadt und besteht aus sechs circa 27 Meter hohen Sonnenschirmen; entworfen von dem Berliner Architekten Jürgen Mayer H. Zwei der sechs Stämme sind aus Beton, das geplante Restaurant in 20 Meter Höhe wird von Stahlstreben getragen, und die Schirme selbst sind aus Holz. Für die Verbindungen in der kühnen wabenartigen Holzkonstruktion der Schirme kommt das in der Betonbauweise gängige Vorspannprinzip zum Einsatz. Ein Novum. Auch bei der Verbindung zwischen Beton und Stahl probiert Volker Schmid eine neue Methode aus, die sich der Laie als eine Art Stahlintarsie in Beton vorstellen kann. Schmid: „Die große Herausforderung der hybriden Bauweise besteht darin, die unterschiedlichen Werkstoffe materialgerecht miteinander zu verbinden.“ Das wird ein Schwerpunkt seiner Forschung sein.

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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr.-Ing. Volker Schmid
Institut für Bauingenieurwesen der TU Berlin
Fachgebiet „Entwerfen und Konstruieren von Verbundstrukturen“
Gustav-Meyer-Allee 25
13355 Berlin
Tel.: 030/314-72162
Fax: 030/314-72160

www.ek-verbundstrukturen.tu-berlin.de/

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