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TU Berlin

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Bericht vom Hockenheimring

Tagebuch von Adam Witkowski
Tag
Bericht
Montag, 11.08.08
Tag 6: Nach einer kurzen Nacht räumten wir am Vormittag unseren Zeltplatz und brachen auf nach Berlin.
Voller Ideen, um für das nächste Jahr einen noch besseren Wagen zu bauen, möchten wir an dieser Stelle statt loszulegen, Tag und Nacht zu arbeiten und wieder nach vorne zu schauen, rückblickend sagen: Danke! Danke für die Unterstützung seitens der Universität und ihrer Einrichtungen, die uns stützten. Danke für die Unterstützung seitens unserer Sponsoren und Förderer, die uns ermöglichten, solch einen zuverlässigen, schnellen und sicheren Wagen zu bauen.
Sonntag, 10.08.2008
Tag 5: Seit Sonnenaufgang waren alle Gedanken auf das bevorstehende Endurance (Langstrecken)-Rennen gerichtet. Bald sollte sich herausstellen, ob die Arbeit eines ganzen Jahres in guten Rundenzeiten und Punkten oder einem vorzeitigen Ausfall endet. Es galt, ein Drittel der Gesamtpunkte in dieser Disziplin zu holen, weshalb die Vorbereitungen früh anfingen. Die Fahrer liefen vorher noch einmal die Strecke ab, der andere Teil des Teams inspizierte den Wagen. Schrauben und Karosserie wurden wie in professionellen Formel-Rennen verklebt und versiegelt.
Vormittags starteten 25 Wagen vor uns. Durch 16 Ausfälle, nach denen die Wagen zur Seite gestellt wurden, ähnelte der Kurs fast einem Parkplatz, wenn nicht zwischendurch andere Wagen mit Motordrehzahlen nahe des Begrenzers durch die Stille schnitten.
Als Wagen 80 der TU Berlin die Lichtschranke durchfuhr und die Stoppuhr zum Laufen brachte, fuhren wir Runde um Runde gute Zeiten. Nach Runde 14 musste der vorgeschriebene Fahrerwechsel bei ausgeschaltetem Motor vorgenommen werden. Wer das Los unseres Teams aus der Saison 2007 kannte, drückte alle Daumen. Letztes Jahr sprang der Motor aufgrund eines Fehlers in der Elektronik nicht an. Dieses Jahr haben wir alles richtig gemacht, und als der Motor wieder ansprang und weitere gute Zeiten gefahren wurden, atmete unser Team kräftig durch. Sicher beendeten wir mit guten Zeiten das Rennen.
Die Freude war groß, und nach der Preisverleihung am Abend feierten wir einen stolzen 20. Platz der Gesamtwertung von 77 Teams aus aller Welt.
Samstag, 09.08.2008:
Tag 4: Um den Vortagesbericht abzuschließen, beginne ich mit den Ergebnissen der statischen Events, die um 12.30 Uhr ausgehängt wurden. Von 72 teilnehmenden Teams belegten wir in dieser Disziplin den 15. Platz. Die gute Platzierung spiegelt den in den letzten zehn Monaten betriebenen Aufwand wider und kann wohl zu großem Teil auf unsere selbstprogrammierte Datenbank zurückgeführt werden, die jahres- bzw. konstruktions-/montagebegleitend geführt wurde.
Leider erreichten wir im Design Wettbewerb den 44. Platz. Trotz tiefgreifender Vorbereitungen und Backup Material, insbesondere zu Elektronik und Chassis, konnten wir nicht alle der fast ausschließlich zur Fahrwerksdynamik gestellten Fragen beantworten.
Ab Vormittag haben wir die dynamischen Events Acceleration (Beschleunigung), Skidpad (Fahren einer 8-Figur auf Zeit) und Autocross (Durchfahren eines Parkours auf Zeit) bestritten. Wir konnten durchgehend gute Zeiten fahren und hatten auch mit dem Wetter Glück, welches uns eine trockene Strecke bescherte.
Nach einer arbeitsreichen Nacht, die bis nach Sonnenaufgang reichte, war unser Wagen bestens eingestellt und geprüft.
Während der Runden schallte durch die Lautsprecher über das ganze Gelände des Hockenheimrings, dass der Motor des Wagens Nr. 80 der TU Berlin herrlich klinge.
Bald darauf am Dynometer (Prüfstand) lobte uns der Meister ebenfalls, indem er bescheinigte, dass unser Fahrzeugmotor die schönsten Laufgeräusche gebe.
Die Arbeit am Prüfstand unserer Universität auf dem TIB Gelände und das genaue Einstellen des Setups haben sich gelohnt, und wir haben ohne technische Pannen den ersten Tag überstanden. Morgen werden wir gegen Mittag zum Langstreckenwettbewerb antreten, welcher die Königsdisziplin in diesem Wettbewerb darstellt und die meisten Punkte für die Gesamtwertung bringt. Es ist schon dunkel, doch aus unserem Pit scheint noch immer Licht, denn gleich sprechen wir unsere Taktik für das morgige Rennen ab.
Freitag, 08.08.2008:
Tag 3: Nach einer regenreichen Nacht begann der Tag mit einem letzten Probedurchlauf des Businessplans auf der einen Seite unseres Zeltplatzes, während auf der anderen Seite des Platzes, beim Frühstück, Konstruktionsdetails durchgesprochen wurden, um beim späteren Design Event auf alle Fragen vorbereitet zu sein.
Nachdem der Wagen weiter getestet wurde, stand um 11.45 Uhr die erste Disziplin an: der Businessplanwettbewerb. Noch in Berlin wurde eine Präsentation vorbereitet, die hier in englischer Sprache vor einer Jury zu halten war. Kurz darauf wurde der Wagen mit einem Gabelstapler in den ersten Stock über den Pits gebracht, um im Design Event auseinandergenommen und begutachtet zu werden. Die Judges stellten sehr spezielle Fragen, besonders zur Kinematik und Konzeption des Fahrzeugs und nahmen es genau unter die Lupe. Unser Wagen überstand jedoch auch ein Rütteln, Schütteln und Ziehen eines Jury Mitglieds.
Anschließend ging es zum Cost Report Event. Während der letzten zehn Monate wurde jedes Bauteil in einem Katalog gelistet, um die Kosten übersichtlich zu halten. So entstand ein dicker Ordner, der zuvor bei der Wettbewerbsleitung einzuschicken war. Vor einer Jury musste dieser erläutert und verteidigt werden, um Punkte zu bekommen.
Gegen 18.00 Uhr wurde noch das Teamfoto geschossen, und unser Team versammelte sich zu einem kurzen Briefing, um Aufgaben für den Abend und die Nacht zu verteilen.
Morgen starten die dynamischen Events - die punktebringenden Rennen. Heute Nacht wird noch ein letztes Überprüfen des Wagens, genauer jedes Bauteils und jeder Schraube, vorgenommen, um mögliche Risiken auszuschließen.
Zwar stehen noch die ersten Ergebnisse aus, doch es ist bereits abzusehen, dass wir heute Abend gut im Rennen liegen.
Donnerstag, 07.08.2008:
Tag 2: Gegen 16.30 Uhr haben wir es geschafft: Unser Wagen ist endgültig zugelassen für Probefahrten auf der Rennstrecke und für die dynamischen Events am Samstag und Sonntag. Dafür musste der FT2008 drei Test bestehen: Der Bremstest wurde auf Anhieb bestanden. Bei einer Vollbremsung blockierten, wie verlangt, alle vier Räder und brachten den Rennwagen binnen Bruchteilen von Sekunden zum Stillstand. Auch der Kipptest verlief positiv: Unser Fahrzeug wies auch bei einer Neigung von 60° noch die geforderte Stabilität auf.
Einige Probleme bereitete hingegen der "Noise-Test". Der FT2008 war zunächst deutlich lauter als erlaubt. Schnell überlegten wir, wie der Wagen leiser zu bekommen wäre, und dank der Unterstützung der FH Mittweida, die uns Stahlwolle zur Verfügung stellte, konnte das Problem im Endtopf schnell behoben werden. Bei der zweiten Lautstärkemessung unterschritten wir die geforderte Marke von 110 dB. Somit hat der Boliden FT2008 alle Tests bestanden und ist zum Rennen zugelassen.
Jetzt gilt es, die statischen Events vorzubereiten, denn morgen Vormittag stehen die ersten Punkte bringenden Disziplinen an. Die Konstruktion des Wagens wird bewertet und wir müssen unseren Businessplan präsentieren. Wir werden den Wagen noch auf dem hiesigen Asphalt Probe fahren, damit am Samstag und Sonntag nichts schief geht. Bis weit nach Sonnenuntergang hatten wir noch alle Hände voll zu tun.
Mittwoch, 06.08.2008:
Tag 1: Seit heute ist unser Team in Hockenheim. Einige Teammitglieder hatten bereits um 8.00 Uhr in der Schlange vor dem Ticket-Counter Stellung bezogen und konnten gegen 13.00 Uhr einen der ersten Scruteneering-Plätze ergattern.  So wurden wir als eines der ersten Teams geprüft: Es mussten nur 2 Schrauben gewechselt werden, bevor wir gegen 19:00 Uhr die Dekra-Plakette erhielten. Unser Wagen hat den ersten Teil der Abnahme bestanden. Es folgt noch der Kipptest, Bremstest, und Lautstärketest bevor wir die endgültige Erlaubnis zur Teilnahme erhalten. Ansonsten war heute nicht viel los. Zelte aufbauen, Sachen auspacken, Pit einräumen etc.
Um 20.00 Uhr fand die offizielle Begrüßung der Teams statt.

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