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TU Berlin

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25 Jahre Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin

Mittwoch, 30. Januar 2008

Medieninformation Nr. 16/2008

Einladung zur Pressekonferenz am 14. Februar 2008

Das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) der TU Berlin ist die einzige und zentrale Einrichtung ihrer Art in Europa. Dieses einzigartige Zentrum feierte nun sein 25-jähriges Bestehen. 1978 hatte der Regierende Bürgermeister von Berlin, Dietrich Stobbe, in einer Rede anlässlich des 40. Jahrestages des Pogroms vom 9. November 1938 die Gründung eines Instituts für Antisemitismusforschung an der TU Berlin angekündigt. Er folgte damit einer gemeinsamen Initiative des TU-Präsidenten Rolf Berger und des Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Heinz Galinski. Im Juni 1982 nahm Professor Dr. Herbert A. Strauss von der City University, New York, seine Tätigkeit als Gründungsleiter des Zentrums auf und hielt am 9. November 1982 seine Antrittsvorlesung zu „Antisemitismusforschung als Wissenschaft“.

Seit nunmehr 25 Jahren arbeitet das ZfA interdisziplinär in Forschung und Lehre über Vorurteile und ihre Folgen wie Antisemitismus, Antiziganismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Angrenzende Schwerpunkte der Arbeit sind deutsch-jüdische Geschichte, Ho-locaust und Rechtsextremismus. Trotz seiner Einbindung in die universitäre Lehre wird das ZfA in hohem Maß auch als eine öffentliche Institution verstanden, die weit über den Rahmen eines Universitätsinstituts hinaus Dienstleistungen und Aufklärungsarbeit für die Öffentlichkeit erbringt.

Anlässlich des Jubiläums möchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZfA nun Einblick in ihre Forschungen gewähren und eine Auswahl derzeit laufender Projekte von aktueller Relevanz der Öffentlichkeit vorstellen. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 14. Februar 2008 wird Prof. Dr. Wolfgang Benz, seit 1990 Leiter des ZfA, gemeinsam mit einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Bandbreite der Forschung aufzeigen. Wir möchten Sie recht herzlich zu dieser Pressekonferenz einladen:

Zeit:
Donnerstag, 14. Februar 2008, 10.30 Uhr
Ort:
TU-Hauptgebäude, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Raum H 1036
Hinweis:
Um Anmeldung wird gebeten (siehe Faxbeilage)

Folgende Projekte werden unter anderem im Rahmen der Pressekonferenz vorgestellt:

  • „Festung“ Europa – 70 Jahre nach Evian: Menschenrechte und Schutz von Flücht-lingen (Dr. Claudia Curio)
    Das ZfA führt gemeinsam mit Pro Asyl e.V. und dem Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Deutschen Bundestag eine Konferenz durch, mit der zum einen an die gescheiterte Flüchtlingskonferenz von Evian erinnert werden soll, die 1938 auf Initiative der USA stattfand, um Zufluchtsmöglichkeiten für die deutschen Juden zu verhandeln, und die auf fatale Weise ergebnislos blieb. Zum anderen soll sowohl die Öffentlichkeit als auch die Politik auf die aktuellen Missstände der europäischen Flüchtlingspolitik aufmerksam gemacht werden. Einen Schwerpunkt der Konferenz bildet die Auseinandersetzung mit der spezifischen Problematik unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
  • Unterrichtsmaterialien zum Antisemitismus (Dr. Juliane Wetzel, Isabel Enzenbach)
    Das OSZE Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte und das Anne Frank House in Amsterdam haben in Zusammenarbeit mit Experten aus sieben Ländern Unterrichtsmaterialien erarbeitet, die sich mit verschiedenen Aspekten des Antisemitismus beschäftigen. Die deutsche Ausgabe wurde vom ZfA und dem Fritz Bauer Institut in Frankfurt entwickelt. Das Unterrichtsmaterial besteht aus drei Teilen: Teil 1 thematisiert jüdische Geschichte und Antisemitismus in Europa bis 1945; Teil 2 beschäftigt sich mit Antisemitismus in Europa nach 1945; Teil 3 behandelt Antisemitismus als eine von vielen Formen der Diskriminierung von Minderheiten. Eine Lehrerhandreichung ergänzt die Materialien.  Im Rahmen des Kooperationsprojekts „Fit machen für Demokratie und Toleranz -  Jugendliche setzen sich mit Antisemitismus auseinander“ hat das ZfA eine CD-Rom „Gegen Antisemitismus“ erarbeitet, die 2008 beim Cornelsen Verlag erscheinen wird. Das  multimediale Unterrichtsmaterial gibt Schülern einen Einblick in das Thema Antisemitismus heute sowie dessen historische Wurzeln und soll sie gleichzeitig befähigen, antisemitische Stereotype zu erkennen.

  • Handbuch zur Antisemitismusforschung (Dr. Brigitte Mihok)
    Das Handbuch soll das vorhandene Wissen zum Phänomen der Judenfeindschaft ohne zeitliche und räumliche Begrenzung versammeln. Antisemitismus als ältestes religiöses, kulturelles, soziales und politisches Vorurteil wird in allen Erscheinungsformen dargestellt und erläutert: Als Vorurteil, als Politikmuster, als Instrumentalisierung von Emotionen, als Aggression vom Pogrom bis zum Genozid. Ohne historische Aspekte (Mittelalter, Frühe Neuzeit) zu vernachlässigen liegt der Schwerpunkt auf der Neuzeit bis zur Gegenwart. Alle Erscheinungsformen (religiös motivierter christlicher Antijudaismus, rassisch begründeter Antisemitismus, sekundärer Antisemitismus, Antizionismus) werden berücksichtigt.
  • Antisemitismus in Europa (1879-1914) (Priv.-Doz. Dr. Ulrich Wyrwa)
    Wie die aktuellen Kontroversen über den Antisemitismus in Europa zeigen, ist die Judenfeindschaft kein national begrenztes, sondern ein europäisches Phänomen. Das Forschungskolleg zum Antisemitismus in Europa geht der Frage nach, ob und inwiefern der Antisemitismus auch in der Zeit von der Entstehung des Antisemitismus als einer politischen Bewegung um 1879 bis zum Ersten Weltkrieg eine europäische Erscheinung war. Das Interesse richtet sich auf die Frage, welche unterschiedlichen Formen der Antisemitismus in den ver-schiedenen Ländern angenommen hat und welche Folgen die antisemitischen Bewegungen für die historische Entwicklung in den einzelnen Ländern hatten.

  • Arbeitsstelle Jugendgewalt und Rechtsextremismus (Dr. Michael Kohlstruck)
    Seit 1999 existiert am ZfA die „Arbeitsstelle Jugendgewalt und Rechtsextremismus“. Sie hat den Auftrag, pädagogische Projekte zu beraten, Fortbildungen durchzuführen und politische Entscheidungsträger zu beraten. Im Auftrag der „Landeskommission Berlin gegen Gewalt“ wurde an der Arbeitsstelle im letzten Jahr eine umfassende Bestandsaufnahme der Berliner Projekte gegen Rechtsextremismus durchgeführt. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie werden vorgestellt. Die Studie formuliert kritische Überlegungen, die bislang erst ungenügend Eingang in die Diskussionen um das neue Landesprogramm gegen Rechtsextremismus gefunden haben.

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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Juliane Wetzel
TU Berlin
Zentrum für Antisemitismusforschung
Tel.: 030/314-21397

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