direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

„Eine Vatersuche – die Spur führt nach Auschwitz“

Donnerstag, 17. April 2008

Medieninformation Nr. 80/2008

Einladung zur Vortragsreihe „Lebenszeugnisse“ mit Claus Henning Bachmann

Die Gesprächsreihe mit Zeitzeugen findet als gemeinsame Veranstaltung des Zentrums für Antisemitismusforschung und des Literaturforums im Brecht-Haus statt, in der Regel jeweils am letzten Donnerstag im Monat. Vorgestellt werden – durch Lesung, Gespräch und Diskussionen – Autorinnen und Autoren, die Erinnerungen aus der jüdischen Lebenswelt publizieren. Die Themen reichen vom jüdischen Alltag und der Diskriminierung in der NS-Zeit über den Holocaust und das Exil bis hin zur Erfahrung des Überlebens und den Schwierigkeiten des Erinnerns.

Am 24. April 2008 diskutiert Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, mit dem Musik- und Theaterkritiker Claus Henning Bachmann. Wir laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein und bitten Sie, in Ihrem Medium auf diese Lesung hinzuweisen. Bitte leiten Sie diese Information auch an Ihre Kultur-/Feuilletonredaktion weiter.

Zeit:
Donnerstag, den 24. April 2008, um 20.00 Uhr
Ort:
Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin
Eintritt:
5 Euro, ermäßigt 3 Euro, kein Vorverkauf

Für den Hamburger Rechtsanwalt Robert Bachmann, 55 Jahre alt, seit 1925 in zweiter Ehe verheiratet, seit April 1933 als Jude im Beruf nur noch auf Abruf geduldet, wird die Scheidung von seiner nichtjüdischen Frau am 12. Januar 1939 zur existentiellen Katastrophe. Mit den „Nürnberger Gesetzen“ von 1935 hatte der NS-Staat die Juden aus der deutschen Gesellschaft ausgegrenzt und die mühsam errungene Emanzipation, die rechtliche Gleichstellung, zunichte gemacht. Der Schutz des jüdischen Partners einer privilegierten Mischehe galt dabei nur so lange, wie die Ehe bestand.

Robert Bachmanns Sohn, Claus Henning, ist damals 10 Jahre alt. Nach den Gesetzen des „Dritten Reiches“ ist er ein „Halbjude“, ein „Mischling ersten Grades“, außerdem seiner Mutter ein Unerwünschter. Die Scheidung macht den Vater zum Rechtlosen, den Sohn zum Verstoßenen, der im Juli 1942 die Schule abbrechen muss. Zur gleichen Zeit wird der Vater, der nicht aus Deutschland geflohen war, deportiert. Für den Sohn, der den Vater zum letzten Mal als hilfloses Opfer auf dem LKW sieht, der ihn abtransportiert, beginnt ein Leben unter Zwang, ein Leben auf Vatersuche.

Claus Henning Bachmann hat sich als Musik- und Theaterkritiker einen Namen gemacht. Er lebt heute in Berlin, wo er seit Ende der siebziger Jahre erfolgreich als Rundfunkautor und Schriftsteller tätig war.

2.601 Zeichen / ehr

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Yasemin Shooman
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Tel.: 030/314-25467
Fax: -21136

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Diese Seite verwendet Matomo für anonymisierte Webanalysen. Mehr Informationen und Opt-Out-Möglichkeiten unter Datenschutz.