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TU Berlin

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Schule von Hand gemacht

Mittwoch, 05. September 2007

Medieninformation Nr. 212/2007

Aga Khan Award for Architecture für Schulbau in Bangladesch / TU-Wissenschaftler erhält höchsten internationalen Architekturpreis in der islamischen Welt

Eike Roswag (links) bei der Preisverleihung
Eike Roswag (links) bei der Preisverleihung.
Lupe

Einfach, schön und überaus zweckvoll, so lässt sich das Schulgebäude bezeichnen, das Eike Roswag, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen der TU Berlin und die Architektin Anna Heringer, in der Ortschaft Rudrapur in Bangladesh errichtet haben. Für dieses Projekt wurde das Team mit dem Aga Khan Award for Architecture ausgezeichnet, dem höchsten internationalen Preis für Architektur in der islamischen Welt.

Es ist bereits der zweite Aga Khan Award, der an einen wissenschaftlichen Mitarbeiter der TU Berlin vergeben wird. Im Jahr 2004 wurde TU-Alumnus Diébédo Francis Kéré für den Bau einer Grundschule in Burkina Faso geehrt.

Über den Aga Khan Award

Der Aga Khan Award wurde 1977 durch den Aga Khan, den Iman der Shia Ismaili Moslems, ins Leben gerufen. Ausgezeichnet werden mit dieser Ehrung nicht nur Baukünstler, sondern auch Bauherren und Planer in Ländern mit einem nennenswerten muslimischen Bevölkerungsanteil. Der Preis, der alle drei Jahre vergeben wird, ist insgesamt mit 500.000 US-Dollar prämiert und wurde am 4. September 2007 in Kuala Lumpur vergeben. Die Projekte werden von einer international besetzten Jury ausgewählt. Insgesamt wurden 343 Projekte weltweit vorgeschlagen, aus denen neun für einen Preis ausgewählt wurden.

Über das Projekt "School in Rudrapur"

Vier Monate benötigten die Architekten Anna Heringer und Eike Roswag zur Fertigstellung des Schulgebäudes, das Ende 2005 eingeweiht wurde. Verwendet haben sie dazu ausschließlich heimische Baumaterialien wie Bambus und Lehm. Auch der Entwurf orientiert sich an der lokalen Bautradition. Beim Bauprozess holten sie sich Unterstützung von Handwerkern aus den umliegenden Dörfern. Erprobt und ingenieurtechnisch nachgewiesen wurde die Konstruktion von Architekten und Ingenieuren der Bürogemeinschaft Ziegert-Roswag-Seiler, die seit 2003 besteht und aus dem Praxisprojekts "Studenten bauen in Mexiko" der TU Berlin entstanden ist.

Die Schule, für die die Kinder und Lehrer zum Beispiel Strohwickel für sämtliche Tür- und Fensterstürze herstellten, besitzt im Erdgeschoss mit dicken massiven Lehmwänden drei Klassenräume. Runde Schlupflöcher mit Höhlenräumen laden zum Begreifen, Anschmiegen, Zurückziehen - zur Freiarbeit und zur konzentrierten Einzel- oder Teamarbeit ein. Das leichte und offene Obergeschoss ist aus Bambus. Es bietet Weitblick über Baumwipfel und über den Dorfteich sowie großzügigen Raum für Bewegung. Schattenspiele durch Bambusritzen zeichnen als Kontrast zu den farbigen Stoffen der Decke grafische Muster auf den Lehmboden. Sogar einen Freisitz gibt es, der in die Baumreihen hinausragt. Auf den Türtafeln verewigen sich die Schülerinnen und Schüler mit bengalischen Namensinschriften - eine sich jährlich erweiternde Schulchronik.

Bereits im letzten Jahr 2006 wurde das Projekt mit einem internationalen Architekturpreis, dem "AR Awards for Emerging Architecture", der von der Architekturzeitschrift "Architectural Review international" ausgelobt wird, geehrt.

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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Eike Roswag
Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen der TU Berlin
Tel.: 0179-460 39 69

www.meti-school.de
Bettina Klotz
Presse- und Informationsreferat der TU Berlin
Tel.: 030/314-27650/-22919

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