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TU Berlin

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Stadtumbau mit Bildung

Dienstag, 02. Oktober 2007

Medieninformation Nr. 236/2007

TU-Alumna Cordelia Polinna erhält Bilfinger Berger Award für ihre Arbeit über ein vorbildliches Stadtplanungsprojekt in London

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Egal, ob die Großstadt Berlin oder London heißt. Problematische Stadtbezirke gibt es in beiden Städten. Geprägt sind solche Gebiete häufig von hoher Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Bedürftigkeit der Bewohner. Zusätzlich zeichnen sich diese Bezirke durch städtebaulichen Verfall, durch Brachflächen und durch gescheiterte Experimente des sozialen Wohnungsbaus aus. 

Mit einem Modellprojekt zur Rettung solcher Bezirke hat sich Cordelia Polinna in ihrer Dissertation beschäftigt, die sie am Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin angefertigt hat. "Städtebaulicher Paradigmenwechsel in London: Projekte und Planwerke für den Umbau des Zentrums" ist der Titel der Dissertation, die von Prof. Dr. Harald Bodenschatz betreut wurde. Für einen Auszug aus dieser Dissertation wurde Cordelia Polinna mit dem Bilfinger Berger Award ausgezeichnet. Der mit 40.000 Euro dotierte Preis, der erstmals von dem internationalen Baukonzern Bilfinger Berger ausgeschrieben wurde, wird ihr am 8. Oktober 2007 in Berlin überreicht.

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Weltweit waren die Experten unterschiedlicher Fachgebiete aufgerufen, vorbildliche Lösungen im Beziehungsgeflecht zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Staat einzureichen. Ziel ist es, wie sich bereits bewährte Lösungen von einem Land aufs andere übertragen lassen. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden in dem Buch "Ideenimport – Experten aus aller Welt geben Impulse", herausgegeben von Klaus Töpfer und Herbert Bodner (Verlag Schäffer-Poeschel, Stuttgart 2007) präsentiert.

"Idea Stores" gegen Armut

Cordelia Polinna hat sich in ihrer Arbeit mit den "Idea Stores" im Londoner Stadtbezirk Tower Hamlets beschäftigt. Hierbei handelt es sich um attraktive, multifunktionale Bibliotheks- und Weiterbildungszentren. Stores, die helfen sollen, die Menschen aus dem Kreislauf von Armut, mangelnder Bildung und Desintegration herauszuholen. Auch architektonisch von hoher Qualität, orientieren sich diese Einrichtungen in ihrem Aussehen eher am Erlebnisshopping, an den flagship stores großer Marken, als am typischen Erscheinungsbild öffentlicher Einrichtungen. So sollen neue Nutzergruppen angelockt und dem staatlichen Angebot ein neues, modernes Image verschafft werden.

Ein gutes Beispiel für Berlin

Inzwischen zeigen die "Idea Stores" das Potenzial, sich zu Vorzeigeprojekten zu entwickeln und einen Imagewandel für die bislang von den Mittelschichten gemiedenen Stadtteile herbeizuführen. Cordelia Polinna stellt in ihrer Arbeit den Erfolg dieses städtebaulichen Konzeptes, das sich zum Teil über Public Private Partnership finanziert, heraus und macht deutlich, dass dieses Modell auch für deutsche Großstädte wie Berlin empfehlenswert wäre, da man hier zur Zeit die gleichen Fehler mache, wie vor rund zwanzig Jahren in England, indem man, bedingt durch Finanzknappheit, die Ausgaben für öffentliche Bildungseinrichtungen auf ein Minimum zurückfährt. In Bezirken wie Neukölln, der beispielsweise durch die Vorgänge an der Rütli-Schule besonders in die Schlagzeilen gekommen ist, stehen Neubauten von Bibliotheken oder anderen Bildungseinrichtungen in keiner Weise zur Debatte.

Lebenslauf – Cordelia Polinna

Cordelia Polinna, 1975 in Berlin geboren, studierte bis 2001 Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin sowie Town and Country Planning und Urban Design am Edinburgh College of Art. Zwischen 2002 und 2003 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet für Planung- und Architektursoziologie bei Prof. Dr. Harald Bodenschatz an der TU Berlin tätig. 2003 begann sie als Promotionsstipendiatin der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit ihrer Dissertation, die sie 2007 abschloss.

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Umfangreiche Informationen zum Bilfinger Berger Award finden Sie unter http://www.award.bilfingerberger.de/ und ebenso ein Video zu der vorgestellten Arbeit von Cordelia Polinna.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Cordelia Polinna
Tel.: 030/80612874

Prof. Dr. Harald Bodenschatz
Institut für Soziologie der TU Berlin
Tel.: 030/314-25291 /-25433

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