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TU Berlin

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Akustische Holographie mit 2700 Lautsprechern

Montag, 04. Juni 2007

Medieninformation Nr. 129/2007

Hörsaal der TU Berlin mit der weltweit größten Beschallungsanlage nach dem Prinzip der Wellenfeldsynthese

Hörsaal H 104
TU-Pressestelle/Böck. Hörsaal H 104 der TU Berlin mit einem 86 Meter langen Band an den Raumseiten, in dem 2700 Lautsprecher integriert sind. (Verwendung honorarfrei)
Lupe

Im Rahmen einer grundlegenden baulichen Renovierung und medientechnischen Neuausstattung ihrer Gebäude hat die TU Berlin einen ihrer großen Hörsäle mit dem weltweit größte System basierend auf dem Prinzip der Wellenfeldsynthese ausgerüstet. Dieses Anfang der 1990er Jahre vor allem an der TU Delft in Holland entwickelte Verfahren der akustischen Holographie ermöglicht die Synthese von Wellenfronten virtueller Schallquellen durch Lautsprecherarrays. Ein 86 Meter langes Band – bestehend aus 2700 Lautsprechern – umläuft das Auditorium des Hörsaals H 104 im TU-Hauptgebäude mit seinen 650 Sitzplätzen etwa auf Ohrhöhe der Zuhörer. Die Lautsprecher werden über digitale Datenleitungen durch 832 unabhängige Signale angesteuert, die ihrerseits durch ein Cluster von 16 Rechnern generiert werden.

Durch akustische Holographie können beeindruckende akustische – reale wie auch surreale – Hörwelten erzeugt werden, die sowohl der Forschung als auch der Kunst neue Möglichkeiten eröffnen. Damit besitzt die TU Berlin ein Alleinstellungsmerkmal im Schnittbereich von Technik und Medien/Kunst, das sie im Jahr der Geisteswissenschaften präsentiert.

Alle Module des Systems wurden zum Teil für die TU Berlin, zum Teil an der TU Berlin selbst neu entwickelt. Das Gesamtkonzept wurde von Prof. Dr. Stefan Weinzierl (Fachgebiet Audiokommunikation) und der Firma VISAURAL/Christoph Moldrzyk erstellt. Die Lautsprecheranlage wurde gemeinsam mit der Firma Audio & Acoustics Consulting Aachen, Dr. Anselm Goertz, entwickelt, die Software zur Erzeugung der Lautsprechersignale nach dem Prinzip der Wellenfeldsynthese entstand am Fachgebiet Audiokommunikation der TU Berlin. Ziel war die Schaffung eines universell einsetzbaren Wiedergabesystems für

  • Forschung und Entwicklung von immersiven (ganzheitlichen)

    Audio-Wiedergabeverfahren,

  • Wahrnehmungsexperimente in virtuellen Umgebungen, auch in Kombination mit stereo-skopischer 3D-Projektion,
  • die Präsentation von immersiven Inhalten und audiovisueller Medienkunst auch im

    Rahmen von Kongressen und öffentlichen Veranstaltungen,

  • eine

    erweiterte Hörsaalbeschallung, von der Unterstützung konventionell

    verstärkter Sprecher durch räumliche Anteile über die Emulation

    (Nachbildung) verschiedener, mehrkanaliger Wiedergabeverfahren bis zur

    Demonstration akustischer Effekte.

Am 4. Juni 2007 wurde die Komposition XRONOS von Ludger Brümmer und Katja Büchtermann für drei Videoprojektionen und Schallfeldsynthese aufgeführt. Ludger Brümmer ist einer der angesehensten Komponisten audiovisueller Medienkunst und leitet das Institut für Musik und Akustik am Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe. Auch von andere Medienkünstlern liegen bereits eigene Kompositionen für das System an der TU Berlin vor.

Der Hörsaal und sein technisches System werden der Öffentlichkeit erstmals während der Langen Nacht der Wissenschaften am 9. Juni 2007 präsentiert. Mehrere Kompositionen und Vorträge von anerkannten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland stehen auf dem Programm. 
Details finden Sie unter: http://lndw.tu-berlin.de/course/view.php?id=422

Ein Klangbeispiel finden Sie unter: http://www.ak.tu-berlin.de/

Pressefotos zum Hörsaal

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr. Stefan Weinzierl
TU Berlin
Fachgebiet Audiokommunikation
Tel.: 030/314-22236

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