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TU Berlin

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Alle(s) unter einem Dach?

Donnerstag, 05. September 2019

Medieninformation Nr. 146/2019

Einladung zur Ausstellungseröffnung am 8. September 2019 zum hundertjährigen Bestehen der Siedlung Elsengrund in Berlin-Köpenick

Vom 8. September 2019 bis 29. Mai 2020 widmet sich das Museum Köpenick einer besonderen gartenstadtähnlichen Anlage mit großer lokalgeschichtlicher Bedeutung: Die Köpenicker Reihenhaussiedlung Elsengrund war eine der ersten kommunalen Wohnungsbauvorhaben der Weimarer Republik und zugleich das letzte Großprojekt der selbstständigen Stadt Köpenick vor der Eingemeindung nach Groß-Berlin im Jahr 1920. Die Ausstellung „Alle(s) unter einem Dach? – 100 Jahre Siedlung Elsengrund“ ist ein Kooperationsprojekt des Masterstudiengangs Historische Urbanistik am Center for Metropolitan Studies der TU Berlin, der Museen Treptow-Köpenick sowie dem Verein „Bürger für den Elsengrund“.

Sie sind herzlich zur Eröffnung der Ausstellung „Alle(s) unter einem Dach? – 100 Jahre Siedlung Elsengrund“ eingeladen.

Ausstellungseröffnung
Zeit:
8. September 2019, 16 Uhr
Ort:
Museum Köpenick, Alter Markt 1, 12555 Berlin

Der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten sind Dienstag und Mittwoch von 10 bis 16 Uhr, Donnerstag von 10 bis 18 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Haustüren verschiedener Formen und Farben, unterschiedlich gestaltete Grünflächen und individuell durch Hauseigentümer abgestellte Fahrzeuge und Mülltonnen lassen nicht unbedingt auf eine denkmalgeschützte Wohnsiedlung im Elsengrund im Bezirk Treptow-Köpenick schließen. Dabei schuf der Schweizer Architekt Otto Rudolf Salvisberg (1882-1940) dort zwischen 1918 und 1925 eine Siedlung kultivierter, geordneter Urbanität. Die auf den ersten Blick unspektakuläre Reihenhaussiedlung im Südosten Berlins wirft bei näherer Betrachtung jedoch spannende Fragen auf, denen Studierende des Masterstudiengangs Historische Urbanistik der TU Berlin im vergangenen Sommersemester 2019 nachgegangen sind. Warum steht die Siedlung unter Denkmalschutz? Wie lebt es sich in einem Denkmal? Welche Aspekte der Vergangenheit sind bei gegenwärtigen lokalpolitischen Entscheidungen zu berücksichtigen? Kuratiert wurde die Ausstellung von Dr. Dagmar Thorau, Dozentin am Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik der TU Berlin, und Agathe Conradi, Leiterin der Museen Treptow-Köpenick und TU-Alumna.

Baukunst zwischen Tradition und Moderne

Der große Mangel an Wohnraum und das fortschreitende Wohnungselend führten im März 1918 zu einem neuen Wohnungsgesetz, das Staat und Kommunen stärker in die Pflicht nahm. Die Stadt Köpenick reagierte darauf rasch, förderte mit staatlichen Zuschüssen im Elsengrund den Kleinwohnungsbau und vergab Teile der Häuser vergünstigt an kinderreiche Kriegsversehrte. Außerdem sollten Kleintierställe und Nutzgärten zur Selbstversorgung in die Wohnsiedlung integriert werden. Den Konflikt zwischen urbanen und ruralen Ansprüchen behob Otto Rudolf Salvisberg, indem er dem öffentlichen Raum eine einheitliche Anmutung gab: Er schuf Verbindungsmauern zwischen den Häusergruppen, breite Rasenstreifen mit hohen Kiefern flankierten die Bürgersteige und es gab inszenierte Blicke durch Torbögen auf Plätze und geschwungene Straßen.

Die „Köpenicker Blutwoche“ – Gewalt im öffentlichen Raum

In den ersten Jahren wohnten im Elsengrund vor allem Angestellte, Beamte, Handwerker und Kaufleute. Politisch war die Bewohnerschaft breit aufgestellt: Neben Funktionären von SPD, KPD, Gewerkschaften und dem „Reichsbanner“ lebten hier auch „Stahlhelm“- und SA-Anhänger. Eine problematische Nachbarschaft, die 1933 den Ausgangspunkt für eine bis dahin beispiellose Verhaftungs- und Gewaltwelle der Nationalsozialisten markierte. In der „Köpenicker Blutwoche“ verschleppten und misshandelten SA- und SS-Einheiten vom 21. bis 26. Juni 1933 hunderte politisch Andersdenkende sowie Jüdinnen und Juden.

Die Ausstellung „Alle(s) unter einem Dach?“ beschäftigt sich mit dem engen Zusammenhang zwischen Gewalt und räumlicher Nähe im nachbarschaftlichen Mikrokosmos. „Gewinnbringend verschränkten sich dabei unterschiedliche Sichtweisen, indem Mitglieder des Vereins ‚Bürger für den Elsengrund‘ mit ihren Alltagserfahrungen auf die Fragestellungen der TU-Studierenden trafen, was eine intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Siedlung aus der Perspektive der interdisziplinären Stadtforschung ermöglichte“, so Kuratorin Dr. Dagmar Thorau.

Nähere Informationen finden Sie unter: https://www.kwhistu.tu-berlin.de/?24752

rb

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Dagmar Thorau
TU Berlin
Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik
Hardenbergstraße 16-18
10623 Berlin
Tel.: 030 314 28402 /-12

Zusatzinformationen / Extras

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