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TU Berlin

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Perspektiven für die Zukunft am Hindukusch

Dienstag, 07. Mai 2019

Medieninformation Nr. 71/2019

Das Zentrum für internationale und interkulturelle Kommunikation blickt auf 20 Jahre Aufbau von IT-Strukturen in Afghanistan zurück – Festakt am 14. Mai 2019

Seit fast 20 Jahren ist das Zentrum für internationale und interkulturelle Kommunikation (ZiiK) der TU Berlin in der Internationalisierung und Entwicklungszusammenarbeit für arme Länder und Krisenländer aktiv. Besonders in Afghanistan, einst von den Taliban baulich und gesellschaftlich völlig zerstört, ist die Bilanz beeindruckend. In den fünf mittlerweile dort entstandenen Rechenzentren und in Master-Kursen für afghanische Dozent*innen an der TU Berlin konnten inzwischen rund 30.000 junge Leute ausgebildet werden, die so dem weiteren Aufbau des Landes dienen und ihm Zukunftsperspektiven geben. Zum 20. Jubiläum am 14. Mai 2019 gibt das ZiiK einen Einblick in seine Arbeit.

Sie sind herzlich eingeladen zur Jubiläumsfeier: „20 Jahre Zentrum für interkulturelle und internationale Kommunikation der TU Berlin“ mit Ausstellung des Künstlers Uwe Bremer: „Die Genese des Universums, der Kosmologie und Astronomie, Quantentheorie und Astrophysik“.

Jubiläumsfeier und Ausstellung
Zeit:
14. Mai 2019, 12:30 – 16:30 Uhr
Ort:
TU Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Lichthof

Eröffnungsrede:

  • Prof. Dr. Dr. Rita Süßmuth, Bundestagspräsidentin a. D. sowie Ehrensenatorin der TU Berlin und Botschafterin für Digitalisierung des Einstein Centers Digital Future in Berlin

Grußworte:

  • Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der TU Berlin
  • Markus Potzel, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für Afghanistan und Pakistan; Beauftragter für Südasien des Auswärtigen Amts,  
  • Omid Nouripour, MdB, Sprecher für Außenpolitik B’90/Grüne
  • Abed Nadjib, ehemaliger afghanischer Botschafter in Berlin

Wir bitten um Anmeldung unter:

Nach den Beiträgen haben Sie Gelegenheit, mit Dr. Nazir Peroz und seinen Gästen ins Gespräch zu kommen, afghanische Masterstudierende persönlich kennenzulernen sowie sich mit dem Künstler Uwe Bremer auszutauschen.

Die Geschichte des ZiiK – IT-Aufbau in Afghanistan

1999 war Afghanistan abgeschnitten von der Welt: vom Krieg gebeutelt, die Universitäten zerstört, keinerlei Nachrichtenfluss, ohne jegliche IT-Anbindung, die Menschen verzweifelt. Die herrschenden Taliban betrachteten jegliche höhere Bildung und Unterhaltung und moderne Technologie als Teufelswerk und verboten diese. Heute gibt es rund 25 Millionen Mobilfunk-Nutzer, Facebook und Twitter sind rasant gewachsen, Tausende junger Menschen haben bereits eine IT-Ausbildung an den Universitäten genossen. Wichtiger Initiator der vielfältigen Entwicklung auf dem Gebiet der Informationstechnologie vor Ort ist Dr. Nazir Peroz, Leiter des Zentrums für internationale und interkulturelle Kommunikation an der TU Berlin. Seit fast 20 Jahren kämpft er mit seinem Team aus Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, für den Aufbau von Informationstechnologie-Strukturen und -Ausbildungsmöglichkeiten in dem Land am Hindukusch.

„Im Rahmen unseres Programms ,Aufbau akademischer Strukturen im Bereich IT in Afghanistan‘ wurden bislang fünf Universitätsrechenzentren an den Universitäten Kabul, Herat, Balkh, Nangarhar und Kandahar aufgebaut, die IT-Infrastrukturen auf dem jeweiligen Campus betreiben und auch Aus- und Weiterbildungen anbieten“, erklärt Nazir Peroz. Bislang wurden am IT-Center der Uni Kabul rund 11.000 Universitätsangehörige ausgebildet.

2003 waren an der Universität Kabul die ersten Computer installiert worden, 2004 entstand ein IT-Department am afghanischen Hochschulministerium in Kabul, um die Projekte zu koordinieren. 2007 wurde an der Universität Herat Afghanistans erste Informatik-Fakultät gegründet. Sah man Anfang 2001 kaum Frauen auf der Straße, geschweige denn in Bildungseinrichtungen, so sind heute von den Studierenden an der Informatik-Fakultät rund ein Drittel Frauen.

Bereits 2007 entstand an der TU Berlin das erfolgreiche Informatik-Master-Programm für afghanische Dozenten. Die hier ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen – rund 25 pro Jahrgang – gehen anschließend in ihre Heimat zurück und wirken dort an den Computer-Science-Fakultäten als Ausbilder*innen und Multiplikatoren. „Mit mir ist die Informationstechnologie in Afghanistan eingezogen“, sagt Informatiker Nazir Peroz. Und das ist keine Übertreibung. 2016 ist der „Vater der IT“, wie er mittlerweile in seinem Heimatland genannt wird, von Staatspräsident Dr. Ashraf Ghani für diese Verdienste mit der Sayed-Dschamal-ad-Din Afghani-Medaille geehrt worden, der höchsten akademischen Auszeichnung des Landes. In der Zukunft wird das ZiiK vor allem an der Umsetzung der „Nationalen IT-Strategie für Afghanistan“ arbeiten und an der Ausarbeitung eines „Nationalen Strategie-Plans für IT-Sicherheit in Afghanistan“, dessen Entwurf dem Staatspräsidenten bereits vorliegt.

Galaktische Strukturen mit okkulten Bedeutungen – Ausstellung von Uwe Bremer

Rund um den Lichthof werden an diesem Nachmittag großformatige Arbeiten des Malers Uwe Bremer zu sehen sein. Durch seine meisterhaft ausgefallenen Bildmotive gehört Uwe Bremer zu den profiliertesten deutschen Grafikern. Seine fantastischen Kompositionen – Radierungen, Kupferstiche und Holzschnitte, Aquarelle und Ölmalerei auf Holz – vereinen mit feinnerviger Lineatur symbolische geometrische Körper und Flächen meist auf lichtem Grund. Auf skurrile Weise verbinden sich hier alte Stern- und Himmelskarten mit galaktischen Strukturen, die thematische Bezüge zur Science fiction, zur Horrorliteratur und zu anderen okkulten Bedeutungsebenen herstellen.

Kurzinterviews:

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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Dr. Nazir Peroz
TU Berlin
Zentrum für internationale interkulturelle Kommunikation (ZIIK)
Tel.: 030/314-25949

Vanessa Hüber
TU Berlin
Zentrum für internationale interkulturelle Kommunikation (ZIIK)
Tel.: 030/314-25949

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