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Stabsstelle Kommunikation, Events und AlumniMedieninformation Nr. 76/2019

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Gemeinsame Medieninformation der TU Berlin und des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei

Grenzzonen in urbanen Wassersystemen

Montag, 13. Mai 2019

Medieninformation Nr. 76/2019

Graduiertenkolleg „Urban Water Interfaces“ erforscht Wassersysteme in Großstädten wie Berlin / Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert es weitere viereinhalb Jahre

Entnahme von Proben in Berliner Gewässern
Lupe

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verlängert das Graduiertenkolleg „Urban Water Interfaces“ (UWI) um weitere viereinhalb Jahre. Das in enger Kooperation der TU Berlin und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) Berlin durchgeführte Kolleg befasst sich mit der Rolle natürlicher und technischer Grenzzonen im urbanen Wasserkreislauf. Die DFG fördert es vom 1. Januar 2020 bis 30. Juni 2024 mit einer Summe von 5,3 Millionen Euro.

Wassersysteme in Großstädten werden auch zukünftig vielfältigen Belastungen hinsichtlich Wassermenge und -qualität ausgesetzt sein. Zu den wesentlichen Ursachen gehören die Bevölkerungsentwicklung in Städten ebenso wie der Eintrag problematischer Chemikalien und der Klimawandel einschließlich zunehmender Extremereignisse wie Starkregen und Trockenphasen.

Prof. Dr.-Ing. Reinhard Hinkelmann, Leiter des Fachgebietes Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung der TU Berlin, und PD Dr. Sabine Hilt, Arbeitsgruppenleitung in der (Abt. 2) Ökosystemforschung am IGB Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
Lupe

Wichtigste Erkenntnisse
Die erste Antragsphase (1. Juli 2015 bis 31. Dezember 2019) hat gezeigt, dass enge Zusammenarbeit von Ingenieur- und Naturwissenschaften das Systemverständnis des urbanen Wasserkreislaufs wesentlich verbessert und daraus neue Konzepte und Maßnahmen für das urbane Wassermanagement abgeleitet werden können. So wurden aufbauend auf Modellrechnungen und Zukunftsszenarien angesichts des Klimawandels Anpassungsstrategien am Beispiel des Tegeler Sees entwickelt, um durch gezielte Steuerung einer Phosphoreliminationsanlage auch künftig übermäßige Algenentwicklung zu verhindern. Felduntersuchungen und Modellrechnungen haben ferner gezeigt, dass der Übergangsbereich von Oberflächen- und Grundwasser effektiv Spurenstoffe zurückhält und dadurch den ökologischen Zustand urbaner Gewässer verbessert. Uferfiltration kann die Qualität urbaner Oberflächengewässer dagegen negativ beeinflussen. Schließlich wurde ein komplexes Simulationsmodell entwickelt, um zukünftig Geruchs- und Korrosionsprobleme in Abwasserkanalsystemen zu reduzieren.

Ziel der Forschungen
In der zweiten Antragsphase soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit vertieft werden, wobei Grenzzonen in urbanen Einzugsgebieten, Flüssen, Seen, Grundwasser und Abwasserkanalsystemen erforscht werden. Dabei werden Ergebnisse der Grundlagenforschung verstärkt in die wasserwirtschaftliche Praxis transferiert. Perspektivisch soll darauf aufbauend ein Konzept für ein integrales gekoppeltes Modellsystem entwickelt werden, welches für das Management urbaner Wasserkreisläufe genutzt werden kann.

sn

Weitere Informationen erteilt Ihnen das Sprecherteam gerne:

Prof. Dr.-Ing. Reinhard Hinkelmann
TU Berlin
Leiter des Fachgebietes Wasserwirtschaft und Hydrosystemmodellierung
Tel.: 030/314-72307

Prof. Dr. Birgit Kleinschmit
TU Berlin
Leiterin des Fachgebiets Geoinformation in der Umweltplanung

Prof. Dr. Mark Geßner
Kommissarischer Direktor am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) sowie Fachgebiet Angewandte Gewässerökologie an der TU Berlin

PD Dr. Sabine Hilt
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Gruppenleiterin in der Abteilung Ökosystemforschung

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