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Das Geschäft mit der Kunst in der DDR

Medieninformation Nr. 64/2019

Auftaktveranstaltung zum Vortragsprogramm des Forums Kunst und Markt im Sommersemester 2019 an der TU Berlin

Trotz des Anspruches, Kunst „auf reeller ökonomischer Grundlage“ zu handeln, sah sich die DDR bis zum Ende ihres Bestehens mit einem ungelösten, kulturpolitischen Widerspruch konfrontiert. Einerseits wollte der Staat vor dem Hintergrund eines zentral geplanten und gelenkten Verteilungssystems wertvolles Kunst- und Kulturgut als unveräußerliches „Volkseigentum“ sichern. Andererseits sah man längst nicht alles, was aus privatem Kunstbesitz enteignet wurde, als Bestandteil des nationalen kulturellen Erbes an. Einblicke in das Geschäft mit Kunst in der DDR wird Dr. Uwe Hartmann, Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung am Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg, im Rahmen der Auftaktveranstaltung der „Summer Term Evening Lectures“ des Forums Kunst und Markt (FOKUM) der TU Berlin geben.

„Dreißig Jahre nach dem Ende der DDR fehlt es noch immer an Bestandsaufnahmen, auf welche Art und Weise das öffentliche und private Sammeln von wertvollen Stücken, die durchaus auch den internationalen Kunstmarkt interessierten, einer staatlichen Planung und Regelung unterworfen waren“, erklärt Kunsthistoriker Uwe Hartmann. „Dabei ist die Frage, in welchem Umfang ein Teil des kulturellen Erbes der DDR zum Zweck der Devisenerwirtschaftung in das ‚nichtsozialistische Ausland‘ verkauft wurde und inwieweit der staatlich organisierte An- und Verkauf von Kunst und Antiquitäten ein Repressionsinstrumentarium gegenüber privaten Sammler*innen war, von besonderem Interesse.“ Überraschend und erschreckend zugleich seien erste Ergebnisse aus vier an einem Projekt beteiligten Museen in Brandenburg hinsichtlich des Umfangs und Ausmaßes von zurückgelassenem Kunst- und Kulturgut von sogenannten „Republikflüchtigen“, das von den zuständigen Behörden zwischen 1961 und 1989 an die Museen weitergereicht wurde, so der Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste.

Dr. Uwe Hartmann hält seinen Vortrag „Das Geschäft mit der Kunst in der DDR“ zum Auftakt der FOKUM-Vortragsreihe, die seit 2012 am Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne der TU Berlin unter Leitung von Dr. Dorothee Wimmer veranstaltet wird. Sie dient dem fächer- und institutionsübergreifenden Austausch über aktuelle Forschungen zu gegenwärtigen und historischen Spannungsfeldern zwischen Kunstmarkt, Kunstpolitik und der institutionalisierten Kunstwelt. Uwe Hartmann wird die Bedingungen des öffentlichen und privaten Sammelns und Bewahrens von Kunst- und Kulturgut im Rahmen der Verstaatlichung des Kunsthandels in der DDR skizzieren und aktuelle Forschungsergebnisse zu politisch begründeter Entziehung und Enteignung privater und öffentlicher Kunstwerke präsentieren.

Auftaktveranstaltung Kunst und Markt
Zeit: 29. April 2019, 18.15 Uhr

Ort: Architekturgebäude der TU Berlin, Straße des 17. Juni 150/152, 10623 Berlin, Raum A 111

Dr. Uwe Hartmann studierte von 1982 bis 1987 Kunstwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2001 begann er seine Tätigkeit bei der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Magdeburg. 2008 wechselte er nach Berlin und übernahm die Leitung der damals neu gegründeten Arbeitsstelle für Provenienzforschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Seit Gründung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste in Magdeburg im Jahr 2015 leitet er dort den Fachbereich Provenienzforschung. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat bislang fünf Kooperationsprojekte finanziert, die im Sinne einer Grundlagenforschung Erkenntnisse zu den Strukturen organisierter Kulturgutentziehungen in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR herausarbeiten sollen.

Weitere FOKUM-Vorträge im Sommersemester 2019

Montag, 13. Mai 2019, 18:15 Uhr
Prof. Dr. Elisabeth Oy-Marra / Sabine Scherzinger, M.A. / Julia Schmidt, M.A., Mainz
Auktionskataloge – ihre Provenienzen, Annotationen und Funktionen: Die Bibliothek der Kunsthistorischen Forschungsstätte Paris (1942–44)

Montag, 17. Juni 2019, 18:15 Uhr
Dr. Christoph Rausch, Maastricht
Better than Gold? Art in Storage Spaces of the 21st Century

Montag, 1. Juli 2019, 18:15 Uhr
Dr. Alexander Hofmann, Berlin
Bausteine zu einer Geschichte des japanischen Kunstmarkts, ca. 1500–1900

Näheres zu Veranstaltungen der FOKUM-Vortragsreihe 2019 finden Sie unter: https://www.fokum.org/aktuelles-vortragsprogramm/ [1]

rb

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Dorothee Wimmer
TU Berlin
Kunstgeschichte der Moderne
Forum Kunst und Markt / Centre for Art Market Studies
Tel.: 030 314-25017
E-Mail-Anfrage [2]
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