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TU Berlin

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Technologiesprung für Sicherheit

Donnerstag, 24. Mai 2012

Medieninformation Nr. 123/2012

Die Entwicklung von Elektroautos stellt die Fahrzeugsicherheit vor neue Aufgaben

Null Verkehrstote – „Vision Zero“ – das ist das erhabene Ziel, das die Europäische Union in ihrem Weißbuch für die nähere Zukunft festgeschrieben hat. „Wir sind immer noch weit davon entfernt, aber wir nähern uns dem durchaus an“, sagt Prof. Dr. Volker Schindler, Leiter des TU-Fachgebiets Kraftfahrzeuge. Als Vorsitzender des Programmausschusses der VDI-Tagung hat er an der „Berliner Erklärung zur Fahrzeugsicherheit“ mitgearbeitet, die der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) kürzlich herausgab. Denn das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge aus deutscher Produktion am Markt zu haben, wird die Entwicklungen in der Fahrzeugsicherheit vor ganz neue Aufgaben stellen. An der TU Berlin laufen bereits Forschungsprojekte, insbesondere zur Kindersicherheit sowie zur Unfallursachenforschung.

„Die Zahl der Unfallopfer im Straßenverkehr nimmt seit Jahrzehnten von Jahr zu Jahr immer weiter ab“, sagt Volker Schindler. Das im Jahr 2000 verkündete Ziel, bis 2010 in Europa die Zahl der Unfallopfer zu halbieren, wurde in Deutschland erreicht, in anderen europäischen Ländern nur knapp verfehlt. „Gründe für diesen Erfolg sind Neuentwicklungen von Rückhaltesystemen, Fahrerassistenzsystemen und auch Veränderungen der Infrastruktur.“ Und bis 2020 soll sich die Zahl erneut halbieren. Doch gleichzeitig setzt verstärkt ein Technologiewandel ein, zum Beispiel die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien bis hin zum reinen Elektroauto, das einen Leichtbau der Fahrzeuge erforderlich macht. Damit verändern sich auch die Rahmenbedingungen für die Unfallsicherheit, so Volker Schindler.

Daher fordern die Experten, dass auch in neuen, leichten Fahrzeugkonzepten, die zum Beispiel für großstädtische Ballungsräume mit begrenztem Einsatzradius und auf sparsamen Energieverbrauch hin optimiert sind, der Insassenschutz bei Kollisionen gewährleistet sein muss. Vorausschauende Schutzsysteme könnten hier helfen, die Geschwindigkeit vor einer unvermeidbaren Kollision zu reduzieren. Natürlich muss auch die elektrische Auslegung höchsten Sicherheitsanforderungen entsprechen, damit bei einem Unfall weder Insassen noch Helfer durch stromführende Bauteile zusätzlich Schaden nehmen können. Auch seien hier internationale Standards zu entwickeln. Weiter müsse die kooperative Sicherheitstechnik optimiert werden. Darunter sind das Erkennen unfallkritischer Situationen im Zusammenspiel mit anderen Fahrzeugen, der Infrastruktur oder querenden Fußgängern und das anschließende automatische Reagieren des Fahrzeugs zu verstehen. Viele dieser Situationen werden heute noch als unvorhersehbar eingestuft. Hier bedürfe es noch eines Technologiesprungs. Weiteres Forschungspotenzial biete ebenso die Untersuchung von Unfallentstehung und Unfallfolgen, für die international harmonisierte Unfalldatenbanken erforderlich seien. Und last but not least müsse den schwächsten Verkehrsteilnehmern – Fußgängern, Radfahrern sowie Kindern und Senioren – innerhalb und außerhalb von Fahrzeugen größte Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Kinderdummys und Aufpralltests

Besonders zu den beiden letzteren Themen hat die TU Berlin in den vergangenen Jahren umfangreiche Forschungsarbeiten vorgelegt.

Im Mai 2012 wird im Fachgebiet Kraftfahrzeuge das Projekt „CASPER“ abgeschlossen (Child Advanced Safety Project for European Roads), geleitet von Prof. Dr. Heiko Johannsen, das sich unter anderem der Entwicklung neuer, nach Altersklassen spezifizierter und verfeinerter Kinderdummys widmete. Außerdem wurde an speziellen, sehr komplex aufgebauten Menschenmodellen gearbeitet, die helfen sollen, das Unfallgeschehen und die Verletzungen sehr genau vorherzusagen und zu beschreiben, sowie an einer Datenbank, um Unfallursachen bei Kindern – auch häuslicher Unfälle – besser zu verstehen und zu vermeiden.

In einem weiteren, bereits weit fortgeschrittenen Projekt, FIMCAR (Frontal Impact and Compatibility Assessment Research), wird die Kompatibilität der aktuellen europäischen Fahrzeugflotte untersucht und bewertet. Hier wird ein Vorschlag für eine neue Testprozedur für die Situation eines Frontalaufpralls entwickelt, der in die Europäische Gesetzgebung einfließen soll.

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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:

Prof. Dr. Volker Schindler
Technische Universität Berlin
Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme
Institut für Land- und Seeverkehr
Fachgebiet Kraftfahrzeuge
Tel.: 030/ 314-72 970

Prof. Dr.-Ing. Heiko Johannsen
Technische Universität Berlin
Fakultät V Verkehrs- und Maschinensysteme
Institut für Land- und Seeverkehr
Fachgebiet Kraftfahrzeuge
Tel.: 030/ 314-72 988

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