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TU Berlin

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Brücke zwischen Mathematik und Neurowissenschaften

Donnerstag, 01. September 2011

Medieninformation Nr. 253/2011

Prof. Dr. Wilhelm Stannat nimmt Ruf auf neu geschaffene Professur am Bernstein Zentrum Berlin an

Prof. Dr. Wilhelm Stannat
Lupe

Prof. Dr. Wilhelm Stannat hat den Ruf auf die mit Mitteln des BMBF im Rahmen des Bernstein Zentrums Berlin neu geschaffene Professur „Mathematische Stochastik – Stochastische Prozesse in den Neurowissenschaften“ angenommen. Er wird ab Oktober 2011 am Institut für Mathematik der TU Berlin und am Bernstein Zentrum Berlin (BCCN Berlin) forschen und lehren. Der Standort Berlin konnte sich damit gegen weitere Berufungen durchsetzen. Wilhelm Stannat war bisher Professor an der Technischen Universität Darmstadt.

Wie gelingt es einer einzelnen Nervenzelle, tausende Signale gleichzeitig zu verarbeiten? Welche Auswirkungen haben zufällige äußere Einflüsse (thermisches Rauschen) oder zellinterne Schwankungen (intrinsisches Rauschen) auf diesen Prozess? Diese und ähnliche Fragen werden Wilhelm Stannat in seiner neuen Position beschäftigen. Die Signalerzeugung und -verarbeitung innerhalb einzelner Nervenzellen und großer Netzwerke folgt hochkomplexen Regeln, deren Untersuchung modernste mathematische Methoden verlangen. Forschungsschwerpunkt des 1968 in Westfalen geborenen Mathematikers sind stochastische partielle Differenzialgleichungen. Diese eignen sich besonders gut für die Beschreibung komplexer dynamischer Systeme wie neuronale Netzwerke oder Diffusionsvorgänge. Außerdem lassen sich mit stochastischen Methoden große und komplexe medizinische Datensätze auswerten, die in modernen Diagnoseverfahren entstehen. Die Stochastik ist ein Teilgebiet der Mathematik, zu der die Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik gehören.

Am BCCN Berlin wird Stannat in enger Abstimmung mit theoretisch und experimentell ausgerichteten Neurowissenschaftlern die Signalverarbeitung innerhalb und zwischen Nervenzellen untersuchen. Das Verständnis zellulärer Abläufe und kleiner Netzwerke kann auch grundlegende Erkenntnisse über höhere Funktionen unseres Gehirns befördern, die schwer im Detail zu untersuchen sind.

„Ich möchte eine Brücke schlagen zwischen Mathematik und Neurowissenschaften“, erklärt Stannat. Beste Voraussetzungen dafür bieten sowohl die international anerkannte Stochastik-Gruppe an der TU Berlin als auch das BCCN Berlin. Professor Jochen Blath, Direktor des Instituts für Mathematik an der TU Berlin, hebt hervor: „Wilhelm Stannat ist ein exzellenter Stochastiker. Mit seiner speziellen Expertise kann er den mathematischen Neurowissenschaften in Deutschland einzigartige Impulse geben.“ Mittelfristig strebt Stannat darüber hinaus auch die Bildung eines europäischen Netzwerks an, dessen Mitglieder sich mit stochastischen Modellen in den Neurowissenschaften beschäftigen.

Stannat wird am BCCN Berlin und an der TU Berlin die Lehre verstärken. Seine bisherigen Erfahrungen wird er unter anderem im Master-Programm „Computational Neuroscience“ und im PhD-Programm des DFG-Forschungszentrums Matheon, einem international anerkannten Kompe-tenzzentrum für angewandte Mathematik, einbringen. Sprecher ist derzeit der Mathematik-Professor der TU Berlin, Dr. Volker Mehrmann.

Stannat studierte Mathematik an den Universitäten Bonn und Bielefeld. Seine Promotion im Jahr 1996 an der Universität Bielefeld wurde mit dem Dissertationspreis der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft ausgezeichnet. Für ein Jahr war er Stipendiat bei Prof. S.R.S. Varadhan am Courant Institute of Mathematical Sciences, New York University. Nach der Habilitation im Jahr 2002 folgte er im Jahr 2006 dem Ruf an die Technische Universität Darmstadt als Professor für Stochastik am Fachbereich Mathematik.

Das BCCN Berlin ist ein Forschungszentrum, das auf das Forschungsgebiet der Computational Neuroscience fokussiert ist und an dem die Humboldt-Universität zu Berlin, die Charité Universitätsmedizin Berlin, die TU Berlin, die Freie Universität Berlin, die Universität Potsdam und das Max-Delbrück-Centrum beteiligt sind. Es ist Teil des Nationalen Bernstein Netzwerks Computational Neuroscience (NNCN), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert wird und befindet sich in der zweiten fünfjährigen Förderphase. Benannt wurde das Bernstein Netzwerk nach dem deutschen Physiologen Julius Bernstein, der mit seiner „Membrantheorie“ die erste biophysikalische Erklärung für die Informationsweiterleitung in Nervenzellen durch elektrische Ströme lieferte. 

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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dr. Wilhelm Stannat
Institut für Mathematik
TU Berlin
Straße des 17. Juni 136
10623 Berlin
Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience
Humboldt-Universität zu Berlin
Philippstr. 13
Haus 6
10115 Berlin

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