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TU Berlin

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Acht Millionen Euro zur Optimierung von chemischen Prozessketten

Mittwoch, 18. November 2009

Medieninformation Nr. 292/2009

DFG bewilligt neuen Sonderforschungsbereich/Transregio unter Federführung der TU Berlin / TU Berlin auch an einem zweiten neuen Sonderforschungsbereich beteiligt

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen neuen Sonderforschungsbereich/Transregio zur Optimierung von chemischen Prozessketten unter Federführung der TU Berlin bewilligt. Dies teilte sie am 18.11.2009 mit. Die DFG fördert das Vorhaben von Berliner, Dortmunder und Magdeburger Forscherinnen und Forschern mit 8 Millionen Euro für vier Jahre. Unter dem Titel "Integrierte chemische Prozesse in flüssigen Mehrphasensystemen" werden 19 Projektleiterinnen und Projektleiter mit ihren Arbeitsgruppen aus drei Universitäten und einer außeruniversitären Forschungseinrichtung an der Entwicklung von effizienten ressourcenschonenden Produktionsverfahren forschen.

"Damit wird Berlins Stellung in der Verfahrenstechnik und der technischen Chemie weiter ausgebaut und sichtbar gestärkt. Ich gratuliere allen Beteiligten für diese herausragende Leistung. Die exzellenten Ergebnisse zeigen unsere wissenschaftliche Bandbreite und unseren hohen Vernetzungsgrad, den wir durch die neue DFG-Förderung noch weiter ausbauen werden", so Prof. Dr. Kurt Kutzler, Präsident der TU Berlin.

Beteiligt am neuen Sonderforschungsbereich/Transregio der TU Berlin zur Optimierung von chemischen Prozessketten sind die Technische Universität Dortmund, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg. Federführende Wissenschaftler für die Entwicklung des Antrags waren Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. h.c. Dr. h.c. Günter Wozny und Prof. Dr.-Ing. Matthias Kraume, der Sprecher des Projektes, aus dem Institut für Prozess- und Verfahrenstechnik der TU Berlin.

Außerdem ist die TU Berlin an einem weiteren neuen Sonderforschungsbereich beteiligt, dessen Sprecherschaft bei der FU Berlin liegt. In diesem Verbundprojekt erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine effektivere Tierhaltung ohne Antibiotika.

Anwendungsgebiete

Im neuen Sonderforschungsbereich/Transregio "Integrierte chemische Prozesse in flüssigen Mehrphasensystemen" befassen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit der Entwicklung von effizienten Produktionsverfahren. Dafür sollen neuartige Methoden und chemische Reaktionssysteme konzipiert und angewendet werden. Eine Bottom-up-Vorgehensweise - die, von der Reaktion ausgehend, in den Gesamtprozess mündet - und ein Top-down-Lösungsansatz - der, basierend auf möglichen Prozessvarianten, Anforderungen an einzelne Prozessschritte formuliert - werden miteinander kombiniert und umgesetzt. "In der Konsequenz wird nicht allein der Reaktionsschritt, sondern der gesamte Prozess vom Rohstoff bis zum Reinprodukt behandelt. Ziel ist die Konzeption ressourceneffizienter Prozesse und dies bei erheblich verkürzten Entwicklungszeiten", erklärt der Sprecher des neuen Großprojektes, Prof. Dr.-Ing. Matthias Kraume. Mit Blick auf diese integrierte Prozessbetrachtung werden neue Methoden zur zielgerichteten Ermittlung der kinetischen und thermodynamischen Grunddaten, zur optimalen Gestaltung der verfahrenstechnischen Grundoperationen für Reaktion und Stofftrennung sowie zur beschleunigten Prozessentwicklung und -optimierung erarbeitet. Das Marktvolumen für derartige Produkte wie beispielsweise Kunststoffe und Waschmittel beträgt zirka 10 Millionen Tonnen pro Jahr, die dann ressourcenschonender aus zum Teil nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Mit den entwickelten Methoden und Werkzeugen wollen die Forscherinnen und Forscher das Tor für die technische Realisierung einer neuen Klasse chemischer Produktionsprozesse öffnen.

Der Sonderforschungsbereich/Transregio gliedert sich in drei Projektbereiche, zu deren Bearbeitung experimentelle und theoretische Methoden aus den Fachdisziplinen Technische Chemie, Thermodynamik, Verfahrenstechnik und Systemtechnik eingesetzt und weiterentwickelt werden. Im Projektbereich A werden anhand repräsentativer Stoffsysteme die chemisch-physikalischen Grundphänomene untersucht. Darauf aufbauend werden im Projektbereich B einzelne Prozessschritte sowie Teilsequenzen für chemische Umsetzungen und Stofftrennungen erforscht. Diese werden im Projektbereich C in Interaktion mit den Projektbereichen A und B auf optimale Weise zu effizienten Gesamtprozessen vernetzt.

Laufzeit und Fördermittel

In der ersten Förderperiode von vier Jahren fließen durch die Bewilligung rund 8 Millionen Euro Drittmittel von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den Sonderforschungsbereich. Unterstützt wird das Verbundprojekt unter anderem durch eine bauliche Infrastrukturmaßnahme der TU Berlin mit einem Volumen von zirka 1,3 Millionen Euro. Diese dient dem Aufbau einer vollautomatisierten Miniplantanlage. Diese verfahrenstechnische Versuchsanlage wird auf dem Charlottenburger Campus errichtet. Geplant und inhaltlich angelegt ist eine Gesamtlaufzeit des Sonderforschungsbereiches/Transregio von zwölf Jahren mit insgesamt drei Förderperioden.

Beteiligte Institutionen

Die beteiligten Forscherinnen und Forscher aus der TU Berlin, der TU Dortmund, der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Magdeburger Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme können auf wissenschaftlich fundierte Erfahrungen und eine exzellente Ausstattung verweisen. Viele der Beteiligten verbindet eine langjährige Zusammenarbeit und zahlreiche Kooperationsprojekte. So haben beispielsweise die Berliner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bereits im DFG-Graduiertenkolleg "Transportvorgänge an bewegten Phasengrenzflächen", bei dem Prof. Dr.-Ing. Matthias Kraume von der TU Berlin der Sprecher war, zusammen gearbeitet. Darüber hinaus kooperieren alle Beteiligten aus Berlin bereits im laufenden Exzellenzcluster "Unifying Concepts in Catalysis" (UniCat) seit 2007 miteinander. Der naturwissenschaftliche Exzellenzcluster wird innerhalb des Exzellenzwettbewerbes von Bund und Land gefördert. Der neue Sonderforschungsbereich/Transregio ergänzt das existierende Exzellenzcluster hervorragend.

Pressefotos finden Sie in unserer Fotogalerie (s. rechts).

stt

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr.-Ing. Matthias Kraume
Sprecher des neuen Sonderforschungsbereiches/Transregio
TU Berlin
Institut für Prozess- und Verfahrenstechnik
Tel.: 030/314-23701

www.verfahrenstechnik.tu-berlin.de

Beteiligung an einem zweiten bewilligten Sonderforschungsbereich

Der neue Sonderforschungsbereich "Ernährung, intestinale Mikrobiota und Wirtsinteraktionen beim Schwein" unter Federführung der FU Berlin, an dem auch die TU-Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Andrea Hartwig vom Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie beteiligt ist, widmet sich in einem interdisziplinären Ansatz der Untersuchung des Einflusses von Nahrungsfaktoren auf die Darmfunktion und die Tiergesundheit. Ziel der Forscherinnen und Forscher der FU Berlin und der beteiligten Institutionen ist es, gesundheitspolitisch wie wirtschaftlich relevante Krankheiten von Schweinen besser zu behandeln oder gar zu verhindern. Angestrebt ist eine effektivere Tierhaltung ohne Antibiotika. Die Fragestellung ermöglicht zahlreiche Perspektiven für die Tierernährung, Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die mögliche Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen ist langfristig Teil des Forschungsprogramms. (Sprecherhochschule: Freie Universität Berlin; Sprecher: Professor Dr. Jürgen Zentek; weitere beteiligte Hochschulen: Charité Universitätsmedizin Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin; außerdem beteiligt: Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, Deutsches Institut für Ernährungsforschung, Potsdam-Rehbrücke).

Beteiligte Wissenschaftlerinnen der TU Berlin:

Prof. Dr. Andrea Hartwig vom Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie der TU Berlin, Fachgebiet Lebensmittelchemie und Toxikologie, Tel.: 030/314-72789, E-Mail.:

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