direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Migration und Mauerfall: Wer hat wem wo Platz gemacht?

Dienstag, 03. November 2009

Medieninformation Nr. 274/2009

TU-Professorin Stefanie Bürkle eröffnet mit ihrem Team eine Ausstellung in der Schering Stiftung, zeigt Videodokumentationen und gibt Migrationsspiel heraus

Am 5. November, vier Tage vor dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, eröffnet in der Schering Stiftung in Berlin die Ausstellung "Placemaking | Mapping, Migration und Mauerfall" von Stefanie Bürkle. Die Künstlerin und Professorin der TU Berlin hat in Videos, Interviews und Fotografien die Prozesse des "Platz Machens" in Berlin im Fokus von Mauerfall und Migration dokumentiert. Ein interdisziplinäres und interkulturelles Team aus Ethnologinnen, Architektinnen und Politikwissenschaftlerinnen untersuchte vor Ort die mitgebrachten und geschaffenen Räume verschiedener Migrantengruppen zwischen Ankunfts- und Herkunftsland. "Migration meint nicht nur die Flucht von Menschen, sondern auch eine Bewegung von Räumen. Diese zahlreichen Veränderungen haben sich seit dem Mauerfall in Berlin beschleunigt. Wer hat seit Mauerfall eigentlich wem und wo Platz gemacht?", war eine der Ausgangsfragen. "Bei der Wiedervereinigungseuphorie wurde ein wichtiger Aspekt völlig ausgespart: Niemand hat sich dafür interessiert, was Migranten zum Thema Mauerfall zu sagen hatten. Gerade diese fremde Perspektive ist eine Möglichkeit, einmal aus der Selbstbetrachtung herauszutreten", fügt Stefanie Bürkle hinzu.

Unterschiedliche Wahrnehmung der Migranten aus Ost- und West-Berlin

Bei ihren Interviews und Untersuchungen wurde ein wesentlicher Unterschied zwischen der Wahrnehmung der Migranten aus Ost- und West-Berlin deutlich. "Die Vietnamesen begriffen die Wiedervereinigung als Befreiung und sahen zwischen ,Wessis‘ und ,Ossis‘ keinen Unterschied. Die Türken hingegen, die sich sehr mit West-Berlin identifizierten, sahen ihren Platz in der Gesellschaft bedroht. Sie empfanden die Ostdeutschen als Eindringlinge, als ,ausländische Inländer‘", erläutert Bürkle. Die meisten der interviewten Türken hätten den Eindruck, nach der Wende von den Ostdeutschen verdrängt und somit von "Bürgern zweiter Klasse" auf "Bürger dritter Klasse" degradiert worden zu sein.

Neben der begeh- und hörbaren Installation in dem neuen Projektraum für Kunst und Wissenschaft der Schering Stiftung wird das Kunst-Projekt auch auf der Website www.placemaking.de fortgeführt. Parallel zur Ausstellung erscheint außerdem ein Spiel- und Mit-Mach-Buch mit Textbeiträgen zum Themenkomplex Raum und Migration, mit zahlreichen Abbildungen, Interviews, einem Migrationsspiel, Memory und Faltplänen.

"Placemaking | Guerilla Screenings": Videovorführungen an Entstehungsorten

Die Ausstellung in der Schering Stiftung ist eingebettet in ein Gesamtprogramm der Künstlerin, das bereits ab September die Arbeiten an mehreren Standorten in Berlin präsentiert. Die Sechs-Kanal-Videoinstallation „Placemaking“ ist Teil der Gruppenausstellung "Berlin 89/09 - Kunst zwischen Spurensuche und Utopie", die noch bis zum 31. Januar 2010 in der Berlinischen Galerie zu sehen ist. Mehrere "Placemaking | Guerilla Screenings" holen in Ausschnitten aus der Videodokumentation und den Interviews die Ergebnisse an ihre Entstehungsorte zurück:

  • 14. bis 21. November 2009, jeweils 13.00 Uhr,
    im Mercan Restaurant, Wienerstraße 10, 10999 Berlin
  • 21. bis 28.November 2009, jeweils 22.00 bis 23.00 Uhr,
    in der CCCP BAR, Torstraße 136, 10115 Berlin
  • 28. November bis 5. Dezember 2009, jeweils 14.00 bis 15.00 Uhr,
    im Talad Thai, Gervinusstraße 2-3, 10629 Berlin

Public Viewing: "Placemaking-Screening" im 24-Stunden-Modus

In voller Länge wird das „Placemaking-Screening“ am "HAU 2" einmalig als Public Viewing am 8. November 2009 von 17.00 bis 20.00 Uhr als 24-Stunden-Modus gezeigt. Ort und Zeit werden auf der Website www.placemaking.de bekannt gegeben.

Die Ausstellung in der Schering Stiftung:
Eröffnung: 

5.11.2009, um 19.00 Uhr
Laufzeit:
6.11.2009 bis 12.12.2009
Öffnungszeiten:  

Montag bis Samstag, von 11.00 bis 18.00 Uhr
Ort:
Schering Stiftung, Unter den Linden 32-34, 10117 Berlin
Eintritt frei.

Placemaking wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds und der Schering Stiftung und entstand in Partnerschaft mit globe – Gesellschaft für internationale Kooperation e. V.

Zur Person:

Stefanie Bürkle, geboren 1966 in Heilbronn, ist Professorin für Bildende Kunst am Institut für Architektur der TU Berlin. Sie studierte Szenografie in Paris und freie Kunst an der Universität der Künste in Berlin. Sie arbeitete als Bühnenbildnerin in Paris und in Berlin. Themen wie "Stadt", "Künstliche Welten", "Fassade-Tapete-Raum-Architektur" werden von ihr mit unterschiedlichen Medien wie Malerei, Fotografie und in interdisziplinären Projekten untersucht. Die übliche Wahrnehmung der Stadt überprüft sie durch neue Lesarten von Projektionsflächen und den Räumen dahinter. Drei ihrer jüngsten Kunstprojekte stehen dafür exemplarisch: Mit "Palasttapete" oder "Loi chao tu Hanoi", ein Foto- und Videoprojekt über vietnamesisches Leben in Deutschland, hat sie die Wahrnehmung von Stadt untersucht. Mit Studierenden der TU Berlin setzte sie "60 Minutes Roundabout - Eine Ernst-Reuter-Platz Be- und Entschleunigung" im Juni 2009 um.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Stefanie Bürkle
TU Berlin
Institut für Architektur
Fachgebiet Bildende Kunst
Tel.: 030/314-21916
Fax: -21914

www.a.tu-berlin.de/bildende_kunst

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.