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TU Berlin

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„Das ist so’n zweischneidiges Schwert hier unser KZ...“ – Fürstenberger Alltag und das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

Dienstag, 10. Juni 2008

Medieninformation Nr. 141/2008

Einladung zu der Vortragsreihe „Lebenszeugnisse“

Die Gesprächsreihe mit Zeitzeugen findet als gemeinsame Veranstaltung des Zentrums für Antisemitismusforschung und des Literaturforums im Brecht-Haus statt, in der Regel jeweils am letzten Donnerstag im Monat. Vorgestellt werden – durch Lesung, Gespräch und Diskussionen – Biographien mit einem zeitgeschichtlichen Bezug. Einen Schwerpunkt bilden dabei die Themen Verfolgung, Widerstand und Exil während der NS-Zeit.

Am 19. Juni 2008 diskutiert Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin, mit der Berliner Historikerin und Publizistin Annette Leo. Wir laden Sie herzlich zu dieser Veranstaltung ein und bitten Sie, in Ihrem Medium auf dieses Gespräch hinzuweisen. Bitte leiten Sie diese Information auch an Ihre Kultur-/Feuilletonredaktion weiter:

Zeit:
am Donnerstag, dem 19. Juni 2008, 20.00 Uhr
Ort:
Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestr. 125, 10115 Berlin
Eintritt:
5 Euro, ermäßigt 3 Euro; kein Kartenvorverkauf

Vom Fürstenberger Stadtpark aus kann man über den See direkt auf die Lagermauer und den Schornstein des Krematoriums sehen. Aber diese „Klagemauer“, sagt Frau Heise, sei doch erst nach dem Krieg gebaut worden, und der Schornstein hätte ebenso gut zu einer Bäckerei gehören können. Manche wollen Schreie gehört haben, die über das Wasser schallten, andere erinnern sich an das Hundegebell, das immer abends anschwoll. Von 1939 bis 1945 lebten die Bewohnerinnen und Bewohner des idyllischen Luftkurorts Fürstenberg in enger Nachbarschaft zum Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Das Lager war Tabu und offenes Geheimnis zugleich. Der Tischler Kemper baute die Bettgestelle für die Häftlingsbaracken, Erna Golz begegnete manchmal einer Häftlingsgruppe im Wald, Elfriede Kunze verliebte sich in einen Wachmann von der SS, und der siebzehnjährige Werner Kopf wurde verhaftet und eingesperrt, weil er Gefangenen geholfen hatte.

Annette Leo hat Bürgerinnen und Bürger von Fürstenberg nach ihren Erinnerungen befragt. Nach anfänglichen Widerständen erfuhr sie viele sehr unterschiedliche Geschichten, die im Jahr 1945 keineswegs endeten. Ihre Interviewpartnerinnen und -partner erzählten auch von der Ankunft der Roten Armee, von der sowjetischen Kaserne auf dem ehemaligen KZ-Gelände, von den jährlichen Gedenkzeremonien am Ufer des Sees und vom Skandal um den Supermarkt im Jahr 1991. Die Autorin fügte die Erzählungen zu einem widersprüchlichen Bild zusammen, das ihr wie ein Schnitt durch den Boden vorkam, „der die verschiedenen Erinnerungen und Deutungen wie die Linien und Farben in einem Bodenprofil sichtbar macht“.

Mit ihrem Buch „Das ist so’n zweischneidiges Schwert hier unser KZ …“ – Der Fürstenberger Alltag und das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück hat Annette Leo den Annalise-Wagner-Preis gewonnen.

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Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Yasemin Shooman
Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Tel.: 030/314-25467
Fax: -21136.

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