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TU Berlin: Holger Boche wird mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet

Donnerstag, 06. Dezember 2007

Medieninformation Nr. 313/2007

Mathematik und Ingenieurwissenschaften für die Effizienz von Mobilfunksystemen

Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Holger Boche, Lehrstuhl für Mobilkommunikation
Lupe

Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Holger Boche von der TU Berlin wird mit dem bedeutendsten deutschen Forschungspreis, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ausgezeichnet. Das gab heute die Deutsche Forschungsgemeinschaft bekannt. Der Preis ist mit 2,5 Millionen Euro dotiert. Holger Boche (40) ist Professor für Mobilkommunikation am Institut für Telekommunikationssysteme der Technischen Universität Berlin und gleichzeitig Abteilungsleiter am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut. Außerdem ist er Direktor des Fraunhofer German-Sino Lab for Mobile Communications mit Sitz in Berlin und Peking. Das Doppelinstitut wird seit 2003 vom Bundesforschungsministerium und seinem chinesi-schen Pendant MOST gemeinsam finanziert.

"Es ist für uns eine ganz große Freude, dass ein junger, herausragender und bereits vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler wie Holger Boche den Leibniz-Preis erhält. Unsere strategische Herangehensweise, den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Elektrotechnik an der TU Berlin stark zu fördern, trägt erneut Früchte. Ebenso unsere Politik, gemeinsam mit außeruniversitären Forschungsinstituten herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu berufen. Nach den jüngsten Erfolgen für die Naturwissenschaften mit einem Exzellenzcluster in der Chemie, einem neuen Sonderforschungsbereich in der Physik und dem international beachteten DFG-Forschungszentrum "Matheon – Mathematik für Schlüsseltechnologien" ist die Vergabe des Leibniz-Preises an Holger Boche eine weitere Bestätigung, dass die TU Berlin mit ihren strategischen Forschungsfeldern den richtigen Weg erfolgreich beschreitet", so TU-Präsident Prof. Dr. Kurt Kutzler.

Wissenschaftliche Laufbahn

Holger Boche wurde 1966 in Schwedt/Oder geboren. In seiner bisherigen Laufbahn hat Professor Boche als Autor oder Co-Autor bereits rund 200 Publikationen veröffentlicht, außerdem ist er Inhaber von sieben Patenten.
Er studierte Elektrotechnik an der TU Dresden. Ein Begabtenstudium der Mathematik und Promotionen in beiden Fächern 1994 (TU Dresden, Prof. Dr. Schreiber) und 1998 (TU Berlin, Prof. Dr. Pommerenke) schlossen sich an. 2002 wurde er auf die Heinrich-Hertz-Professur für das Fachgebiet Mobilkommunikation an der TU Berlin berufen. Boche war zudem Gründungsdirektor des Sino-German-Mobile Communications Instituts, eines Gemeinschaftsprojektes der deutschen und chinesischen Forschungsministerien, dem er jetzt als Direktor vorsteht.

Mathematiker und Ingenieur: Forschung für effiziente Mobilfunksysteme

Viele der Aufgabenstellungen, die die Netzbetreiber heute und in Zukunft bewältigen müssen, um die Kapazität der Mobilfunknetze optimal zu nutzen, sind mit den Mitteln der reinen Ingenieurwissenschaften nur äußerst schwer oder nicht immer zufriedenstellend zu bewältigen. Der promovierte Mathematiker und Ingenieurwissenschaftler zeichnet sich sowohl durch ungewöhnliche Fähigkeiten auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik als auch der Mathematik aus. Durch die Anwendung von mathematischen Methoden bei Untersuchungen zur Struktur und Funktionsweise von Mobilfunknetzen konnte Professor Boche bereits zahlreiche Problemstellungen lösen, die dabei helfen, den weiteren Ausbau der Mobilfunknetze der dritten Generation voranzutreiben.

Ein wesentlicher Bereich der Forschungen von Professor Boche betrifft die Steigerung der spektralen Effizienz von Mobilfunksystemen. Um Probleme im Bereich Nachrichtentechnik und Informationstheorie zu bearbeiten, entwickelt Holger Boche entsprechende mathematische Modelle und überträgt sie dann auf die jeweilige Aufgabenstellung. So konnten seine Forschungen zum Beispiel die Grundlage dafür schaffen, dass sich bei der Verwendung von innovativen Mehrantennensystemen eine optimale Ressourcenvergabe erreichen lässt. Ein weiteres Beispiel sind Arbeiten zur Vergrößerung der Übertragungskapazität in den Netzen durch Berücksichtigung der Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Teilnehmern.

Fernziel seiner Arbeit sind die Systeme der vierten Mobilfunkgeneration, das Nahziel ist die Weiterentwicklung der bestehenden UMTS-Netze. Die Ergebnisse seiner Forschungen haben einen bedeutenden Einfluss auf die Praxis. Wenn nämlich mehr Informationen in den Netzen übertragen werden können, lassen sich die vorhandenen Kapazitäten effizienter nutzen und komplexere Dienste realisieren. Für die UMTS-Netzbetreiber sind dies Fortschritte von höchster betriebswirtschaftlicher Relevanz: Auf diese Weise lassen sich die Kosten für den Betrieb der Netze optimieren. Gleichzeitig können mehr Nutzer als bisher von neuen Services profitieren.

Bisherige Auszeichnungen

Im Juni 2006 wurde Holger Boche mit dem Vodafone-Innovationspreis 2006 für besondere Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Mobilkommunikation ausgezeichnet. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis der Vodafone-Stiftung für Forschung würdigte in besonderer Weise die Forschungsarbeiten von Holger Boche, der durch die Anwendung mathematischer Modelle auf technische Problemstellungen bei der Mobilkommunikation entscheidende Weichen für die zukünftige Entwicklung gestellt hat. Mit dem Preis wurde das Gesamtwerk des damals 39-jährigen Wissenschaftlers ausgezeichnet, das sowohl durch theoretische als auch praxisorientierte Relevanz besticht.

Professor Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Holger Boche und sein Kollege Dr.-Ing. Martin Schubert erhielten im November 2007 den Philipp-Johann-Reis-Preis 2007 für ihre Arbeiten zur grundlegenden Optimierung von Mobilfunksystemen der neuesten Generation. Verliehen wurde der mit 10.000 Euro dotierte Preis durch den VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik), gemeinsam mit der Deutschen Telekom und den Städten Friedrichsdorf und Gelnhausen. Der Preis erinnert an den deutschen Erfinder des Telefons. Sie haben mit ihren Arbeiten entscheidende Weichen für die Entwicklung des Mobilfunks gestellt.

Für seine richtungsweisenden wissenschaftlichen Leistungen zur Verbesserung von Übertragungsqualität und Frequenzauslastung in der Mobilkommunikation erhielt Holger Boche im Oktober 2003 auch den Forschungspreis "Technische Kommunikation 2003" der Alcatel SEL Stiftung in Stuttgart. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und ging erstmals an einen Berliner Wissenschaftler.

tz / stt

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. Holger Boche
Institut für Telekommunikationssysteme der TU Berlin
Heinrich-Hertz-Lehrstuhl für Mobilkommunikation
Werner-von-Siemens-Bau
Einsteinufer 25
10587 Berlin
Tel.: 030/314-28459

Dr. Kristina R. Zerges
Leiterin des Referats für Presse und Information der TU Berlin
Tel.: 030/314-23922

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