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TU Berlin

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Viel Hilfsbereitschaft und kleine Egoismen

Der Frühling kommt: Rasch, aber nicht panisch, müssen die Fakultäten nun Weiterbetrieb und Neuaufbau organisieren
Lupe

Christoph Roesrath beschreibt die Herausforderungen für die Fakultäten

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Was waren in den vergangenen zwei Wochen die größten Herausforderungen?

Für meine Kolleg*innen in allen Fakultätsservicecentern und mich waren die rasche Kommunikation der täglichen Erfordernisse an möglichst viele Mitglieder unserer Fakultät VI Planen Bauen Umwelt und die Umstellung aller Arbeitsprozesse das Wichtigste. Dank der Unterstützung des Faculty Information Officer sind die Mitarbeiter*innen des Fakultätsservicecenters VI auf gut gesicherten Rechnern arbeitsfähig. Aber natürlich als Notbetrieb ohne weitere technische Ausstattung und ohne Akten. Ein großer Dank geht an die wenigen vor Ort, die in den letzten beiden Wochen bis zur Erschöpfung dafür gesorgt haben, dass die wichtigsten Rechnungen und unsere Gehälter gezahlt wurden, die dringlichsten Einstellungen noch erledigt wurden. Das ist nicht selbstverständlich. 

Was sind derzeit Ihre wichtigsten Aufgaben?

Die Aufrechterhaltung des Verwaltungsbetriebes, die Überführung der Arbeitsabläufe von analogen in digitale Formate und die möglichst rechtssichere Gestaltung aller Prozesse stehen obenan. Dazu kommen die Koordination von Abläufen in „meiner“ Fakultät und die Abstimmung mit anderen Fakultäten. Nur gemeinsam wird es gehen. Besonders herausfordernd ist es, zwischen den Wünschen und Erwartungen und den Möglichkeiten einer Universität im Notbetrieb zu vermitteln. Oft „Nein“ sagen zu müssen, ist eine Folge davon. Da brauchen wir Verständnis. 

Wie wird sich die Situation für die Fakultäten jetzt weiter entwickeln?

Ich hoffe, zunehmend stabil. Wir sind jetzt irgendwie gelandet und müssen rasch, aber nicht panisch, den Weiterbetrieb und zum Teil einen Neuaufbau organisieren. Die Organisation der Lehre für das Sommersemester 2020 wird der Schwerpunkt sein. Hier vertraue ich darauf, dass die Studiendekan*innen und die Referent*innen für Studium und Lehre gute und wenn möglich auch übergreifende Lösungen finden. Die Durchführung und die administrative Abwicklung werden zum Kraftakt. Viel wird von der Einführung neuer Techniken abhängen. Hier sind wir mit der ZECM aber gut aufgestellt.

Wird es jetzt zu einem Sammelsurium von „Sonderregelungen“ kommen, die den Fakultätsbetrieb nach der Krise behindern?

Natürlich wird es wenige einzelne Sonderregelungen geben müssen. Aber sie müssen Ausnahmen bleiben und zeitlich auf die Krise beschränkt. Eine gute Abstimmung zwischen der Universitätsleitung, den Dekanaten und den Instituten sollte eine Fokussierung auf das Wesentliche bringen. Alles, was wir machen, muss rechtssicher sein. 

Was ist Ihre persönliche Einschätzung: Wie gut funktioniert die TU Berlin im Krisenbetrieb?

Erstaunlich gut. Aber ich kann nicht verhehlen, dass einige Bereiche am Rand der Erschöpfung stehen. Auch darüber muss in Zukunft gesprochen werden, ob die Ressourcen gut und richtig verteilt wurden. Insgesamt glaube ich aber schon, dass die dezentralen Strukturen der Universität sich in der Not bewährt haben. Ich habe in den vergangenen Tagen viel Unterstützung, viel Hilfsbereitschaft und großartiges persönliches Engagement erfahren. Natürlich auch immer dabei: kleine und größere Egoismen. Mein großer Wunsch: Nach der Krise bewahren wir den kreativen Pragmatismus, der uns derzeit arbeitsfähig macht und manchmal sogar inspiriert. Das macht den Unterschied zwischen Universität und einer Behörde aus.

Das Gespräch führte Katharina Jung

Katharina Jung, „TU intern“ April 2020

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