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TU Berlin

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Lehrer und Sammler aus Leidenschaft

Freitag, 21. Juni 2013

Zum 200. Geburtstag von C. F. Rammelsberg

Bei seiner Emeritierung 1891
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In dieses an Jubiläen so reiche Jahr 2013 fällt die 200. Wiederkehr des Geburtstages von Carl Friedrich Rammelsberg. Seine Laufbahn als Forscher und Hochschullehrer spiegelt zugleich die verschlungene Institutionengeschichte der heutigen TU Berlin. Rammelsberg war von 1841 bis 1891 Dozent für Mineralogie und Metallurgie an der Bergakademie, die 1916 mit der TH vereinigt wurde.

Ein Rammelsbergit, der nach ihm benannt wurde, befindet sich in den Sammlungen der TU Berlin
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Seit 1850 war Rammelsberg neben seiner Tätigkeit an der Bergakademie auch Lehrer am Gewerbeinstitut in der Klosterstraße in Alt-Berlin, für das er unter anderem eine Mineraliensammlung anlegte. Das 1821 gegründete Gewerbeinstitut bildete für die aufblühende Berliner Industrie das technische Führungspersonal aus. Aus ihm und der Bauakademie ging 1879 die Technische Hochschule hervor. Ein drittes Lehramt hatte Rammelsberg an der Berliner Linden-Universität. Hier bereicherte er die mineralogischen Sammlungen, die heute im Naturkundemuseum zu bewundern sind.

Diesen Laborschrank mit Schüben und gekachelter Labortischfläche hält die Kustodin der Mineralogischen Sammlungen der TU Berlin in Ehren. Er stammt mit einiger Sicherheit noch aus Rammelsbergs Labor.
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Der 1813 in Berlin geborene Carl Friedrich Rammelsberg begann mit 15 Jahren eine Apothekerlehre. Apotheken waren damals wichtige Orte der chemischen Gelehrsamkeit. So war auch Martin Heinrich Klaproth (1743–1819), der 1789 das Uran entdeckte, Chemieprofessor und Apotheker. Nach einer beruflichen Tätigkeit im Harzvorland zog seine wissenschaftliche Neugier Rammelsberg zurück in seine Heimatstadt, wo er von 1833 bis 1837 an der Friedrich-Wilhelm-Universität Chemie und Mineralogie studierte. Diese Fächer lehrten zu seinem Glück die bedeutendsten Hochschullehrer ihrer Zeit: die Chemiker Eilhard Mitscherlich (1794–1863) und Heinrich Rose (1795–1864) sowie die Mineralogen Christian Samuel Weiss (1780–1856) und Gustav Rose (1798–1873). Nach seiner Promotion 1837 war Rammelsberg kurzzeitig als Gymnasiallehrer tätig und kehrte 1841 nach erfolgreicher Habilitation in die akademische Sphäre zurück. 1846 wurde er außerordentlicher und 1874 ordentlicher Professor an der Friedrich-Wilhelm-Universität. In den 1860er-Jahren lehrte er kurzzeitig an der berühmten sächsischen Bergakademie in Freiberg, der Urzelle aller Hochschulen dieser Art in Deutschland.

Seit dem 18. Jahrhundert nahm die Bedeutung der Mineralogie für das Bergbau- und Hüttenwesen schlagartig zu, auch Johann Wolfgang von Goethe und Alexander von Humboldt waren begeisterte Mineralogen und sammelten Mineralien. Zu Rammelsbergs Lebzeiten nahm die Mineralogie eine wichtige Brückenstellung zwischen Geologie, Chemie, Physik und Werkstoffkunde ein. Er galt als wichtige Autorität auf dem Gebiet der mineralogischen Chemie. In mehr als der Hälfte seiner 400 Publikationen befasst er sich mit Mineraluntersuchungen. Außerdem analysierte er die Zusammensetzung von Meteoriten und verbesserte Analysemethoden in seinem Fachgebiet. Er wurde Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina. Am 28. 12. 1899 starb Rammelsberg und wurde in Groß-Lichterfelde bei Berlin, auf dem heutigen „Friedhof Lichterfelde Moltkestraße“, beigesetzt. Seine Grabstelle existiert heute nicht mehr. Die akademische Fachwelt ehrte ihn aber, indem sie das seltene Nickel-Arsenid (NiAs2) nach ihm „Rammelsbergit“ nannte. Obwohl dieses Mineral meist nur mikroskopisch klein mit anderen Mineralarten in Nickel-Erzen verwachsen ist, besitzt die Mineralogische Sammlung der TU Berlin ein größeres Exemplar Rammelsbergit, das von der klassischen Fundstelle Medenec (ehemals Kupferberg) in Tschechien stammt.

Hans Christian Förster / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2013

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