direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Page Content

There is no English translation for this web page.

Vermischtes

Universitätsarchiv

Freitag, 13. Juli 2012

Durchs wilde Abessinien

Leo von Zur Mühlen bei der Laborarbeit
Lupe

Das Leben von Leo von Zur Mühlen (1888–1953) war reich an Abenteuern und endete tragisch. Er starb 1953 in Moskau. Dort endete seine letzte Odyssee, die mit seiner Verhaftung 1947 durch die Rote Armee begann und über Workuta schließlich in die Kremlstadt führte. Geboren im Baltikum, studierte von Zur Mühlen in Dorpat, der einzigen deutschsprachigen Universität Russlands, Geologie. Bereits als junger Mann nahm er an Expeditionen in den Kaukasus teil. Nach der Promotion in Freiburg 1914 arbeitete er als Geologe und wurde – unterbrochen von Expeditionen nach Sibirien, Turkmenistan, Äthiopien und in andere Länder – 1925 Privatdozent, 1934–1945 außerordentlicher Professor der Abteilung Bergbau an der TH Berlin. Sein Nachlass (1930 bis 1945), zwei laufende Regalmeter, befindet sich daher im TU-Archiv.

Markttreiben in Abessinien um 1930
Lupe

Über den Materialien liegt eine Aura des Geheimnisvollen. Allein acht Rollen Agfa-Schmalfilm, für deren Betrachtung dem Archiv das entsprechende Vorführgerät fehlt, harren der Entdeckung. Zum Nachlass gehört unter anderem umfangreiches Material der Forschungsreise nach Abessinien, wie Äthiopien damals genannt wurde. Von Zur Mühlen unternahm sie 1930/31. Es war jene Zeit, als der letzte christliche Kaiser, der „König der Könige“, Haile Selassi I. (1892–1975), in Äthiopien, das nie eine europäische Kolonie war, seine Regierung begann. Während der 21 Monate dauernden Expedition, die der geologischen Erkundung diente, machte von Zur Mühlen Fotos, fertigte Karten an und schrieb auf seiner Remington-Reiseschreibmaschine Berichte über Land und Leute. Eine Quintessenz dieser Reise stellt das 1935 veröffentlichte Buch „Im Banne des Äthiopischen Hochlandes“ dar, das viele Fotos enthält. Die Mehrzahl dieser 1930/31 gemachten Fotos befindet sich heute als Negative im Zur-Mühlen-Nachlass. Viel Geld und ein ausgezeichnetes detektivisches Talent sind sicher noch nötig, um diese heute kulturhistorisch mehrfach interessante Äthiopien-Expedition aufzuarbeiten.

Hans Christian Förster / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 7/2012

Zusatzinformationen / Extras

Quick Access:

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

This site uses Matomo for anonymized webanalysis. Visit Data Privacy for more information and opt-out options.