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TU Berlin

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Vermischtes

Universitätsarchiv

Montag, 18. Juni 2012

Als Papier noch nicht geduldig war

Lupe

Die Hochschulgeschichtliche Sammlung (HGS) des Universitätsarchivs enthält einen zehn Zentimeter dicken Aktenordner, der die erste Jubiläumsfeier der TU Berlin vom 17. bis 20. März 1949 dokumentiert. Die 1946 neu gegründete Universität feierte damals den 150. Jahrestag der Gründung ihrer Vorgängereinrichtung, der Bauakademie (1799–1949). Es war mitten in der Zeit der „Berliner Blockade“. In diesem Ordner findet sich viel vergilbtes Papier, das langsam anfängt zu zerbröseln. Der größte Teil des Materials besteht aus Pressestimmen, es folgen Papiere zum Jubiläumsablauf und Manuskripte der Festreden beziehungsweise deren Kurzfassungen. Dieses Echo umfasst westdeutsche, Westberliner, aber auch Ostberliner Zeitungen wie „Morgen“, „Neue Zeit“ oder „Neues Deutschland“. Zwar kritisieren die Ostjournale, dass sie zum TU-Jubiläum nicht akkreditiert wurden, ihre Berichterstattung über Jubiläum und Aufbauarbeit der TU Berlin war jedoch erstaunlich sachlich.

Neben den britischen und französischen Militärchefs waren akademische Gäste aus London, Paris, Mailand, Zürich, Stockholm wie aus dem westdeutschen „Trizonesien“ anwesend. Am 18. März 1949 fand der Festakt in der Städtischen Oper in der Kantstraße statt. Den Festvortrag hielt TU-Rektor Prof. Dr. Kurt Apel. Anschließend erhielten Robert Birley, ein Mitarbeiter der britischen Behörde, und Professor Paul Bonatz Ehrendoktorwürden. Am Abend wurde Werner Egks Oper „Circe“ aufgeführt, die der Komponist selbst dirigierte. Am 19. März hielten die Professoren Carl Ramsauer, Paul Riebensahm und andere in der Oper weitere Festvorträge. Am Jubiläumsvorabend fand ein Empfang für alle Gäste in der Mensa des Studentenheims Fasanenstraße statt. Dafür wurde die Mensa renoviert und galt 1949 als der „schönste Saal“ von ganz Berlin. Hier feierte die Studentenschaft am 19. und 20. März das Hochschuljubiläum mit kabarettistischen Späßen. Deren Motto „Nach Inspirationen von Bing Cruspi“ verärgerte den Hochschuldezernenten Dr. Kruspi so sehr, dass trotz papierknapper Zeit alle Einladungen neu gedruckt werden mussten.

Hans Christian Förster / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 6/2012

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