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TU Berlin

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Universitätsarchiv

Mittwoch, 04. April 2012

Kulturgeschichte in der Hochspannungstechnik

Lupe

Meine Antwort hat sich aus verschiedenen Gründen verzögert: Meine Anschrift hatte sich geändert. Das Telegramm enthielt nicht die Ihrige. Als Ihr Brief mir sie brachte, konnte ich nur die wenigen Worte drahten, da Ihre Vorauszahlung nicht weiterreichte und Nachzahlung … von der Post nicht zugelassen wurde. Zum Luftpostbrief hätten Sie Bezugsscheine beifügen müssen. Ich habe mir einen auf besondere Weise verschafft“ – so Prof. Dr. Adolf Matthias (TU intern 7–9/07) in einem Brief an Max Knoll in Princeton/USA vom 10. März 1949. Im Handy-Zeitalter erscheinen solche Kommunikationsprobleme steinzeitlich. Der Brief gehört zu dem kleinen, nur einen halben Regalmeter umfassenden Nachlass von Adolf Matthias (1882–1961) im Universitätsarchiv. Matthias leitete von 1926 bis 1945 als ordentlicher Professor das Hochspannungslaboratorium der TH, und 1947 bis zur Emeritierung war er Chef des Instituts für Hochspannungsforschung der TU Berlin. Ehrensenator wurde er 1957. Drei bedeutende Pioniere der Elektronenoptik – der genannte Max Knoll, Bodo von Borries und der spätere Nobelpreisträger Ernst Ruska – kamen aus seinem Institut. Sein Nachlass enthält diverse Materialien: Notizen, Vorlesungsmanuskripte, Zeitschriftenaufsätze, Patentschriften, Berechnungsblätter aus der Laboratoriumsarbeit, aber auch kulturhistorische Dokumente. Sie stammen aus der Zeit zwischen 1908 und 1954. So geht zum Beispiel aus Archivalien hervor, dass Matthias in den späten 1930er-Jahren die Resultate der sowjetischen Gewitterforschung verfolgte. Ein Dokument über eine Tagung des Verbandes Deutscher Elektrotechniker (VDE) 1936 belegt, dass die Teilnehmer eine Verpflichtung unterschreiben mussten, „eigene hemmende Wünsche der großen gemeinsamen Notwendigkeit unter bewusster Wahrung nationaler Interessen“ unterzuordnen. Ein wichtiges hochschulpolitisches Dokument ist ein Aufsatz des ersten TU-Nachkriegsrektors, Professor Walter Kucharski. Darin wurden Fragen der Reform der Studienpläne diskutiert und er gibt einen interessanten Einblick sowohl auf die Geschichte von TH/TU als auch auf die Mathematik und ihren Stellenwert im Ingenieurstudium.

Hans Christian Förster / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 4/2012

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