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TU Berlin

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Vermischtes

Pionier der Mikrowellen- und Hochfrequenztechnik

Freitag, 20. Januar 2012

Vor 100 Jahren wurde TU-Ehrensenator Friedrich-Wilhelm Gundlach geboren

Das Grab von Friedrich-Wilhelm Gundlach liegt unweit des Ehrengrabes von Hans Scharoun auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof
Lupe

Am 2. Februar 2012 jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag eines hervorragenden Ingenieurs, Forschers und Hochschullehrers, der von 1954 bis 1979 Direktor des Instituts für Hochfrequenztechnik an der TU Berlin war. Professor Friedrich-Wilhelm Gundlach erwarb sich außerdem Verdienste um die Universität als deren Prorektor und Rektor zwischen 1963 und 1967. Im Jahr 1987 wurde er Ehrensenator. Noch heute verleiht der Verein der Freunde der Hochfrequenztechnik jährlich den "Friedrich-Wilhelm-Gundlach-Preis" für ausgezeichnete Diplomarbeiten aus diesem Fachgebiet.

Gundlach wurde 1912 in Berlin als Sohn eines Konzertpianisten geboren und wuchs auf in den "Goldenen Zwanzigern", als sich die Spreemetropole zum Zentrum der Funk- und Radioindustrie entwickelte. Es war eine Hochzeit der Rundfunkbastler. An der TH Berlin förderten Ernst Orlich und Heinrich Fassbender die Forschung und Lehre der Hochfrequenztechnik. Ob dies auf die Berufswahl des jungen Gundlach Einfluss hatte, ist nicht bekannt. Er begann jedenfalls 1930 ein Studium der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Charlottenburg, der Vorgängereinrichtung der TU Berlin. Nach einer hervorragenden Diplomarbeit wurde er Assistent von Professor Heinrich Fassbender am Institut für Hochfrequenztechnik, seit 1935 der erste deutsche Ordinarius auf diesem Fachgebiet. Ende der Dreißigerjahre schloss Gundlach seine Doktorarbeit ab und fand mit der Mikrowellentechnik, speziell der Beschäftigung mit Laufzeitröhren, sein Fachgebiet und lebenslanges Forschungsthema. Zunächst wurde er aber Laboringenieur bei der alteingesessenen Berliner Firma Julius Pintsch. Hier war er als Gruppenleiter für die Entwicklung von Laufzeitröhren verantwortlich. An der Gauss-Ingenieurfachschule, der heutigen Beuth-Hochschule Berlin, gab Gundlach - nebenberuflich - Fachunterricht. Im Jahre 1942 wechselte er zur Pintsch-Tochterfirma Funkstrahl GmbH nach Konstanz, die - eingebunden in die Rüstungswirtschaft - Bauteile für Radaranlagen in U-Booten herstellte. Nach 1945 entschied sich Gundlach, der nunmehr in der französischen Zone lebte, für die Fortsetzung seiner akademischen Karriere. Er habilitierte sich 1947 an der TH Karlsruhe und erhielt 1949 den neu eingerichteten Lehrstuhl für Fernmeldetechnische Geräte und Anlagen an der TH Darmstadt. 1954 konnte er infolge seiner Berufung zum Ordinarius für Hochfrequenztechnik und zum Direktor des gleichnamigen Instituts der TU Berlin in seine Heimatstadt zurückkehren. Von 1955 bis 1974 leitete er außerdem die Abteilung Hochfrequenztechnik am neu organisierten Heinrich-Hertz-Institut. Unter seiner Leitung entstand das 1968 neu eröffnete Institutsgebäude an der Marchstraße. Gundlach legte großen Wert auf den Ausbau der Forschungstätigkeit am TU-Institut. Vor allem auf dem Gebiet der Mikrowellentechnik und Mikrowellenelektronik wurde intensiv Forschungsarbeit betrieben. Wer bei Gundlach studierte, rühmt noch heute die hohe Qualität seiner Vorlesung, seine Fähigkeit, für die Probleme der Hochfrequenztechnik zu begeistern. Er kümmerte sich intensiv um den Forschernachwuchs. Jungen Absolventen sagte er: "Ein Promotionsthema können Sie sofort haben, die Beschaffung der Mittel dauert ein bisschen." Generationen von Studierenden war das "Taschenbuch für Hochfrequenztechnik" von H. H. Meinke/F. W. Gundlach das Standardwerk ihrer Ausbildung. Neben seiner umfangreichen Forschungs- und Lehrtätigkeit hat Gundlach in vielen elektrotechnischen Fachgremien und Ausschüssen sein profundes Fachwissen eingebracht und Impulse gegeben. Hochgeehrt starb Friedrich Wilhelm Gundlach am 27. Januar 1994. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem Zehlendorfer Waldfriedhof - unweit des Grabes seines Professorenkollegen Hans Scharoun. Eine ausführliche Beschreibung des Forscherlebens von Gundlach steht noch aus.

Die Serie "Orte der Erinnerung" im Netz:
www.tu-berlin.de/?id=1577

Hans Christian Förster / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 1/2012

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