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TU Berlin

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Universitätsarchiv

Freitag, 16. Dezember 2011

Witzig, bissig, aber voller Respekt für den Partner

Carl Dahlhaus auf einem Foto aus den 1960er-Jahren
Lupe

Prof. Dr. Carl Dahlhaus (1928-1989) gehört zu den bedeutendsten Musikwissenschaftlern des 20. Jahrhunderts. Von 1967 bis 1989 hatte er den Lehrstuhl für Musikwissenschaft an der TU Berlin inne. Dahlhaus hat nicht nur ein großes publizistisches Werk hinterlassen, das 25 Bücher, über 400 Aufsätze und mehr als 150 Glossen, Kritiken und Rezensionen umfasst, sondern auch einen umfangreichen dienstlichen Briefwechsel. Dieser füllt sechs Regalmeter im Universitätsarchiv und ist inzwischen archivarisch erschlossen. Dahlhaus korrespondierte weltweit mit mehr als 200 Personen und über 150 Institutionen wie Universitäten, Akademien, Verlage, Stiftungen oder Musikalische Gesellschaften. Eine Besonderheit des Briefwechsels besteht darin, dass er nicht nur offizielle Schreiben enthält. Es ist eine Arbeitskorrespondenz, die viel von Dahlhaus' Persönlichkeit, seiner Arbeitsweise, seiner Lust und Freude am kollegialen Dialog offenbart. Der Professor formulierte witzig, ironisch, gelegentlich bissig, aber immer respektvoll gegen den Partner. Auffallend ist, dass Dahlhaus oft als kompetenter Ratgeber gefragt war. Die Auswertung dieses reichhaltigen Materials erfordert viel Zeit und Ausdauer. Doch bereits in einer ersten, eher zufälligen Annäherung stößt man auf viel Interessantes. Da ist zum Beispiel der Briefwechsel mit Theodor W. Adorno aus dem Jahre 1967. Adorno, der Dahlhaus gern als akademischen Verbündeten an der Frankfurter Universität gesehen hätte, erweist sich als wahrer Berufungsstratege. Auch der ehemalige Chef des FAZ-Feuilletons, Marcel Reich-Ranicki, tauschte Höflichkeiten mit dem sachkundigen Rezensenten aus. Zu weiteren Korrespondenzpartnern gehörten dem Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas, Musikverleger sowie viele Musikwissenschaftler und -praktiker in aller Welt. Von großem Wert sind jene Briefe, die über den Menschen Carl Dahlhaus Auskunft geben: über seine Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, seine solide Bildung und seine Fähigkeit zur Selbstironie. Dieser Nachlass könnte Quelle für eine noch zu schreibende Biografie dieses außergewöhnlichen Wissenschaftlers werden.

Hans Christian Förster / Quelle: Hochschulzeitung "TU intern", 12/2011

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