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TU Berlin

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UNIVERSITÄTSARCHIV

Archäologisches Puzzlespiel

Freitag, 17. Juni 2011

archäologische Stätte Tall Munbaqa in Syrien
Ein Foto aus Heinrichs Nachlass zeigt die archäologische Stätte Tall Munbaqa in Syrien
Lupe

Jeder Blick ins Archiv erzeugt viele neue Fragen, und den Archivalien ist nicht leicht eine Antwort zu entlocken. Das trifft auch auf den Teilnachlass des Architekten, Bauforschers und TU-Professors Ernst Heinrich (1899-1984) zu, der sich seit 2001 - inzwischen erschlossen - im Universitätsarchiv befindet. Heinrich war nach dem Studium an der TH Berlin in den 1930er-Jahren als Bauforscher Mitarbeiter von Walter Andrae, der unter anderem das in Mesopotamien ausgegrabene, berühmte Ischtar-Tor rekonstruierte (TU intern 7/10), das heute im Berliner Pergamonmuseum zu bewundern ist.

Auch Ernst Heinrichs Ausgrabungs- und Forschungsfeld lag im Zweistromland. Er nahm an mehreren Ausgrabungen in Uruk teil. Zwei noch heute gültige Standardwerke, "Tempel und Heiligtümer im alten Mesopotamien" (1982) und "Die Paläste im alten Mesopotamien" (1984), dokumentieren wie ein Lexikon sein Lebenswerk. Der Nachlass im Universitätsarchiv eröffnet einen Blick in die Arbeitsweise des Archäologen und Bauforschers. Tagebücher berichten über den täglichen Arbeitsablauf. Ein Konvolut von Fotos und Skizzen dokumentiert die Überreste der versunkenen Tempelkulturen. In Entwürfen versucht der Forscher, das einstige Aussehen der freigelegten Baufragmente zu rekonstruieren. Karteikästen enthalten die gesammelte Vielfalt der gefundenen Ornamente, Materialien, Formen dieser altorientalischen Kulturen. Briefe von und an Ernst Heinrichs Mentor und Freund Walter Andrae lassen auf die persönlichen Beziehungen schließen.

Bei all dieser Überfülle fragt sich der Beobachter, wie Professor Heinrich blofl den Ariadnefaden gefunden habe, um aus diesem labyrinthischen Chaos letztlich doch wieder eine Ordnung herauszukristallisieren. Aber auch Kurioses findet sich an: eine Aktentasche des Professors. Hat sie wohl auch Wüstenerfahrung? Und eine interessante Postkartensammlung mit Motiven aus dem alten Berlin. Wahrscheinlich hat Heinrich, der später zum Ehrenmitglied der TU Berlin ernannt wurde, sie benutzt, als er in den 1960er-Jahren das Werk "Berlin und seine Bauten" (1896) neu herausgab.

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 6/2011

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