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Vermischtes

Universitätsarchiv

Freundliche Grüße von Albert Einstein

Montag, 09. Mai 2011

Archive sind Magazine des kollektiven Gedächtnisses. Im Universitätsarchiv der TU Berlin schlummern viele Schätze, von denen wir in loser Folge einige interessante vorstellen.

Lupe

Der Nachlass des TH-Philosophen Joseph Petzoldt (TU intern 4/11) enthält unter anderem umfangreiche Briefwechsel mit Richard Avenarius, Ernst Mach, Albert Einstein, Oskar Kraus und Hans Reichenbach. Das philosophische Verstehenwollen des neuen physikalischen Weltbildes findet in Petzoldts Vorlesungen, populärwissenschaftlichen Vorträgen und Aufsätzen Niederschlag, die in Philosophie-Zeitschriften veröffentlicht wurden. Berlin ist nicht nur der Ort, wo sich die neue Physik Bahn bricht, sondern hier existiert zugleich ein intellektuelles Milieu, das diese Fragen intensiv diskutieren will. Petzoldt ist Dialogpartner in diesem Kreis. Er will ein breites Diskussionsforum und gründet 1912 die Berliner „Gesellschaft für positivistische Philosophie“. Zusammen mit Hans Reichenbach, dem kongenialen philosophischen Interpreten Einsteins, ist er Mitbegründer der Ortsgruppe Berlin der „Internationalen Gesellschaft für empirische Philosophie“. Petzoldt geht es immer auch um einen verstehenden Diskurs zur Relativitätstheorie und modernen Physik: keine Selbstverständlichkeit im Jahre 1920. Zu dieser Zeit gibt es drei Haltungen zu Albert Einstein: eine befürwortende, zu der Joseph Petzoldt zählt, eine kritisch-ablehnende, wie die Oskar Krauses, der Einsteins Theorie nicht für eine „Hypothese“, sondern für „Fiktion“ hält und unter der „spekulativen Schale“ einen richtigen mathematisch-physikalischen Kern vermutet, sowie als dritte eine militant-vernichtende Haltung, wie sie die Gruppe um den Physiker Ernst Gehrcke vertritt, die Einsteins Arbeiten als jüdischen Physik-Dadaismus denunziert. Demgegenüber ist Joseph Petzoldt um Aufklärung und rationale Argumentation bemüht. Das zeigt sich in seiner Korrespondenz mit Einstein und Reichenbach. Eine Postkarte von Einstein vom 11. Juni 1914 (Fotos) beweist das:

Lupe

„Lieber Herr Kollege! Ich habe heute mit großem Interesse Ihr Buch zu Ende gelesen, aus dem ich mit Freude entnehme, schon längst Ihr Gesinnungsgenosse gewesen zu sein. Ich habe einem kranken Herrn, mit dem ich befreundet bin, von Ihrer Relativitätsarbeit erzählt. Er hat sich sehr dafür interessiert. Sie würden ihm eine Freude machen, wenn Sie ihm ein Separutum senden wollten. Seine Adresse ist (…). Mit freundlichem Gruß Ihr A. Einstein“

Hans Christian Förster / Quelle: "TU intern", 5/2011

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